{"id":329,"date":"2011-06-20T14:55:36","date_gmt":"2011-06-20T12:55:36","guid":{"rendered":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/?p=329"},"modified":"2014-11-21T21:40:53","modified_gmt":"2014-11-21T19:40:53","slug":"eine-ganz-personliche-reise","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/?p=329","title":{"rendered":"eine ganz pers\u00f6nliche Reise"},"content":{"rendered":"<p>OT: Vorwort: Teilweise sind das einfach Erinnerungen, teils alte kurze Aufzeichnungen zu Fotos &#8211;\u00a0 Fotos gibt es ein paar, die ich inzwischen eingescannt habe.\u00a0 Ich hoffe, dieser Bericht gef\u00e4llt euch.<\/p>\n<p>Beim Schubladensortieren der Bilder in meinem Kopf stie\u00df ich auf einige Fragmente. Sehr intensiv und emotional besetzt waren sie, sodass ich mich auf eine Reise in meine Erinnerungen aufmachte. Teils Verdr\u00e4ngtes, teils als gesicherte Erkenntnis Abgespeichertes trat da zu Tage.<\/p>\n<p>Ich beschloss das Vergangene aufzuschreiben, bevor es nur noch ein Sumpf von Erinnerungen ist: &#8211; meine erste Reise nach Irland<\/p>\n<p>[b]begin with the beginning[\/b]<\/p>\n<p>Fl\u00fcge sind zu teuer, wer fliegt 1976 schon per Linienflug dorthin? Also bringt mich\u00a0 am 26.06.1976 der Zug von Duisburg<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980060281\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8169\/7980060281_6b7ca2a64d_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>nach Zeebr\u00fcgge, danach die F\u00e4hre nach Dover, der Zug nach London, der n\u00e4chste nach Swansea und wieder die Nachtf\u00e4hre nach Cork in Irland. Und es ist die Zeit, das Warten \u00fcberall und stundenlang, die diese Reise zusammenh\u00e4lt. Der Weg ist letztlich wirklich das Ziel.<br \/>\nMeine zwei B\u00fccher stecken im selbstgen\u00e4hten Rucksack, meine Finger scheinen zu gel\u00e4hmt, sie herauszuholen und so schaue und schaue und warte und warte ich. Menschen, Landschaften, H\u00e4user ziehen am Zugfenster an mir vorbei. Dazwischen immer wieder Wartezeiten an Bahnh\u00f6fen, F\u00e4hren, niemand zum Reden dabei. Aber auch keine Lust darauf, \u00fcberhaupt den Mund zu \u00f6ffnen, au\u00dfer f\u00fcrs Trinken und Atmen.<\/p>\n<p>[i]Es ist jetzt genau 01.00, ich sitze in der Snackbar des Terminals in Zeebr\u00fcgge und warte aufs Schiff. Der Kaffee belebt mich etwas. Hier ist mehr Betrieb, als ich vermutet h\u00e4tte. 3 Tische weiter sitzt ein b\u00e4rtiger Riese und schl\u00e4ft.<br \/>\nEs ist 5 vor 6, gerade war ich eine Stunde an Deck und sah die Sonne im Morgennebel aufgehen. Obwohl ich keine Minute geschlafen habe, f\u00fchle mich richtig gut.<br \/>\nDer Zug nach London ist ein regelrechter Bummelzug. Der Betrieb in der U-Bahn ist unwahrscheinlich hektisch, zweimal muss ich umsteigen nach Paddington. Als ich etwas verzweifelt einen alten Mann frage, wie ich dorthin komme, zeigt er auf eine riesige Tafel mit den ganzen Stationen, mein etwas hilfloser Blick darauf l\u00e4sst ihn l\u00e4cheln und er sagt: &#8220;follow me, girl.&#8221; Mit schnellen Schritten geht er voraus und er bringt mich tats\u00e4chlich bis hin nach Paddington. &#8220;good yourney and greetings to the green isle&#8221;. Er verneigt sich leicht und ist weg, bevor ich ihm danken kann. Gerade noch erreiche ich den zug nach Swansea.<\/p>\n<p>Das Rathaus von Swansea<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980086063\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8297\/7980086063_a311119a11_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Als ich zur F\u00e4hre gehe, h\u00e4lt auf etwa halber Strecke ein wackliges, altes Auto. ein drin sitzender Mann, klein, schm\u00e4chtig, mittleren Alters fragt, ob ich zur cork-Ferry wolle. ok, move in. Am F\u00e4hrhaus setzt er mich ab und w\u00fcnscht mir: a very good yourney![\/i]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980086539\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8459\/7980086539_584b36f6eb_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980086859\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8303\/7980086859_392285dc29_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Auf die Corkferry warte ich 4 Stunden. Ich gehe den Kai entlang und suche mir ein Fleckchen Gras, wo ich die Schiffe beim Ein- und Auslaufen beobachten kann und lege mich lang hin, den Kopf auf den verschr\u00e4nkten Armen. Es scheint mir, als ob die Zeit in Tropfen vom Himmel f\u00e4llt und ich frage mich : langweile ich mich oder was ist das?<br \/>\nDie Zeit nimmt in meinem Kopf einen solchen Platz ein, dass ich zu nichts anderem f\u00e4hig bin, als ihr zuzuschauen, wie sie vergeht. Im allerletzen Moment besteige ich die F\u00e4hre und falle in meiner Koje in einen traumlosen Schlaf, an dessen Ende wie ein Geschenk das Einlaufen in den Corker Hafen liegt.<br \/>\nLangeweile oder lange Weile?<\/p>\n<p>So gegen 1\/2 6 halte ich es nicht mehr in meiner Koje aus und gehe an Deck, gerade rechtzeitig um erstmals irischen Boden zu sehen, immer an der K\u00fcste entlang Richtung\u00a0 Cork<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980051489\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8179\/7980051489_9127e12103_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980051267\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8295\/7980051267_078c3fda5b_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980054455\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8445\/7980054455_9a03855ed9_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Manchmal denke ich, dass die altmodische Art des Reisens ohne all die Fliegerei schon sehr viel f\u00fcr sich hatte. Man bemerkt noch die Bewegung des Reisens selber und nicht nur Start oder Landung. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber das Ankommen ist ein anderes und der Genuss des Reisens intensiver.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df die Uhrzeit nicht mehr, wann ich ausbooten kann, es ist irgendwas so gegen 10.00 Uhr am Morgen. Ich wandere in die Stadt hinein, noch ganz benommen von den Eindr\u00fccken der letzten zwei Tage. Die Stadt erscheint mir viel zu gro\u00df und zu laut. Damals h\u00e4tte ich nicht gedacht, dass ich Cork einmal lieben w\u00fcrde. Aber erst ist mein Hunger zu stillen, da die F\u00e4hr\u00fcberfahrt ohne Fr\u00fchst\u00fcck gewesen ist. Ein kleines &#8220;Old Kentucky&#8221; liegt etwas versteckt, gerade passend f\u00fcr meine erste Mahlzeit auf irischem Boden.<\/p>\n<p>Ich bestelle toast &amp; butter und v\u00f6llig \u00fcberrascht, dass so etwas in einem Restaurant angeboten wurde: ein gro\u00dfes Glas Milch. Echt k\u00f6stlich !\u00a0 Ich schultere nun wieder meinen Rucksack und h\u00e4nge mir die unf\u00f6rmige schwarze Tasche vor den Bauch, die noch mit allerlei vollgestopft ist. Diese Taschen sind damals modern, aus Kunstleder, sehr gro\u00df, viereckig.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980060559\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8446\/7980060559_0b2309be49_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Ich suche den Busbahnhof, der noch nicht so komfortabel ausgeschildert\u00a0 und \u00fcberdacht ist wie heute. Eigentlich ist es nur eine Anreihung von Busschildern und\u00a0 selten steht ein Ziel daran, welches ich identifizieren kann. Ein freundlicher Busfahrer hilft mir weiter, auf seine Frage, wohin ich denn wolle, antworte ich schlicht: &#8220;to the sea&#8221;, was ihn zum Schmunzeln bringt. &#8220;Take the bus to Kinsale.&#8221; ok, ich suche den Bus, finde ihn nicht und nehme einfach den n\u00e4chsten, der irgendwohin f\u00e4hrt. Hauptsache raus aus der Stadt. An der vierten Station au\u00dferhalb der Stadt frage ich den Fahrer, wo ich aussteigen muss, wenn ich hinterher nach Kinsale weiter m\u00f6chte. Er guckt mich gro\u00df an. ok, in etwa die Richtung geht es, aber von X seien es doch noch mal ein 12 Meilen bis Innisshannon zu laufen, von dort aus sollte es einen Bus bis nach Kinsale. geben. Er winkt mir, als ich aussteigen muss und ich springe hinaus. Juchu, endlich laufen.