{"id":274,"date":"2011-06-09T21:40:35","date_gmt":"2011-06-09T19:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/?p=274"},"modified":"2012-02-01T00:05:10","modified_gmt":"2012-01-31T22:05:10","slug":"die-grose-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/?p=274","title":{"rendered":"Die gro\u00dfe Freiheit"},"content":{"rendered":"<p>gibt es die noch? Und wenn ja, wie verwirklicht man sie oder besser, wie  schafft man es aus dem Alltag auszusteigen und seinen eigenen Weg zu  gehen.<br \/>\nInnerlich habe ich mich immer als eine Art Nomadin gef\u00fchlt und wenn  andere M\u00e4dels von Kerlen&amp;Familiengr\u00fcndung tr\u00e4umten, tr\u00e4umte ich  davon, auf und davon zu gehen.<br \/>\nMit 8 wollte ich Nonne in Afrika werden, weil ich in einem Brief aus der  Mission von dem einfachen Leben dort h\u00f6rte, bereits um 9.00 am Morgen  war die zweite Dusche unter einer behelfsm\u00e4\u00dfigen Eimerdusche notwendig,  weil die Kleidung durchgeschwitzt war. Und au\u00dferdem wollte ich den Armen  helfen. Zumindest ergab das ja ein gutes Alibi f\u00fcr meinen Wunsch, mein  langweiliges Zuhause zu verlassen. Als ich dies meinem Vater erz\u00e4hlte,  lachte er und meinte. &#8220;Ach Kind, du kannst doch auch so einfach  fortgehen.&#8221; Erschreckt fuhr er fort: &#8220;aber erst, wenn du gro\u00df bist.&#8221;<br \/>\nDas fand ich ganz sch\u00f6n einschr\u00e4nkend, konnte es aber auch verstehen, wie sollte ich auch Geld verdienen?<br \/>\nMit 12 kaufte ich mir vom k\u00e4rglichen Taschengeld die ersten Landkarten, Island, Norwegen und Afrika.<br \/>\nUnd sinnierte dar\u00fcber, wie weit entfernt wohl die Tankstellen in  Norwegen voneinander w\u00e4re, weil ich da mit einem Moped hochfahren  wollte. Bis zum Nordkap. Ich stellte mir das wahnsinnig spannend vor.  DAS NORDKAP.<br \/>\nAls n\u00e4chstes plante ich einen alten VW-Bus umzubauen mit Netzen, in  denen man die Kleidung verstauen und unters Dach ziehen konnte und mit  einer Art Ofen, wo ich mir aber nicht schl\u00fcssig wurde, wie das zu machen  sei. Schlie\u00dflich w\u00fcrde es irgendwann Winter werden und somit zu kalt,  einfach so in einem Bus zu schlafen.<br \/>\nSp\u00e4ter \u00fcberredete ich m\u00fchsam meine Schwestern, mit mir auf Wanderschaft  zu gehen. Mit dem selbst gen\u00e4hten Rucksack auf ins wilde Weserberland &#8211;  die eine Schwester fand das im Nachhinein grausig, der Rucksack  verursachte ihr R\u00fcckenschmerzen und \u00fcberhaupt &#8211; all das Gehen &#8211; die  andere fand es ok, aber halt eben &#8211; nun ja&#8230;<br \/>\nUnd ich war gl\u00fccklich wie sonst nur im holl\u00e4ndischen FRiesland mit viel Natur um mich herum.<br \/>\nUnd dann fand ich mich wieder, erwachsen geworden, hatte Urlaube in  D\u00e4nemark, Rhodos, Deutschland, Frankreich gemacht und irgendwie war das  nicht genug.<br \/>\nSo beschloss ich alleine (mein erster Alleinurlaub) nach Irland zu  fahren. Ich hatte das Buch von Heinrich B\u00f6ll gelesen und wollte dieses  Land endlich sehen! Und war infiziert. Vom Land und auch vor allem von  den Menschen dort. Eigentlich hatte ich weg gewollt und aber eine Art  Heimat gefunden. Was mir gar nicht so recht war, ich wollte ja weg und  nicht heimisch werden irgendwo.