{"id":1729,"date":"2022-10-19T01:29:07","date_gmt":"2022-10-18T23:29:07","guid":{"rendered":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/?p=1729"},"modified":"2022-10-19T01:29:07","modified_gmt":"2022-10-18T23:29:07","slug":"wandernd-in-der-nacht-oder-besser-denkend-in-der-nacht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/?p=1729","title":{"rendered":"Wandernd in der Nacht oder besser denkend in der Nacht ;)"},"content":{"rendered":"<p>https:\/\/www.deutschelyrik.de\/legende-von-der-entstehung-des-buches-taoteking-auf-dem-weg-des-laotse-in-die-emigration.html<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"ce_text first block\">\n<h1>Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration<\/h1>\n<p><em>Bertolt Brecht<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"ce_player block\"><span class=\"mejs-offscreen\">Audio Player<\/span><\/p>\n<div id=\"mep_0\" class=\"mejs-container svg mejs-audio\" tabindex=\"0\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"mejs-time mejs-currenttime-container\"><span class=\"mejs-currenttime\">00:00<\/span><\/div>\n<div class=\"mejs-time-rail\"><\/div>\n<div class=\"mejs-time mejs-duration-container\"><span class=\"mejs-duration\">00:00<\/span><\/div>\n<div class=\"mejs-button mejs-volume-button mejs-mute\"><\/div>\n<div class=\"ce_player block\">\n<div id=\"mep_0\" class=\"mejs-container svg mejs-audio\" tabindex=\"0\">\n<div class=\"mejs-inner\">\n<div class=\"mejs-controls\"><a class=\"mejs-horizontal-volume-slider mejs-mute\" tabindex=\"0\"><span class=\"mejs-offscreen\">Use Up\/Down Arrow keys to increase or decrease volume.<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"mejs-horizontal-volume-total\"><\/div>\n<div class=\"mejs-horizontal-volume-current\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"mejs-clear\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ce_text last block\">\n<p><em>Aufnahme 2019<\/p>\n<p><\/em><\/p>\n<p>Als er 70 war und war gebrechlich<br \/>\ndr\u00e4ngte es den Lehrer doch nach Ruh<br \/>\ndenn die G\u00fcte war im Lande wieder einmal schw\u00e4chlich<br \/>\nund die Bosheit nahm an Kr\u00e4ften wieder einmal zu.<br \/>\nUnd er g\u00fcrtete den Schuh.<\/p>\n<p>Und er packte ein, was er so brauchte:<br \/>\nWenig. Doch es wurde dies und das.<br \/>\nSo die Pfeife, die er immer abends rauchte<br \/>\nund das B\u00fcchlein, das er immer las.<br \/>\nWei\u00dfbrot nach dem Augenma\u00df.<\/p>\n<p>Freute sich des Tals noch einmal und verga\u00df es<br \/>\nals er ins Gebirge den Weg einschlug.<br \/>\nUnd sein Ochse freute sich des frischen Grases<br \/>\nkauend, w\u00e4hrend er den Alten trug.<br \/>\nDenn dem ging es schnell genug.<\/p>\n<p>Doch am vierten Tag im Felsgesteine<br \/>\nhat ein Z\u00f6llner ihnen den Weg verwehrt:<br \/>\n\u201eKostbarkeiten zu verzollen?\u201c &#8211; \u201eKeine.\u201c<br \/>\nUnd der Knabe, der den Ochsen f\u00fchrte, sprach: \u201eEr hat gelehrt.\u201c<br \/>\nUnd so war auch das erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Doch der Mann in einer heitren Regung<br \/>\nfragte noch: \u201eHat er was rausgekriegt?\u201c<br \/>\nSprach der Knabe: \u201eDass das weiche Wasser in Bewegung<br \/>\nmit der Zeit den m\u00e4chtigen Stein besiegt.<br \/>\nDu verstehst, das Harte unterliegt.\u201c<\/p>\n<p>Dass er nicht das letzte Tageslicht verl\u00f6re<br \/>\ntrieb der Knabe nun den Ochsen an<br \/>\nund die drei verschwanden schon um eine schwarze F\u00f6hre<br \/>\nda kam pl\u00f6tzlich Fahrt in unsern Mann<br \/>\nund er schrie: \u201eHe, du! Halt an!<\/p>\n<p>Was ist das mit dem Wasser, Alter?\u201c<br \/>\nHielt der Alte: \u201eInteressiert es dich?\u201c<br \/>\nSprach der Mann: \u201eIch bin nur Zollverwalter<br \/>\ndoch wer wen besiegt, das interessiert auch mich.<br \/>\nWenn du&#8217;s wei\u00dft, dann sprich!<\/p>\n<p>Schreib&#8217;s mir auf! Diktier es diesem Kinde!<br \/>\nSowas nimmt man doch nicht mit sich fort.<br \/>\nDa gibt&#8217;s doch Papier bei uns und Tinte<br \/>\nund ein Nachtmahl gibt es auch: ich wohne dort.<br \/>\nNun, ist das ein Wort?\u201c<\/p>\n<p>\u00dcber seine Schulter sah der Alte<br \/>\nauf den Mann: Flickjoppe. Keine Schuh.<br \/>\nUnd die Stirne eine einzige Falte.<br \/>\nAch, kein Sieger trat da auf ihn zu.<br \/>\nUnd er murmelte: \u201eAuch du?\u201c<\/p>\n<p>Eine h\u00f6fliche Bitte abzuschlagen<br \/>\nwar der Alte, wie es schien, zu alt.<br \/>\nDenn er sagte laut: \u201eDie etwas fragen<br \/>\ndie verdienen Antwort.\u201c Sprach der Knabe: \u201eEs wird auch schon kalt.\u201c<br \/>\n\u201eGut, ein kleiner Aufenthalt.\u201c<\/p>\n<p>Und von seinem Ochsen stieg der Weise<br \/>\n7 Tage schrieben sie zu zweit<br \/>\nund der Z\u00f6llner brachte Essen (und er fluchte nur noch leise<br \/>\nmit den Schmugglern in der ganzen Zeit)<br \/>\nUnd dann war&#8217;s soweit.<\/p>\n<p>Und dem Z\u00f6llner h\u00e4ndigte der Knabe<br \/>\neines Morgens 81 Spr\u00fcche ein.<br \/>\nUnd mit Dank f\u00fcr eine kleine Reisegabe<br \/>\nbogen sie um jene F\u00f6hre ins Gestein.<br \/>\nSagt jetzt: kann man h\u00f6flicher sein?<\/p>\n<p>Aber r\u00fchmen wir nicht nur den Weisen<br \/>\ndessen Name auf dem Buche prangt!<br \/>\nDenn man muss dem Weisen seine Weisheit erst entrei\u00dfen.<br \/>\nDarum sei der Z\u00f6llner auch bedankt:<br \/>\nEr hat sie ihm abverlangt.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>https:\/\/www.deutschelyrik.de\/legende-von-der-entstehung-des-buches-taoteking-auf-dem-weg-des-laotse-in-die-emigration.html &nbsp; Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration Bertolt Brecht Audio Player 00:00 00:00 Use Up\/Down Arrow keys to increase or decrease volume. 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