<br \/>\nWenn der Trageriemen dieser verflixte schwarzen Tasche blo\u00df nicht so einschneiden w\u00fcrde&#8230;<br \/>\nNachdem ich ca. eine Stunde gelaufen bin, bleibe ich stehen. Ob ich versuchen soll zu trampen? Alle, aber wirklich alle Leute haben mir abgeraten zu trampen. Als M\u00e4dchen alleine macht man sowas nicht und dann noch in einem fremden Land undund. Ach, alles Quatsch, die F\u00fc\u00dfe beginnen zu schmerzen und ich stelle mich an die Stra\u00dfe und winke. Innerhalb kurzer Zeit h\u00e4lt ein Auto, in dem ein recht dicker Mann sitzt. Er brabbelt mich voll und ich merke, dass er mir verdammt unangenehm ist. Ab und an bewegt sich seine Hand vom Steuerkn\u00fcppel weg, ich beobachte sie und beschlie\u00dfe grimmig, sie zu schlagen, wenn sie meinem Knie noch n\u00e4her kommt. Ich muss dazu sagen, dass ich einen Jeansrock trage, nicht wirklich kurz, knie umspielend, aber weiter als bis an die Kante meines Sitzes kommt er nicht. Er erz\u00e4hlt etwas von einem Bankstreik, worunter ich mir nicht so wirklich etwas vorstellen kann. Und wie unangenehm das alles sei, weil er ja nicht an sein Geld k\u00f6nne. Sonst k\u00f6nne er einem h\u00fcbschen M\u00e4dchen ja was ausgeben. Eine Bank, die streikt? Sowas habe ich noch nie geh\u00f6rt. Wie gut, dass ich einige irische Pfund eingetauscht habe, mal schauen, wie weit ich damit komme. Pl\u00f6tzlich meint er missmutig zu mir, ich solle besser ein besseres Englisch lernen, bevor ich andere L\u00e4nder bereise. \u00c4h, ich hab doch fast nix gesagt. Als ob ich wagen w\u00fcrde, ihn in seinem Monolog zu unterbrechen. Wo ich denn raus wolle? Es w\u00e4re nicht mehr weit zu seinem Haus. \u00f6h, an der n\u00e4chsten Stra\u00dfenkreuzung. Schade, er h\u00e4tte mir ja sonst daheim einen Tee anbieten k\u00f6nnen. \u00d6rks, nein danke, ich muss wirklich weiter. Und als er mich aus dem Auto entl\u00e4sst, verabschiede ich mich fast herzlich von ihm, so froh bin aus dieser komischen Situation heraus zu kommen. Sowas ist mir sp\u00e4ter beim Trampen nie wieder passiert, wie gut, dass ich mich von dem Typen nicht habe entmutigen lassen.<\/p>\n<p>Von hier aus sind es nur noch etwa 2 Meilen nach Innisshannon. Die Tasche dr\u00fcckt und bummert immer wieder gegen Oberk\u00f6rper und H\u00fcfte. Ich bleibe vor einem kleinen shop stehen und entdecke, dass er gleichzeitig die Postfiliale ist. Nichts wie rein. Ich nehme die Kamera aus der Tasche, packe die Filme in den Rucksack, werfe sonst nur noch einen fl\u00fcchtigen Blick auf den Inhalt, frage nach Klebeband, verklebe die Tasche und schicke sie nach Deutschland zur\u00fcck. Porto zahlt Empf\u00e4nger! Das Problem w\u00e4re gel\u00f6st. Ich kaufe noch Milch und zwei \u00c4pfel und wandere beschwingt wieder los. Ja, ich bin komplett ohne Verpflegung in Deutschland gestartet. In meinem jugendlichen Leichtsinn dachte ich mir, dass die Menschen ja \u00fcberall essen und ich schon etwas finden werde. Ich folge der Stra\u00dfe, die Karte meines Grieben-Reisef\u00fchrers verr\u00e4t, dass ich da und dort hin muss, um weiter in Richtung Kinsale zu gelangen.<\/p>\n<p>Ich wandere spontan eine andere kleine Stra\u00dfe entlang, nicht mehr die in Richtung Kinsale, die mich zum Shippool Wood bringt.\u00a0 Sitze ein paar Meter ab von der Stra\u00dfe am Fluss, mache ein Milch-Apfel-Picnic\u00a0 schaue \u00fcber das Wasser zu einigen Schw\u00e4nen hin\u00fcber.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980089246\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8435\/7980089246_e99e541c47_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980088616\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8301\/7980088616_a271f9a37b_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980088948\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8460\/7980088948_debccd4a1b_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Still und angenehm schattig ist es hier. Aber leider muss ich ja weiter, heute Nacht m\u00f6chte ich in der Jugendherberge in Kinsale n\u00e4chtigen. Heutzutage w\u00fcrde ich mir einfach einen netten, halb versteckten Platz suchen, um dort bis zum n\u00e4chsten Tag zu bleiben, aber so weit bin ich noch nicht.<br \/>\nIch verlasse den sch\u00f6nen, weiten Fluss und gehe zur Stra\u00dfe zur\u00fcck<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>[b]Kinsale &#8211; hin und wieder fort[\/b]<\/p>\n<p>Als ich gerade \u00fcberlege, ob ich trampen soll, h\u00e4lt neben mir ein kleines Auto. Ein sympathisch ausschauendes \u00e4lteres Ehepaar fragt mich, wohin ich denn wolle. Als ich Kinsale sage, lacht der Mann, eigentlich w\u00fcrden sie ja morgen dorthin fahren wollen, hm. Die Frau redet lebhaft auf ihn ein, irgendwie kommt mir die F\u00e4rbung ihres English seltsam vor. W\u00e4hrend ich interessiert versuche mich in ihren Slang einzuh\u00f6ren, kommen sie zu einer Entscheidung. Sie fahren bereits heute nach Kinsale und nehmen mich mit. So bekomme ich einen Lift, der diesmal wesentlich erfreulicher ist. Sie kommen aus Australien, um genauer zu sein aus Perth und verbringen die ersten Monate nach dem Rentenbeginn damit durch Irland zu fahren. Als sie h\u00f6ren, dass ich aus Deutschland komme, sind sie ganz begeistert, weil seine Gro\u00dfmutter aus dem Schwarzwald gekommen sei. Der Black Forrest genie\u00dft in der gesamten english sprachigen Welt eine f\u00fcr mich fast erstaunliche Wertsch\u00e4tzung, immer wieder werde ich nach diesem Teil Deutschlands gefragt. Sie sind die ersten Australier, die ich pers\u00f6nlich kennen lerne und ich bin recht erstaunt, dass sie mich durchaus zu verstehen scheinen. Als ich von dem dicken Mann erz\u00e4hle und seiner Empfehlung, ich solle mir doch schleunigst ein besseres English anlernen, lachen sie. &#8220;Honey, you are doing very well, in 3 weeks nobody knows, that ya from Germany.&#8221; Na, das wage ich aber zu bezweifeln. Von 2-5 hatte ich alles mal auf meinen Zeugnissen im Fach Englisch. Dann erreichen wir Kinsale, bedauernd trennen wir uns, ich glaube ihr Bedauern ist wirklich echt &#8211; so wie meines &#8211; aber Reisende haben zu reisen. &#8220;travellers have to travel and you will be a good one, dear&#8221; Mit einem L\u00e4cheln trennen wir uns.<\/p>\n<p>Von der Ortsmitte Kinsales habe ich noch ein paar Meilen zu laufen, gem\u00e4\u00df meinem Reisef\u00fchrer liegt sie in Richtung James Fort, man m\u00fcsse an einem bekannten Pub vorbei &#8220;The Spaniard&#8221; und immer weiter gehen und w\u00e4re dann da. Unterwegs komme ich noch an einem shop vorbei und decke mich mit ein paar Lebensmitteln ein: bread, cheddar, apples and tea bags. Wie ich im gelesen habe, kann man in irischen Juhes selber kochen. Wobei als Kochen mir schon Wasser kochen mehr als ausreichend erscheint. \ud83d\ude09\u00a0 Blo\u00df nicht so viel Aufwand betreiben! In dieser Beziehung habe ich mich nicht wirklich ver\u00e4ndert, das halte ich auf Reisen noch ganz genauso.<br \/>\nan der Herberge angekommen, beschlie\u00dfe ich mich sofort ins Bett zu negeben, es ist sp\u00e4ter Nachmittag, fast Abend und ich bin \u00fcberaus m\u00fcde. Der warden sagt mir mein Zimmer an und ich gehe hoch und will meinen Leinenschlafsack heraus holen, der ja speziell f\u00fcr Juhes ist. Und? Nix da, der ist auf der Reise nach Duisburg in meiner ungeliebten schwarzen Tasche. Puh, was nun? Und ich entscheide: nichts nun, ich dusche schnell und lege mich dann einfach so unter die kratzige Decke. Das ist ein Problem f\u00fcr morgen!<\/p>\n<p>Meine lockeren Reisepl\u00e4ne sehen vor, dass ich hier in der JH zwei N\u00e4chte bleibe, damit ich mir viel von der als malerisch beschriebenen Umgebung anschauen kann. Vor allem interessieren mich die zwei Forts und die K\u00fcste generell.<\/p>\n<p>Nach einem wirklich erholsamen Nachtschlaf gehe ich frohgemut mit meinen paar Essenssachen in die K\u00fcche. Es ist ein sehr gro\u00dfer Raum, an der einen Wand stehen auf einer gro\u00dfen Arbeitsfl\u00e4che viele kleine Gaskocher, die man zum Zubereiten der Mahlzeit benuten kann. Daneben sind noch zwei Sp\u00fclbecken. In einer Ecke an der gegen\u00fcber liegenden Wand steht ein gro\u00dfer K\u00fchlschrank, wo man zu k\u00fchlende Sachen hineinpacken kann und mehrere Schr\u00e4nke mit Geschirr. Dazwischen und am Fenster stehen lange Tische mit St\u00fchlen. Es wuseln bereits einige Leute an den Kochern hin&amp;her oder sitzen an den Tischen und essen. Ich hole mir erstmal Geschirr aus dem Schrank, Tasse, Teller und Besteck und setze mir in einem kleinen Topf Wasser f\u00fcr meinen Tee auf.\u00a0 Dann suche ich mir einen Platz am Fenster, an dem Tisch sitzen bereits zwei M\u00e4del, die wohl etwa in meinem Alter sind.<br \/>\nSie kommen aus Dublin und wollen das county Kerry bereisen und fragen auch nach meinem woher &amp; wohin. Nach und nach kommen immer mehr junge Leute herein und auch unser Tisch wird voller. ZB sind zwei sehr junge M\u00e4dchen aus Deutschland dabei, die j\u00fcngere ist gerade 16 und ihre FReundin 18. Die j\u00fcngere ist recht munter und quatscht alle voll, abwechselnd auf Deutsch und English und schnorrt dabei ein bisserl bei allen. Mal hier die Wurst (die sieht ja lecker aus) und dort den K\u00e4se (meinen, jjjam, kann ich eine SCheibe haben, da krieg ich echt Hunger drauf.) Gebe ich gern und auch zwei Teebeutel gebe ich ab \ud83d\ude09 Sie sind wohl schon seit 2 Monaten hier unterwegs und das Geld ist sehr knapp. Gut 10 Leute passen um den Tisch, eine Mischung von Iren, Deutschen und Holl\u00e4ndern sitzt hier zusammen. Als\u00a0 H (den ich so nenne, weil er aus Hamburg kommt) beginnt sich ein oppulentes Fr\u00fchst\u00fcck zu machen mit Schinken&amp; Eiern, sieht man f\u00f6rmlich wie unser kleinen Schnorrerin das Wasser im Mund zusammen l\u00e4uft. Als sie ihn fragend anguckt, zieht er die Augenbrauen hoch und sagt knapp \u201cNein!