<br \/>\nAuch Norwegen hatte ich inzwischen kennengelernt, war mit dem Postschiff  von Bergen nach Kirkenes gefahren, das Nordlicht habe ich gesehen und  die Weite des Nordens. Die Sehnsucht blieb.<br \/>\nDarum buchte ich eine Flo\u00dffahrt in Thailand und beging kurz vorher den  entscheidenden Fehler und sagte die Reise ab, weil ich einen Kerl  kennenlernte, der nicht allein gelassen werden wollte.<br \/>\nUnd \u00fcberhaupt keine Ader f\u00fcr meiner Art des Reisens hatte, der meine  Sehnsucht, meine Fixierheit auf eine bestimmte Art des Lebens \u00fcberhaupt  nicht verstehen konnte.<br \/>\nIch lebte also dieses Leben, das der Ern\u00e4hrerin, weil mein Mann  studierte und stellte meine Tr\u00e4ume hintenan. Ok, irgendwann fanden wir  uns in Berlin wieder, weil er nicht mehr zum Bund wollte, beide  arbeitend. aber mit einem eigentlich gegens\u00e4tzlichen Lebensentwurf. Zwei  Kinder kamen auch, durchaus gewollt, aber die Sehnsucht blieb. Und  wurde zeitweise gestillt, weil ich einfach mit ihnen fortfuhr, zum  Zelten an die Ostsee, als sie noch nicht aus den Windeln waren. Ich nahm  sie und flog nach Lanzerote, Tunesien. einfach fort. Mein &#8216;Ex machte  inzwischen Karriere und lie\u00df sich ab und an auch \u00fcberreden, mit uns eine  Reise zu machen.<br \/>\nEs war aber trotzdem nicht genug.<br \/>\nDie Ehe scheiterte an allem M\u00f6glichen, was aber hier nicht relevant ist.  Sie scheiterte nach \u00fcber 20 Jahren dann endg\u00fcltig und lie\u00df mich zur\u00fcck  mit zwei Kindern, die mich sehr brauchten, deren Anspr\u00fcche mich fast  ersticken lie\u00dfen. Es gab sehr viele Probleme, die wir letztlich allein  l\u00f6sten, es waren sehr harte Jahre.<br \/>\nUnd nun stehe ich da und habe die FReiheit &#8211; erstmals nach so vielen  Jahren &#8211; und kann f\u00fcr das kommende Jahr planen, kann mich treiben  lassen, kann los gehen. Die Kinder \u00fcberleben 2-3 Wochen ohne mich, die  finanzielle Seite ist nicht rosig, aber man kann ja von daheim  aufbrechen.<\/p>\n<p>Gibt es die Freiheit noch, von deren Existenz ich als Kind so fest \u00fcberzeugt war?  Kann man sie vielleicht sogar teilen, mit jemandem erleben? Obwohl es  f\u00fcr mich es mehr als ausreichend ist, alleine frei sein zu k\u00f6nnen.<br \/>\nWie seht ihr das? Wie ist euer Werdegang? Habt ihr Frau oder Mann  verlassen, um nach eurer Fasson selig zu werden? habt ihr jemanden  gefunden, der eure Art des Lebens zu leben bereit ist. Oder sogar  Ansporn ist.<\/p>\n<p>Wie bringt ihr es unter einen Hut, das Leben mit einem Partner,  vielleicht sogar mit Kindern. Welche Risiken oder Nebenwirkungen gibt  es?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>gibt es die noch? Und wenn ja, wie verwirklicht man sie oder besser, wie schafft man es aus dem Alltag auszusteigen und seinen eigenen Weg zu gehen. 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