\u201d<br \/>\nDaf\u00fcr gebe ich ihr noch eine Scheibe K\u00e4se und\u00a0 Brot ab, hm Brot muss ich mir auch bald wieder kaufen.<br \/>\nIch sp\u00fcle mein bisschen Geschirr ab und gehe zur Anmeldung. Beim Vorbeigehen heute morgen habe ich da gesehen, dass es irgendeine Art von Einmalschlafs\u00e4cken geben soll. Eine Frau sitzt nun dort und ich frage sie, was sie kosten und ob sie f\u00fcr die Jugendherberge reichen. Den Preis hab ich vergessen, es war jedenfalls nicht sehr viel. Der hellgr\u00fcne Sack ist aus eine Art d\u00fcnnem Papierflies und sieht relativ stabil aus. Ja, sie sind ja extra f\u00fcr Juhes gemacht, weil man keinen Drau\u00dfenschlafsack verwenden darf und viele Wanderer keinen Leinensack haben, erkl\u00e4rt sie mir und ich erwerbe den Sack, der viel leichter ist als derjenige, den ich zur\u00fcck geschickt habe. problem solved \u2013 next problem please.<\/p>\n<p>Ich bringe alles hoch und lege es auf mein Bett, h\u00e4nge mir die Kamera um, jetzt will ich mir erstmal die Forts ansehen. Seltsamerweise wandere ich nicht zum n\u00e4her gelegenen und sehr bekannten und gut erhaltenem Charles Fort, sondern Richtung Kinsale, dort muss ich hindurch und dann immer an der K\u00fcste lang auf eine Halbinsel, auf welcher das James Fort liegt. Genau dort will ich hin. Es ist um etliches \u00e4lter, halb zerfallen und soll eine sch\u00f6ne Aussicht bieten.<br \/>\nIch wandere also \u00fcber die wirklich sch\u00f6ne K\u00fcstenstra\u00dfe nach Kinsale, vorbei auch an diesem Pub, nicht ahnend, dass ich am abend hier in der Abendsonne sitzen werde.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980049464\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8455\/7980049464_36fc624792_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980075999\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8170\/7980075999_c6f0a99601_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Am Yachthafen treffe ich auf H, der mit Kamera und Rucksack bewaffnet ebenfalls zum James Fort will. Ob es mich st\u00f6re, wenn er sich mir anschlie\u00dfen w\u00fcrde? N\u00f6, warum sollte es auch.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980058638\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8437\/7980058638_4c544c0f99_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>W\u00e4hrend er recht viel erz\u00e4hlt, bin ich schweigsam, nicht, weil ich ihn aufgrund des Intermezzos heute morgen ablehnen w\u00fcrde, aber irgendwie bin ich mit meinen Gedanken weit fort.<br \/>\nWeil ich so schweigsam bin, spricht er mich auf das Fr\u00fchst\u00fcck an. Er hasse Schnorrer, egal wo und welchen Alters. Achso.<br \/>\nAuf seinen Vorschlag hin, trampen wir das letzte noch reichliche St\u00fcck, sodass wir lediglich eine kurze Strecke zum Fort haben.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980057767\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8446\/7980057767_da6eef6180_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Ich schlage vor, dass wir jeder f\u00fcr uns das Fort angucken, weil wir ja vermutlich doch unterschiedliche Geschwindigkeiten h\u00e4tten und ich die schlechte Angewohnheit, \u00fcberall stundenlang stehen zu bleiben, um mir die Dinge anzuschauen. ok, das geht in Ordnung f\u00fcr ihn und ich stromere f\u00fcr mich \u00fcber das Gel\u00e4nde.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980062006\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8304\/7980062006_fa11900fd0_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980080591\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8175\/7980080591_25124de82c_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Zweimal treffen wir uns, er fotografiert unwahrscheinlich viel und ich frage ihn, ob er mit meiner Cam einige Fotos von mir machen w\u00fcrde, was er dann tut, wobei er sich wundert, dass ich nicht einmal einen Belichtungsmesser habe.\u00a0 \ud83d\ude0e<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980081788\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8308\/7980081788_c1e28a0204_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=http:\/\/imageshack.us\/photo\/my-images\/842\/jamesf6.jpg\/][img]http:\/\/img842.imageshack.us\/img842\/8286\/jamesf6.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980081186\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8456\/7980081186_60b935f07f_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>H geht nochmal \u00fcbers Gel\u00e4nde, w\u00e4hrend ich einfach dort sitzen bleibe, wo ich bin. Als er zur\u00fcckkommt, fragt er ungeduldig, ob wir nicht nun zusammen wieder nach Kinsale\u00a0 trampen sollen, er habe Hunger und wolle essen gehen.<br \/>\nNun ich nicht, Essen gehen ist wirklich nicht in meinem Etat vorgesehen. So trennen wir uns an der Stra\u00dfe, die von der Halbinsel wieder runter f\u00fchrt. Ich laufe an der sch\u00f6nen Kaistra\u00dfe entlang, w\u00e4hrend er versucht einen Lift zu bekommen.<br \/>\nAuf dem Weg von Kinsale nach Summer Cove kaufe ich wieder in dem kleinen shop ein. Ein paar Kekse, scones und K\u00e4se. Brot wird bis morgen abend schon reichen, denke ich mir.<br \/>\nEs ist recht sp\u00e4ter Nachmittag als ich wieder an der JH bin, ich dusche mich erstmal, weil ich total verschwitzt bin und entscheide dann, doch nicht noch zum Charles Fort zu gehen. Das soll viel gr\u00f6\u00dfer und wesentlich touristischer sein und darauf habe ich nach dem eher besinnlichen James Fort keinerlei Lust.<\/p>\n<p>Beim Abendbrot treffe ich wieder die Dubliner M\u00e4dchen, auch die deutschen M\u00e4dels sind wieder dabei. Die eine konnte heute endlich das erwartete Geld abholen und hat Kuchen gekauft f\u00fcr alle, die so lieb waren und ihr mit Essen ausgeholfen haben. Kuchen mit Tee rundet also das Abendessen ab.<br \/>\nW\u00e4hrend wir dort sitzen und uns unterhalten, kommt H (er bekommt nat\u00fcrlich nichts angeboten \ud83d\ude09 ) und fragt mich, ob ich nicht mit zum Pub wolle, es gingen eingie dorthin. na klar, gern, warum nicht. Die vier M\u00e4dchen kommen ebenfalls mit, was ihm sichtlich nicht gef\u00e4llt. Das ist aber nicht mein Problem.<\/p>\n<p>Da es im Pub total voll ist, holen wir uns nur Getr\u00e4nke und stellen und setzen wir uns entweder auf die Bank bzw dem M\u00e4uerchen des kleinen Vorplatzes auf der anderen Stra\u00dfenseite.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980076437\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8179\/7980076437_48214d9e10_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=http:\/\/imageshack.us\/photo\/my-images\/853\/bulmans2.jpg\/][img]http:\/\/img853.imageshack.us\/img853\/2356\/bulmans2.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>hier trinke ich mein allererstes Guiness. Zwei junge M\u00e4nner kommen aus dem Pub, einer mit Gitarre und setzt sich zu uns. Wir sehen dem Sonnenuntergang zu und unsere Gespr\u00e4che werden von leisem Gitarrespielen untermalt. Dieser unbekannte Geschmack des Guiness und die Ger\u00e4uschkulusse aus Gespr\u00e4chen und Gitarremusik sind mir noch \u00fcberaus deutlich in Erinnerung.<\/p>\n<p>[b]Travellers have to travel[\/b]<\/p>\n<p>Nachdem ich mit zwei Guiness die n\u00f6tige Bettschwere erarbeitet \ud83d\ude09 habe, was notwendig ist, weil in meinem Kopf so viele Gedanken herum spazieren, erwache ich am n\u00e4chsten Morgen erfrischt auf, springe kurz unter die Dusche, packe meinen Rucksack und gehe fr\u00fchst\u00fccken. Die meisten schlafen wohl noch, es herrscht jedenfalls fast gespenstische Ruhe in der K\u00fcche, was mir aber ganz recht ist. Gestern hat mir jemand einen Floh ins Ohr gesetzt: Cape Clear Island,<br \/>\nDa will ich hin, wenn es sich irgendwie ausgeht, die F\u00e4hre soll von Baltimore aus \u00fcbersetzen, bis dahin m\u00fcsste ich es doch eigentlich schaffen heute.<br \/>\nCape Clear Island soll noch eine der urspr\u00fcnglichsten Inseln Irlands sein mit \u00fcberwiegend g\u00e4lisch sprechender Bev\u00f6lkerung. Und &#8211; ganz wichtig &#8211; es gibt eine Jugendherberge dort. Ich wei\u00df gar nicht mehr, wer zuerst von der Insel gesprochen hat, die Entscheidung ist jedenfalls sehr schnell f\u00fcr mich gefallen. CCI wird mein n\u00e4chstes Ziel! Ich frage den warden, welche Arbeiten ich erledigen kann, bevor ich mich auf den trip mache. Ich wei\u00df nicht, ob das heute noch so ist, aber damals war es \u00fcblich, dass jeder, der in einer JH \u00fcbernachtet, einen Teil der Reinigungsarbeiten macht. Er fragt mich, wohin ich denn will. Als ich Cape Clear! antworte, lacht er: &#8220;good decision. Moove on girl&#8221;. Heute hat er keine Arbeit f\u00fcr mich, aber vielleicht das n\u00e4chste Mal, wenn ich mal wieder da bin. Klasse, ich sp\u00fcle schnell meine Fr\u00fchst\u00fcckssachen und mache mich auf den Weg. Bis nach Kinsale laufe ich hinein und auch wieder etwas aus dem Ort hinaus. Dann stelle ich mich an die Stra\u00dfe und erhalte schnell einen lift in Richtung Timoleague, es braucht aber trotzdem 2 Lifts noch, um dorthin zu gelangen. In T muss ich lange auf den n\u00e4chsten Lift warten, aber der Ort ist sch\u00f6n und ich schaue\u00a0 ein wenig umher.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980085509\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8437\/7980085509_0621293e10_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980087386\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8314\/7980087386_79f131dd8a_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>und von dort nach Skibbereen. Ich bin besser voran gekommen als erwartet, irgendwann am Nachmittag soll die F\u00e4hre nach Cape Clear starten, vielleicht schaffe ich es ja noch rechtzeitig nach Baltimore. An die Leute, die mich da mitnahmen, kann ich mich nicht mehr erinnern, manchmal sind da einfach schwarze L\u00f6cher in meiner Erinnerung. Ist ja kein Wunder, wenn man die verflossene Zeit bedenkt.<\/p>\n<p>Kurz hinter der Stadtgrenze von Skibbereen h\u00e4lt ein eleganter gro\u00dfer Wagen, eine schwarze Limousine, in welchem eine Dame und ein kleiner Junge von etwa 5-6 Jahren sitzen. Anders als Dame kann ich sie nicht bezeichnen, alles was ich da sehe ist eindeutig upper class. Die Ausstattung des Autos, ihre beider Kleidung, vornehm w\u00e4re da noch viel zu gering gesagt. Sie winkt mir, hinten ins Auto zu dem Jungen zu steigen, den Rucksack (er ist ja klein) packe ich zwischen uns beide. &#8220;Hi, I am Dave, who are you&#8221; &#8220;my name ist Kathi, I am from Germany&#8221;<\/p>\n<p>Er mustert mich erst ausdruckslos und dann plappert er los und fragt. Ob ich da alles drinnen h\u00e4tte, was ich so unterwegs brauche und wieso ich nicht mit dem Taxi fahre. Und? Und? Ich beantworte seine FRagen, so weit ich kann, w\u00e4hrend mich die Dame am\u00fcsiert im R\u00fcckspiegel betrachtet.<br \/>\nIrgendwie missf\u00e4llt es ihm wohl, dass ich alle seine FRagen so schnell beantworte, auch wenn ich ein komisches english spreche, wie er m\u00fcrrisch anmerkt.<br \/>\nUnd fragt mich eine seiner Auffassung nach wohl extrem schwierige Frage. &#8220;Do you have a tv in your backpack?&#8221; Ich verkneife das Gel\u00e4chter und antworte ernsthaft: &#8220;No, I dont own a tv, so I have none with me&#8221;. &#8220;NO TV??? MUmmy, the lady has no tv!&#8221; Ich kann nicht mehr an mich halten und pruste los. Seine Mutter f\u00e4llt in das Lachen ein, dann kichert auch er los.<br \/>\nVergn\u00fcgt fahren wir in Baltimore ein, sie bringen mich noch zum F\u00e4hranleger, Dave winkt wie ein Wilder, bis das auto um die Ecke biegt.<br \/>\nNun bin ich also da. Gut!<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980040655\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8440\/7980040655_69cdd63b0f_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980049050\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8319\/7980049050_9ee6a4c552_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Wie ich an der timetable sehe, habe ich noch gute 2 Stunden Zeit, bis das Schiff \u00fcbersetzt, also gehe \u00c4pfel &amp; Milch einkaufen und mache dann ein gem\u00fctliches Picknick auf der Mauer beim Hafen. Dabei beobachte ich das eher beschauliche Leben um den kleinen Pier. Das Schiff nach CI l\u00e4uft ein, es ist recht klein. Es ist eine Personenf\u00e4hre, auf der auch vielerlei Waren bef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980043391\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8029\/7980043391_da3d5ccf43_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Ich habe gerade mein Essen beendet, als ein Auto kommt und neben allerlei S\u00e4cken jemanden ausl\u00e4dt. Ich staune nicht schlecht, als sich pl\u00f6tzlich H zu mir gesellt, er habe sich schon gedacht, dass ich auch nach CI wolle. \u00f6h ja.<br \/>\nIch springe auf, denn nun k\u00f6nnen wir zum Schiff. Erst werden all die Waren eingeladen, dann k\u00f6nnen wir \u00fcber eine schmale Rampe an Bord. Der Junge, der dem Schiffer hilft, verkauft uns Tickets und langsam man\u00f6vriert das Schiff aus dem Hafen. Als wir den Schutz der K\u00fcste von Baltimore und der vorgelagerten Insel Sherkin Island verlassen, frischt es enorm auf. H geht in die kleine Kabine, weil es doch recht feucht wird, aber ich genie\u00dfe jeden Augenblick an Deck. Es gibt wenig, was ich mehr liebe als an Deck eines Bootes irgendwohin unterwegs zu sein. Die Schiffsfahrt dauert irgendwas um 1 1\/2 Stunden, heute geht es wohl um einiges schneller. aber mir kann eine solche \u00dcberfahrt eh nie lang genug sein.<br \/>\nUnd dann sehe ich CI vor mir.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980048272\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8313\/7980048272_a615139e71_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Wir landen an, steigen aus und ich sehe mich in aller Ruhe erst einmal um. Es warten schon einige Leute am Pier, die auf Waren warten oder mit dem Schiff ans Festland fahren wollen. Es gibt Begr\u00fc\u00dfungen, S\u00e4cke mit Waren werden ausgeladen, Ziegelsteine auf Paletten verschn\u00fcrt, es ist wirklich beeindruckend, was dieses SChiff alles transportiert hat. Immerhin ist es die einzige Verbindung zum Festland. Vor allem im Winter ist bei Sturm die \u00dcberfahrt nicht m\u00f6glich und die Leute sind darauf angewiesen, dass sie gen\u00fcgend Vorr\u00e4te haben.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980047894\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8440\/7980047894_7e7f8ef8a3_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[b]und ich fand eine Insel[\/b]<\/p>\n<p>Es ist seltsam, hier habe ich Probleme weiter zu schreiben, aber weniger, weil mir die Erinnerungen fehlen, nein, weil es gar so viele sind. Und auch (zu?) viele Emotionen daran gekn\u00fcpft sind.<\/p>\n<p>Einige habe ich vor einiger Zeit in einem kurzen Bericht niedergeschrieben, siehe<\/p>\n<p>[B]link kommt noch[\/B]<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zum Jahr 1976<\/p>\n<p>Ich steige aus und wei\u00df, dass dies ein Ort ist, der jederzeit und f\u00fcr immer auf meiner inneren Landkarte verzeichnet sein wird. Ich gehe los und bemerke nicht einmal, ob H noch anwesend ist. Er folgt mir \u00fcberaus erstaunt (wie er sp\u00e4ter erz\u00e4hlt), als ich erst an jede m\u00f6gliche Stelle des kleinen\u00a0 Hafens, den dar\u00fcber trohnenden Friedhof mit seiner zerfallenen Kirche wandere, mich auf ein M\u00e4uerchen setze um hinaus zu schauen, wo die Wellen des Meeres in die Einfahrt str\u00f6men. Er kommt erst wieder in meine Gegenwart, als er mich fragt, ob ich nicht langsam zu JH gehen wolle.<\/p>\n<p>Die Jugendherberge? Ach so. Ja nat\u00fcrlich. aber ja, es ist sp\u00e4ter Nachmittag und ich muss zur Jugendherherge am South Harbour und um ein Bett f\u00fcr die Nacht bitten. Die F\u00e4hren landen am North Harbour, aber die Entfernung ist nicht sehr gro\u00df, auch wenn es jetzt erstmal ein St\u00fcck bergauf geht. Mit Riesenschritten eilt H voran, w\u00e4hrend ich ihm wesentlich langsamer folge. Diese Insel muss man in ihrer eigenen Geschwindigkeit erwandern und nicht sie erst\u00fcrmen. Die JH ist nicht sehr gro\u00df und es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Betten. Aber wir haben Gl\u00fcck und k\u00f6nnen sogar f\u00fcr zwei N\u00e4chte ein Bett ergattern. Normalerweise kann man nur 3 mal in der selben JH n\u00e4chtigen, danach muss man wieder fort, um anderen den Aufenthalt zu erm\u00f6glichen. F\u00fcr eine m\u00f6gliche dritte Nacht sind leider die Pl\u00e4tze schon vorbestellt.<\/p>\n<p>aber gut, ich bef\u00fcrchte eh schon, dass wenn ich nicht rechtzeitig fl\u00fcchte, ich die Insel nicht mehr verlassen kann.<br \/>\nIch packe meinen Rucksack aufs Zimmer und gehe zum warden, ob es hier einen shop gibt, wo man vielleicht noch etwas kaufen kann. Ja, sowas gibt es, es ist aber eine sehr kleine Verkaufsstelle im North Harbour, am Haus Nr (die Nummer hab ich nat\u00fcrlich vergessen) ist an einem Fenster an der Stra\u00dfe ein Schild SHOP, da soll ich einfach klopfen. Die Uhrzeit sei egal, solange es nicht mitten in der Nacht sei.<\/p>\n<p>H, der das Gespr\u00e4ch mitbekommen hat, sagt, dass er mich begleiten m\u00f6chte, weil er erstens selber was braucht und zweitens, wer wei\u00df, wo ich sonst noch landen w\u00fcrde. V\u00f6llig irritiert sehe ich ihn an, worauf er sp\u00f6ttisch bemerkt, ich sei ja wohl irgendwie v\u00f6llig desorientiert gewesen, als wir gelandet seien. Ach so, ich blicke gen Himmel und gehe einfach los.<br \/>\nLangsam nervt mich der Typ, er ist ja einerseits nett, aber ich passe nicht in sein Weltbild und er nimmt mir irgendwie den Platz zum Atmen.<\/p>\n<p>Aber ok, wir gehen dann gemeinsam und fast miteinander vers\u00f6hnt zum North Harbour und er l\u00e4uft zwar vorbei \ud83d\ude09 aber ich finde das eine beschriebene Fenster, ich bin gut darin, das nebens\u00e4chliche zu sehen \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Ich klopfe und nach einigen Minuten wird das Fenster ge\u00f6ffnet. &#8220;whot ya wan&#8221; &#8211; nuschelt uns jemand zu.<br \/>\n&#8220;ok, you have cheese?&#8221; ok, irgendwas wird r\u00fcbergereicht, sieht aus wie SChmelzk\u00e4se, aber is ok. &#8220;Bread?&#8221; yup, wird r\u00fcbergereicht. ok, das reicht f\u00fcr mich. Ich zahle.<br \/>\nH verlangt noch dies und jenes, dies haben sie, jenes nicht. Ich kann an der Stimme nicht das Geschlecht der Verkaufsperson erkennen und am\u00fcsiere mich k\u00f6stlich dar\u00fcber. H scheint peinlich be\u00fchrt. Warum eigentlich?<br \/>\nBeschwingt gehe ich zur\u00fcck und ernte seltsamerweise die Frage, warum ich so renne? Ich?? rennen? neverever. Und wenn doch, mir is gerade so.<\/p>\n<p>Ein P\u00e4rchen (schreibt man P\u00e4rchen jetzt mit zwei \u00e4\u00e4??)\u00a0 im Aufenthaltsraum &#8211; hier erinnere ich mich nicht an die K\u00fcche *g* erringt meine Aufmerksamkeit. Die Frau &#8211; sch\u00e4tzungsweise Anfang 40, der Mann oder besser Junge vielleicht knapp 20. Offensichtlich ein Liebespaar. Diese Konstellation finde ich spannend, H scheint wiederum peinlich ber\u00fchrt. Ich unterhalte mich lange und lebhaft mit den Zweien.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ehemalige Lehrerin (die deswegen den Job verloren hat) und ehemaliger Sch\u00fcler, der lt eigener Aussage viele Probleme hatte, aber nun &#8220;safe&#8221; ist. Was immer safe sein mag. Aber ganz eindeutig die postive Zueinandergewendetheit der Beiden. Wenn es beiden gut tut, was spricht dagegen, frage ich sp\u00e4ter H, der noch mit mir eine Runde um den Block machen m\u00f6chte. Ich entspreche dem, weil ich ja nett bin, wobei mich sp\u00e4ter frage, warum eigentlich?<br \/>\nEr findet das unmoralisch. W\u00fcrde er eine Konstellation &#8211; Lehrer\u00a0 Anfang 40, Sch\u00fclerin etwa 20 gleichfalls unmoralisch finden? Auf diese Frage antwortet er nicht.<\/p>\n<p>Ich gehe ins Bett, nachdem ich mich mit den Beiden zum Fr\u00fchst\u00fccken verabredet habe.<br \/>\nDer n\u00e4chste Morgen &#8211; ein sonniger &#8211; wir sitzen am Tisch und reden. das Paar und ich &#8211; haben uns quasi festgeredet. Sie werden diese Nacht nicht in der JH verbringen, die dritte Nacht ist vorbei, sie werden irgendwo drau\u00dfen schlafen &#8211; vermutlich am S\u00fc\u00dfwassersee &#8211; die Nacht darauf haben sie schon im hostel gebucht. Die Insel hat sie gepackt. Was ich sehr gut verstehen kann. ok, vielleicht sieht man sich. Am Abend soll im Pub ein craic sein.<br \/>\n[b]cu![\/b]<br \/>\nAls ich gerade loawandern will, erscheint H. Er habe schon gefr\u00fchst\u00fcckt und w\u00fcrde gern mit mir die Insel anschauen. Mit mir? Ernsthaft frage ich ihn, warum nur? Ich sei so nett. Und lebendig.<\/p>\n<p>hm &#8211; ganz viele Fragezeichen tun sich in mir auf. Aber ne, ich kann ihm nicht sagen, dass er mich auf eine mir nicht n\u00e4her bestimmbare Art nervt.<br \/>\nAber egal, all das kann mich nicht in meiner guten Laune behindern.<\/p>\n<p>Lets move<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>Ich nehme nur meine Wasserflasche, einen Apfel und die Kamera mit, h\u00e4nge mir die d\u00fcnne blaue Regenjacke geknotet um die H\u00fcften, w\u00e4hrend H sich mit einer kompletten Kameratasche und unterschiedlichen Objektiven abschleppt und auch noch einiges an Proviant und eine richtige Regenjacke mitnimmt. Es sieht zwar nicht nach Regen aus, aber das scheint seine Grundausstattung zu sein. Bei der recht geringen Gr\u00f6\u00dfe der Insel halte ich das alles f\u00fcr vernachl\u00e4ssigungswert, aber ich warte, bis er alles &#8220;gepackt&#8221; hat. Wir gehen erst in Richtung Leuchtturm, ich verspreche mir davon eine weite Sicht \u00fcber die Insel. Bei gutem Wetter kann man von verschiedenen Punkten aus den Fastnet Rock\u00a0 mit seinem Lighthouse sehen. Es ist noch leicht k\u00fchl, es verspricht aber ein sonniger Tag mit guter Fernsicht zu werden. Wir wandern kleine Pfade und kaum befahrene Str\u00e4\u00dfchen entlang (nur Einheimische d\u00fcrfen hier ein Auto haben, diese sind meist sehr klein, aufgrund des Salzgehaltes der Luft rostig und \u00fcberwiegend uralt). Es ist wundervoll au\u00dfer mal einem Trekker oder einem fernen Fischerboot keinerlei Motorenger\u00e4usche zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980048829\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8040\/7980048829_e669b222b2_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Als wir oben ankommen, habe ich das Gef\u00fchl noch nie in meinem Leben so frei geatmet zu haben. Ganz weit hinten am Horizont sieht man den Fastnet Rock, sehnlichst w\u00fcnsche ich mir, dort einmal hin zu fahren. Ich wei\u00df, dass er das Ziel eines sehr bekannten Segelrennen (Admiral\u00b4s Cup) ist. Ich stelle mir vor, da oben zu stehen und die vielen kleine Boote ankommen zu sehen. Damals wei\u00df ich (nat\u00fcrlich) noch nicht, dass es ein sehr tragisches Rennen geben wird (1979) mit Toten, gekenterten Booten, vielen Verletzten &#8211; kann mir \u00fcberhaupt nicht vorstellen, mit welcher Wucht ein Orkan in diesen doch recht geringen Meerestiefen w\u00fcten kann. Trotzdem wirkt dieser weiter Blick aufs Meer sehr beeindruckend, nicht bedrohlich, aber sehr respekt heischend.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980047103\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8436\/7980047103_5bee7ccba2_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Obwohl die Insel nicht gro\u00df ist, streife ich mehrere Stunden umher, manche Teilst\u00fccke gehen wir zusammen, dann trennen sich wieder unsere Wege. Nach dem ersten &#8220;ich geh schonmal vor&#8221; w\u00e4hrend einer Fotografierorgie von H, weil es mich einfach auf andere Wege zieht und die ganzen Objektivwechsel und Perspektivwechsel etc mir einfach zu langweilig sind und einem darob erstaunten Blick von ihm, stromere ich einfach durch die Gegend, wie es mir grad behagt.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980054139\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8296\/7980054139_e5e9f078b1_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980051881\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8449\/7980051881_bc1cec026e_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Am North Harbour treffen wir mal wieder mal zusammen und suchen den kleinen S\u00fc\u00dfwassersee, der auf dem sogenannten Oberland liegen soll, ich frage einen Bauern, der uns den Weg weist. Ein boreen f\u00fchrt zu ihm hin, er ist wirklich etwas besonderes: ein schilfumstandener See, mehrere Meter hoch \u00fcber dem Meer. Wenn man einige 20 Schritte weitergeht kommt man zu den Klippen, die steil zum Meer abfallen. Niemals w\u00fcrde ich vom Meer aus so hoch oben einen See vermuten.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980055272\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8319\/7980055272_0a25e97fd8_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Am See treffen wir auf das Paar, welches sich hier schon einen Platz f\u00fcr ihre Schlafs\u00e4cke ausgesucht hat. Sie bringt gerade einen kleinen Kocher in Gang, um Tee zu kochen und fragt mich, ob ich gern eine Tasse haben m\u00f6chte. Nat\u00fcrlich ja und ich setze mich zu ihr. Ihr Freund murmelt etwas freundliches, geht auf die Klippen zu, schwingt die Beine hin\u00fcber und klettert wie eine Bergziege hinunter. Mir stockt f\u00f6rmlich der Atem und H schaut beeindruckt und geht n\u00e4her zum Klippenrand. Die Frau lacht und erkl\u00e4rt mir, dass sie sich das auch nie zutrauen w\u00fcrde, aber er w\u00fcrde jeden Tag hinunter klettern und im Meer schwimmen.<br \/>\nIch bin wirklich und wahrhaftig beeindruckt.<\/p>\n<p>Sie holt zwei Becher aus ihrem Rucksack, gibt mir einen und sch\u00fcttet sich und mir Tee ein. Das tut unwahrscheinlich gut, den hei\u00dfen Tee zu schl\u00fcrfen und dabei abwechselnd auf den See und die Klippen zu schauen.<br \/>\nDer Kocher fasziniert mich und auch die Vorstellung so etwas dabei zu haben, um sich irgendwo da drau\u00dfen Wasser f\u00fcr Tee etc zu kochen. Damals war das ja alles noch viel ungew\u00f6hnlicher und f\u00fcr mich, da ich ja seit meinem 6. Lebensjahr Stadtkind bin, vollkommen neu und spannend.<br \/>\nDa es nach dem Stand der Sonne bereits sp\u00e4ter ist (meine Uhr liegt wie \u00fcblich irgendwo herum, vermutlich auf meinem Bett), verabschiede ich mich nun mit Dank f\u00fcr den Tee. &#8220;Vielleicht sehen wir uns ja noch sp\u00e4ter&#8221;.<br \/>\nja, das w\u00e4re sch\u00f6n.<br \/>\nIm hostel zur\u00fcck, verschwinde ich erstmal im Zimmer und lege mich aufs Bett. Ich wei\u00df das noch genau, es ging mir so viel im Kopf herum &#8230;. und ich merke gar nicht \ud83d\ude09 , dass ich einschlafe.<br \/>\nErst als andere aus dem 6-Bett-Zimmer hereinkommen, werde ich wieder munter, dusche, besehe im Spiegel meinen fetten Sonnenbrand und gehe danach hinunter in die K\u00fcche. Als ich wieder mein Brot mit K\u00e4se m\u00fcmmele, werde ich von H gefragt: &#8220;Isst du nie etwas anderes als Brot und K\u00e4se?&#8221; Huch? &#8220;Doch sicherlich, aber Geld is grad knapp, die Banken streiken, nech?&#8221; Was manche Leute sich f\u00fcr einen Kopp machen, ich werd das nie begreifen.<\/p>\n<p>Aber los nun, von der JH gehen etliche nun los zum Pub, der ist auf der anderen Seite der Bucht, fast schon am North Harbour. Laut schwatzend und lachend gehen wir los, d.h. eigentlich schwatzen mehr die anderen, in Gruppen bin ich eher ruhig.<br \/>\nDer Pub ist sehr voll, ich h\u00e4tte nie gedacht, dass SO viele Leute \u00fcberhaupt auf der Insel leben w\u00fcrden. Wir besorgen uns nen pint of Guiness oder ein cider und dann geht es auch schon los. Direkt an der Bar sitzen ein paar (aus meiner Sicht) eher alte M\u00e4nner, einer hat eine fiddle, der andere sowas wie ein Brett mit Saiten (sowas hab ich noch nie gesehen), w\u00e4hrend der dritte singt. Und wie der singt! Im Nu ist eine solche Stimmung, das h\u00e4tte ich nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten. Sie singen, spielen mehrere songs und fordern dann auf, dass jeder singen, spielen k\u00f6nne, der dazu Lust und Freude habe. Eine Frau und ein Mann gehen nach vorne, singen ein Lied, und der fiddle-spieler macht mit und spielt dazu. gut, wirklich, aber nicht ganz so gut wie die anderen vorher. In der entstehenden Pause gehen mehrere zur Bar und holen sich neue Getr\u00e4nke. Die Luft ist zum Schneiden dick, die T\u00fcr wird ge\u00f6ffnet und k\u00f6stliche Nachtluft str\u00f6mt herein. Dadurch, dass sich einige Bier und Cider holen, mischt sich das ganze etwas und ich stehe nun neben einem recht alten Mann mit alten Hosen, dickem Pullover und hohen Gummistiefeln. Der zwinkert mir zu, h\u00fcbsche M\u00e4dels w\u00e4ren heute ja hier. Und wo ich denn her k\u00e4me und vor allem, wie es mir auf der Insel gefalle. Na, da f\u00e4llt die Antwort wirklich nicht schwer, obwohl ich noch nicht lange hier w\u00e4re, w\u00fcrde ich Cape Clear schon lieben. Er lacht und sagt: jaja, wenn ich nicht so alt w\u00e4re&#8230;. w\u00fcrd ich dir Cape Clear schon zeigen, girl. Er erscheint mit mit Sicherheit etliche 70 vorbei, hat aber ein \u00fcberaus tolles L\u00e4cheln und ich denk bei mir: boah, ne, der jetzt 45 Jahre j\u00fcnger, des w\u00e4rs.<br \/>\nH kommt herbei mit einem half pint, den will er mir ausgeben, meint er. Na gut &#8211; denn mal danke.<br \/>\nEin recht d\u00fcrrer Typ geht nach vorne, er h\u00e4lt eine tin-whistle in der Hand, der Alte be\u00e4ugt ihn misstrauisch und vertraut mir an: he is a Dubliner! Seine Blicke sprechen B\u00e4nde.<br \/>\nUnd dann beginnt der D\u00fcrre an zu spielen. Und ich w\u00fcnsche mich von Sekunde zu Sekunde weiter fort, das ist so kl\u00e4glich falsch, selbst f\u00fcr meine absolut nicht w\u00e4hlerischen Ohren, das tut echt weh. In einer deutschen Kneipe oder Kleinb\u00fchne w\u00e4re der mit Sicherheit ausgpfiffen worden, aber erstmals erlebe ich die wirklich gro\u00dfe H\u00f6flichkeit der Iren. Wie kann man ihm jetzt sagen, dass es absolut katastrophal ist, wie er spielt? Die Leute beginnen sich wesentlich leiser zu unterhalten als vorher in den anderen Pausen. Als der D\u00fcrre sich verneigt und dann nochmal die whistle an die Lippen hebt, meine ich neben mir ein entsetztes St\u00f6hnen zu h\u00f6ren. Der alte Farmer fl\u00fcstert neben mir und entschuldigt sich zutiefst f\u00fcr dieses furchtbare Spiel, so etwas Schlimmes hat er sein Lebtag noch nicht geh\u00f6rt und das seien mehr als 70 Jahre, dass er auf dieser sch\u00f6nen Erde lebe. Obwohl ich nur jedes zweite Wort wirklich verstehe, weil er so zornig ist, ist durch seine Mimik sein Entsetzen direkt greifbar.<br \/>\nAls der Dubliner stoppt, ruft der Wirt laut: last order!!! Einige gehen, auch der D\u00fcrre, aber uns Leute von der JH h\u00e4lt der Farmer mit einer Handbewegung zur\u00fcck. &#8220;Last order is a joke, we have no police here, who should stop us drinking and singing?&#8221;<br \/>\nEs ist immer noch voll, aber doch schon sp\u00fcrbar leerer. Der Wirt holt eine andere tin-whistle von irgendwo her und winkt in unsere Richtung. Mich kann der doch wohl nicht meinen, ich blicke mich um. Der Alte lacht und geht zur Bar. Und spielt.<br \/>\nSteht da vorn in seinen Arbeitsklamotten und dreckigen Gummistiefeln und spielt. Der fiddle-Spieler gesellt sich zu ihm, sie spielen offensichtlich bekannte Lieder, weil mehrere der Einheimischen laut mitsingen oder auf den wenigen Tischen mitklopfen oder Tanzschritte machen. Auch wir von der JH machen weitgehend mit, es ist einfach nur klasse, klasse, klasse.<\/p>\n<p>Weit nach Mitternacht, nachdem die Music stoppt, leert sich der Pub immer mehr und auch ich beschlie\u00dfe zu gehen. Ich bringe mein Glas zur\u00fcck an die Bar, Mr tin-whistler l\u00e4chelt mir breit zu: &#8220;Was that a craic???&#8221; Aus vollem Herzen antworte ich: &#8220;YESSSS!!!! &#8221;<br \/>\nEr lacht und sagt etwas auf g\u00e4lisch, was \u00fcberaus freundlich klingt.<br \/>\n3-4 von der JH sind schon vorgegangen, einige noch da. Ich gehe hinaus in die klare Nacht, ich k\u00f6nnte tanzen und singen. Es ist zwar sehr dunkel, aber ich erkenne m\u00fchelos den Weg.<\/p>\n<p>Ich bin nur wenige Meter gegangen, als hinter mir jemand ruft. H ist scheinbar auch noch geblieben, irgendwie scheine ich ihn immer zu vergessen bzw nicht zu bemerken. ich warte also, damit wir zusammen gehen k\u00f6nnen. Er fragt, ob es mir nicht zu dunkel sei, bevor ich etwas sagen kann, fasst er nach meiner Hand. Oh. Irgendwie ist die Situation angespannt und ich h\u00f6re, wie er heftig neben mir atmet. Was nun? Aber in mir ist so viel Lachen heute Nacht, dass ich etwas davon weitergeben muss. Ich k\u00fcsse ihn recht lange, aber bevor er sich vielleicht etwas darauf einbildet, l\u00f6se ich mich von ihm und gehe einfach weiter.<br \/>\nDer Warden hat f\u00fcr uns die T\u00fcre offen gelassen, sodass wir problemlos ins Haus k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter am n\u00e4chsten Morgen schreibe ich in mein Tagebuch und einiges sp\u00e4ter, was ich da schrieb auch ins Album zu meinen Fotos:<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980054846\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8034\/7980054846_a600da91f3_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980054514\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8445\/7980054514_87db17f57a_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980052617\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8299\/7980052617_86981395f6_z.jpg[\/img][\/url]<img decoding=\"async\" src=\"..\/..\/travel\/board\/img.php?url=http:\/\/img215.imageshack.us\/img215\/6906\/cleari8.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<div>\n<p><a href=\"http:\/\/imageshack.us\/photo\/my-images\/833\/cleari9.jpg\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"..\/..\/travel\/board\/img.php?url=http:\/\/img833.imageshack.us\/img833\/5938\/cleari9.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/imageshack.us\/photo\/my-images\/808\/cleari11.jpg\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"..\/..\/travel\/board\/img.php?url=http:\/\/img808.imageshack.us\/img808\/1282\/cleari11.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><br \/>\n<!--nextpage--><\/p>\n<p><strong>The leaving &#8211;<\/strong><\/p>\n<p>[b]The leaving -[\/b]<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen bekomme ich vom warden die Aufgabe, die K\u00fcche zu putzen, was ich nach dem FR\u00fchst\u00fcck dann auch schnell mache, bevor ich mich von den anderen verabschiede, meinen Rucksack schultere und langsam zum NorthHarbour gehe.<br \/>\nDas Schiff wird mich heute wieder zum Festland bringen. Meine Stimmung ist eine ganz seltsame, einerseits kann ich nicht schnell genug fortkommen, andererseits habe ich bereits jetzt Sehnsucht nach der Insel. Nach meiner Insel, das wird mir klar, als ich auf dem B\u00e4nkchen vor dem Friedhof sitze.<br \/>\nMit Riesenschritten kommt H angeeilt, wieso ich denn fortgelaufen w\u00e4re. Wir n\u00e4hmen doch eh die gleiche F\u00e4hre.<br \/>\nIch antworte darauf nicht. Was k\u00f6nnte ich schon sagen, au\u00dfer dass ich mich allein von Cape Clear verabschieden will.<br \/>\nDa er mich fragend und auch leicht verletzt anschaut, versuche ich es zu erkl\u00e4ren.<br \/>\n&#8220;Du verabschiedest dich von einer Insel?&#8221; Er guckt erst fassungslos, dann verdreht er die Augen. Am liebsten w\u00fcrde ich ihn irgendwo in der Bucht versenken, aber das w\u00e4re echt zu viel Aufwand.<br \/>\n&#8220;Du gestattest, ich gehe noch ein paar Schritte allein&#8230;&#8221; Ich springe auf, w\u00fcrdige ihn keines Blickes und gehe schnellen Schrittes das Hafenbecken entlang bis zum \u00e4u\u00dfersten Zipfel und sehe den kreischenden und wilde Flugman\u00f6ver ausf\u00fchrenden M\u00f6wen zu. Der Wind weht mit Macht und ich stelle mir vor, dass er zum Sturm wird und ich hier bleiben kann, so lange ich es will.<br \/>\nDoch da sehe ich das Schiff herannahen, bald schon muss ich fort. Als es an mir vor\u00fcberf\u00e4hrt, drehe ich mich um und beobachte, wie es anlegt. Inzwischen sind eine Menge Leute gekommen, etwas \u00fcber 20 werden es wohl sein, auch einige von der JH sind dabei. Widerwillig gehe ich zum Anlegesteg und fast als letzte \u00fcber die wacklige Holzplanke an Bord.<br \/>\nAls wir die Bucht verlassen, brist es sehr auf und ich bin nahezu allein auf dem Vorschiff. Nur zwei \u00e4ltere M\u00e4nner stehen dort und schauen zur\u00fcck zur Insel. Als es zu regnen beginnt, gehen sie hinein, der eine stoppt bei mir: &#8220;saw you at the Craic, girl.\u00a0 Dont be sad, you will come back&#8221;<br \/>\nUnd ich stehe dort im Regen und bin gl\u00fccklich.<br \/>\nAls mir doch langsam die N\u00e4sse bewusst wird, ziehe ich meine Regenjacke \u00fcber. Eigentlich bringt das nix mehr, aber es ist mir so egal. Wer nass wird, wird auch wieder trocken.<\/p>\n<p>Ich steige bewusst unter den letzten aus und ja, richtig spekuliert, H eilt die Stra\u00dfe hoch, damit er den ersten guten Lift bekommt. Ich lasse mir Zeit, schaue mir das St\u00e4dtchen genauer an und stelle mich, inzwischen fast wieder getrocknet an die Stra\u00dfe. Weiter in Richtung S\u00fcden will ich, mal schauen, wohin es mich heute verschl\u00e4gt. Ich habe drei, vier Lifts, an die ich mich aber nur noch vage erinnere, der letzte bringt mich dann nach Bantry. \u00dcber Bantry steht sehr viel in meinem Reisef\u00fchrer, aber das ist mir eigentlich alles zu viel und ich beschlie\u00dfe so bald als m\u00f6glich weiter zu trampen.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sternenstaubige\/7980043103\/][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8300\/7980043103_5b423251ce_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Ich wandere an der sch\u00f6nen Baistra\u00dfe aus Bantry hinaus, vielleicht gehe ich ja einfach so weiter. Da das hier eine Nationalstra\u00dfe ist, ist es etwas lauter und befahrener und ich \u00fcberlege, ob ich mich einfach so nach links halte und nicht der gro\u00dfen Stra\u00dfe nach Glengarrif, Kenmare folge. Da h\u00e4lt neben mir ein Auto an, welches sehr neu aussieht. Und der Typ, etwa Anfang 40 quatscht mich auf Deutsch an. Jaja, man s\u00e4he, dass ich Deutsche sei, wer l\u00e4uft hier sonst schon als M\u00e4del mit einem Rucksack herum. Haha. Ob er mich ein St\u00fcck mitnehmen solle. Nuja, warum nicht. Ich steige ein. Er komme gerade vom Golfplatz, fahre nun nach Glengarrif ins Restaurant und dann f\u00fchre er zur\u00fcck zu einem kleinen Kaff, wo er sich ein Bungalow gemietet h\u00e4tte. Mit dem Mietwagen sei er nach dem Flug von Dublin hierhin gefahren. Das n\u00e4chste Mal w\u00fcrde er sich aber etwas suchen, wo mehr los sei. Und bei allem erz\u00e4hlt er , was er wof\u00fcr bezahlt hat und das zwar alles spottbillig ist, aber f\u00fcr mehr Geld bek\u00e4me man vermutlich eine bessere Leistung. Nachdem er mich einige Zeit zugetextet hat, fragt er, woher denn ich komme. Ich erz\u00e4hle ihm ein bisserl von mir. Das ist sozusagen die Gegenleistung f\u00fcrs Mitnhmen, den Fahrer zu unterhalten. Das ist immer so, st\u00f6rt mich nicht, im Gegenteil, aber der Typ is mir doch ein wenig suspekt. Was interessiert es mich, was er f\u00fcr seine H\u00fctte bezahlt hat und dass der Bankstreik ihm \u00fcberhaupt nichts ausmache, weil er mehr als genug Geld dabei habe. Achja, der Bankstreik solle in zwei Tagen enden.<br \/>\nOb ich denn noch genug Geld habe. \u00d6h ja, es reicht. Und ich begehe den Fehler zu\u00a0 antworten, dass ich tats\u00e4chlich noch 10 Pfund h\u00e4tte und das bis Killarney doch dicke reichen w\u00fcrde. Inzwischen sind wir in Glengarrif angekommen, stehen vor dem Hotel, wo er essen will. Er redet auf mich ein, dies w\u00e4re doch viel zu wenig, das ginge doch gar nicht. Er lade mich zum Essen ein, ich k\u00f6nne bei ihm \u00fcbernachten und bleiben, bis der Bankstreik vorbei sei. Ob das nicht ein gutes Angebot w\u00e4re? Und streicht mir dabei leicht \u00fcbers Bein. Ob er meint, das wirke anturnend?<br \/>\n&#8220;Mist&#8221; denke ich genervt, wie komme ich da nun wieder heraus. Ich steige aus, nehme meinen Rucksack vom R\u00fccksitz und bedanke mich, dies w\u00e4re ja wirklich ein sehrsehr nettes Angebot, aber ich h\u00e4tte noch mehr als genug K\u00e4se&amp;Brot&amp;Tee und die JH koste nun wirklich nicht die Welt. Au\u00dferdem w\u00fcrde ich aus Prinzip nicht mit unbekannten M\u00e4nnern irgendwohin gehen&#8230; *Zwinker, Augenaufschlag*<br \/>\nUnd weg. Richtig b\u00f6se schaut er hinter mir her, aber das is mir nun wirklich egal. Wie bl\u00f6d k\u00f6nnen Kerle nur sein? Mindestens 30 kg \u00dcbergewicht, viel zu alt, kann seine Griffel nicht bei sich behalten und das soll jetzt auf wen anziehend wirken?<\/p>\n<p>nuja &#8211; egal, ich g\u00f6nne mir ein Eis am kleinen Lebensmittelladen und wandere vergn\u00fcgt ans Ortsausgangsschild. Es ist irgendwas am sp\u00e4ten Nachmittag, ob ich es noch nach Bonane schaffe, wo eine JH liegt?<br \/>\nIch wandere immer wieder ein bisschen durch die h\u00fcgelige Landschaft, bleibe dann mal wieder stehen, gehe weiter. Immer dann, wenn ich grad gehe, kommen Autos vorbei. Dann an einer Stra\u00dfeneinm\u00fcndung habe ich keine Lust mehr und warte etwas l\u00e4nger. Das dritte Auto stoppt, ein Ehepaar mit 3 Kindern stopft mich irgendwie noch ins Auto und f\u00e4hrt mich direkt bis zur JH. Ich bedanke mich und winke hinterher. Es ist nahezu Abendbrotzeit, der warden weist mir ein Bett zu, erkl\u00e4rt aber bedauernd, dass die Wasserleitung seit ein paar Tagen defekt sei. Aber man hole das Wasser immer aus den Fluss. Gleich geht er mit einigen Leuten los, um wieder welches zu holen, wenn ich mitwolle, solle ich mich beeilen.<br \/>\nKlar doch, ich werfe meinen Rucksack aufs Bett, nehme meine Wasserflasche und eile zur\u00fcck. Inzwischen stehen etwa 10 Leute parat mit allerlei Gef\u00e4\u00dfen bewaffnet, auch ich bekomme noch eine gro\u00dfe Henkelkanne.<br \/>\nDer Weg dauert etwa 15 Minuten \u00fcber einen schmalen Weg und Wiesen. Wir stehen am Fluss, der eher ein Fl\u00fcsschen ist und versuchen auf Steinen balancierend unsere diversen Gef\u00e4\u00dfe zu bef\u00fcllen. Zwei Jungen fallen dabei ins Wasser, mit viel Gel\u00e4chter helfen wir ihnen wieder heraus. Bei der Rettungsaktion sind wir alle auf seltsame Art und Weise nass geworden, da es aber immer noch sehr hei\u00df ist, st\u00f6rt das niemanden.<br \/>\nAlso los, alles zur\u00fcck geschleppt, wobei wir mehrmals stehen bleiben, es ist doch ungewohnt eine gro\u00dfe Kanne oder mit jemand anderem eine riesige Blechwanne zu tragen.Wir tragen das alles in die K\u00fcche, damit sich jeder nehmen kann, was er braucht. Zu meinem Erstaunen sehe ich H an einem der Tische sitzen und wie immer ein oppulentes Mahl verzehren. Meine vielleicht etwas unfreundliche Frage, woher er denn das Wasser habe, (mehr fiel mir im Moment nicht ein) kontert er, man habe ihm schon in Glengarrif erz\u00e4hlt, dass es kein Wasser g\u00e4be und so habe er sich 3 Flaschen mitgebracht, Flusswasser w\u00fcrde er allenfalls zum Waschen nehmen.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen kleinen Moment scheint das Wunder, dass es hier einen Fluss gibt, dessen Wasser man trinken kann zu verblassen, aber dann sage ich nur, er habe einen echten Spa\u00df vers\u00e4umt. Ich habe mir gerade Wasser gekocht, als die beiden Dubliner M\u00e4dchen, die ich zuletzt in Kinsale gesehen habe, hereinkommen. Gerade seien sie erst angekommen, ob ich ihnen zeigen w\u00fcrde, wo der Fluss denn sei. Da sie recht m\u00fcde aussehen, gebe ich ihnen etwas von meinem Wasseranteil ab. F\u00fcrs Fr\u00fchst\u00fcck k\u00f6nnen wir ja wieder neues holen.<br \/>\nH geht mit einem deutschen P\u00e4rchen, die er wohl unterwegs getroffen hat in den Ort zum Pub, der etwa 2 Meilen entfernt ist und fragt, ob ich mitkommen wolle.<br \/>\nNe, will ich nicht. F\u00fcr son Kram gebe ich doch kein Geld aus, au\u00dferdem habe ich absolut keine Lust mir Vortr\u00e4ge \u00fcber eventuell verkeimtes Wasser anzuh\u00f6ren, womit er die beiden Deutschen am Nachbartisch so nett w\u00e4hrend des Abendbrotes unterhalten hat.<br \/>\nAls ich dann in meinem Bett liege und an den Fluss denke, dessen Wasser man wundervollerweise trinken kann, entschlie\u00dfe ich, noch eine weitere Nacht hier zu bleiben. Auch wenn ich meine Insel verlassen musste, habe ich diesen Fluss gefunden.<br \/>\nVielleicht wandere ich ein wenig in den Bergen herum oder oder. ..<br \/>\nVielleicht hole ich mir auch Extrawasser zum Waschen von etwas W\u00e4sche. Ich wasche immer mal wieder einen Slip oder ein Tshirt aus, aber vielleicht sollte ich doch mal alle drei Thirts und alles, was riecht waschen, ich habe ja noch eine Art Hemdchen, was ich tags\u00fcber tragen kann, bis das alles trocken ist. W\u00e4hrend des Pl\u00e4nemachen schlafe ich ein.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich steige bewusst unter den letzten aus und ja, richtig spekuliert, H eilt die Stra\u00dfe hoch, damit er den ersten guten Lift bekommt. Ich lasse mir Zeit, schaue mir das St\u00e4dtchen genauer an und stelle mich, inzwischen fast wieder getrocknet an die Stra\u00dfe. Weiter in Richtung S\u00fcden will ich, mal schauen, wohin es mich heute verschl\u00e4gt. Ich habe drei, vier Lifts, an die ich mich aber nur noch vage erinnere, der letzte bringt mich dann nach Bantry. \u00dcber Bantry steht sehr viel in meinem Reisef\u00fchrer, aber das ist mir eigentlich alles zu viel und ich beschlie\u00dfe so bald als m\u00f6glich weiter zu trampen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wandere an der sch\u00f6nen Baistra\u00dfe aus Bantry hinaus, vielleicht gehe ich ja einfach so weiter. Da das hier eine Nationalstra\u00dfe ist, ist es etwas lauter und befahrener und ich \u00fcberlege, ob ich mich einfach so nach links halte und nicht der gro\u00dfen Stra\u00dfe nach Glengarrif, Kenmare folge. Da h\u00e4lt neben mir ein Auto an, welches sehr neu aussieht. Und der Typ, etwa Anfang 40 quatscht mich auf Deutsch an. Jaja, man s\u00e4he, dass ich Deutsche sei, wer l\u00e4uft hier sonst schon als M\u00e4del mit einem Rucksack herum. Haha. Ob er mich ein St\u00fcck mitnehmen solle. Nuja, warum nicht. Ich steige ein. Er komme gerade vom Golfplatz, fahre nun nach Glengarrif ins Restaurant und dann f\u00fchre er zur\u00fcck zu einem kleinen Kaff, wo er sich ein Bungalow gemietet h\u00e4tte. Mit dem Mietwagen sei er nach dem Flug von Dublin hierhin gefahren. Das n\u00e4chste Mal w\u00fcrde er sich aber etwas suchen, wo mehr los sei. Und bei allem erz\u00e4hlt er , was er wof\u00fcr bezahlt hat und das zwar alles spottbillig ist, aber f\u00fcr mehr Geld bek\u00e4me man vermutlich eine bessere Leistung. Nachdem er mich einige Zeit zugetextet hat, fragt er, woher denn ich komme. Ich erz\u00e4hle ihm ein bisserl von mir. Das ist sozusagen die Gegenleistung f\u00fcrs Mitnhmen, den Fahrer zu unterhalten. Das ist immer so, st\u00f6rt mich nicht, im Gegenteil, aber der Typ is mir doch ein wenig suspekt. Was interessiert es mich, was er f\u00fcr seine H\u00fctte bezahlt hat und dass der Bankstreik ihm \u00fcberhaupt nichts ausmache, weil er mehr als genug Geld dabei habe. Achja, der Bankstreik solle in zwei Tagen enden.<br \/>\nOb ich denn noch genug Geld habe. \u00d6h ja, es reicht. Und ich begehe den Fehler zu\u00a0 antworten, dass ich tats\u00e4chlich noch 10 Pfund h\u00e4tte und das bis Killarney doch dicke reichen w\u00fcrde. Inzwischen sind wir in Glengarrif angekommen, stehen vor dem Hotel, wo er essen will. Er redet auf mich ein, dies w\u00e4re doch viel zu wenig, das ginge doch gar nicht. Er lade mich zum Essen ein, ich k\u00f6nne bei ihm \u00fcbernachten und bleiben, bis der Bankstreik vorbei sei. Ob das nicht ein gutes Angebot w\u00e4re? Und streicht mir dabei leicht \u00fcbers Bein. Ob er meint, das wirke anturnend?<br \/>\n&#8220;Mist&#8221; denke ich genervt, wie komme ich da nun wieder heraus. Ich steige aus, nehme meinen Rucksack vom R\u00fccksitz und bedanke mich, dies w\u00e4re ja wirklich ein sehrsehr nettes Angebot, aber ich h\u00e4tte noch mehr als genug K\u00e4se&amp;Brot&amp;Tee und die JH koste nun wirklich nicht die Welt. Au\u00dferdem w\u00fcrde ich aus Prinzip nicht mit unbekannten M\u00e4nnern irgendwohin gehen&#8230; *Zwinker, Augenaufschlag* Und weg. Richtig b\u00f6se schaut er hinter mir her, aber das is mir nun wirklich egal. Wie bl\u00f6d k\u00f6nnen Kerle nur sein? Mindestens 30 kg \u00dcbergewicht, viel zu alt, kann seine Griffel nicht bei sich behalten und das soll jetzt auf wen anziehend wirken?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">nuja &#8211; egal, ich g\u00f6nne mir ein Eis am kleinen Lebensmittelladen und wandere vergn\u00fcgt ans Ortsausgangsschild. Es ist irgendwas am sp\u00e4ten Nachmittag, ob ich es noch nach Bonane schaffe, wo eine JH liegt?<br \/>\nIch wandere immer wieder ein bisschen durch die h\u00fcgelige Landschaft, bleibe dann mal wieder stehen, gehe weiter. Immer dann, wenn ich grad gehe, kommen Autos vorbei. Dann an einer Stra\u00dfeneinm\u00fcndung habe ich keine Lust mehr und warte etwas l\u00e4nger. Das dritte Auto stoppt, ein Ehepaar mit 3 Kindern stopft mich irgendwie noch ins Auto und f\u00e4hrt mich direkt bis zur JH. Ich bedanke mich und winke hinterher. Es ist nahezu Abendbrotzeit, der warden weist mir ein Bett zu, erkl\u00e4rt aber bedauernd, dass die Wasserleitung seit ein paar Tagen defekt sei. Aber man hole das Wasser immer aus den Fluss. Gleich geht er mit einigen Leuten los, um wieder welches zu holen, wenn ich mitwolle, solle ich mich beeilen.<br \/>\nKlar doch, ich werfe meinen Rucksack aufs Bett, nehme meine Wasserflasche und eile zur\u00fcck. Inzwischen stehen etwa 10 Leute parat mit allerlei Gef\u00e4\u00dfen bewaffnet, auch ich bekomme noch eine gro\u00dfe Henkelkanne.<br \/>\nDer Weg dauert etwa 15 Minuten \u00fcber einen schmalen Weg und Wiesen. Wir stehen am Fluss, der eher ein Fl\u00fcsschen ist und versuchen auf Steinen balancierend unsere diversen Gef\u00e4\u00dfe zu bef\u00fcllen. Zwei Jungen fallen dabei ins Wasser, mit viel Gel\u00e4chter helfen wir ihnen wieder heraus. Bei der Rettungsaktion sind wir alle auf seltsame Art und Weise nass geworden, da es aber immer noch sehr hei\u00df ist, st\u00f6rt das niemanden.<br \/>\nAlso los, alles zur\u00fcck geschleppt, wobei wir mehrmals stehen bleiben, es ist doch ungewohnt eine gro\u00dfe Kanne oder mit jemand anderem eine riesige Blechwanne zu tragen.Wir tragen das alles in die K\u00fcche, damit sich jeder nehmen kann, was er braucht. Zu meinem Erstaunen sehe ich H an einem der Tische sitzen und wie immer ein oppulentes Mahl verzehren. Meine vielleicht etwas unfreundliche Frage, woher er denn das Wasser habe, (mehr fiel mir im Moment nicht ein) kontert er, man habe ihm schon in Glengarrif erz\u00e4hlt, dass es kein Wasser g\u00e4be und so habe er sich 3 Flaschen mitgebracht, Flusswasser w\u00fcrde er allenfalls zum Waschen nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr einen kleinen Moment scheint das Wunder, dass es hier einen Fluss gibt, dessen Wasser man trinken kann zu verblassen, aber dann sage ich nur, er habe einen echten Spa\u00df vers\u00e4umt. Ich habe mir gerade Wasser gekocht, als die beiden Dubliner M\u00e4dchen, die ich zuletzt in Kinsale gesehen habe, hereinkommen. Gerade seien sie erst angekommen, ob ich ihnen zeigen w\u00fcrde, wo der Fluss denn sei. Da sie recht m\u00fcde aussehen, gebe ich ihnen etwas von meinem Wasseranteil ab. F\u00fcrs Fr\u00fchst\u00fcck k\u00f6nnen wir ja wieder neues holen.<br \/>\nH geht mit einem deutschen P\u00e4rchen, die er wohl unterwegs getroffen hat in den Ort zum Pub, der etwa 2 Meilen entfernt ist und fragt, ob ich mitkommen wolle.<br \/>\nNe, will ich nicht. F\u00fcr son Kram gebe ich doch kein Geld aus, au\u00dferdem habe ich absolut keine Lust mir Vortr\u00e4ge \u00fcber eventuell verkeimtes Wasser anzuh\u00f6ren, womit er die beiden Deutschen am Nachbartisch so nett w\u00e4hrend des Abendbrotes unterhalten hat.<br \/>\nAls ich dann in meinem Bett liege und an den Fluss denke, dessen Wasser man wundervollerweise trinken kann, entschlie\u00dfe ich, noch eine weitere Nacht hier zu bleiben. Auch wenn ich meine Insel verlassen musste, habe ich diesen Fluss gefunden.<br \/>\nVielleicht wandere ich ein wenig in den Bergen herum oder oder. ..<br \/>\nVielleicht hole ich mir auch Extrawasser zum Waschen von etwas W\u00e4sche. Ich wasche immer mal wieder einen Slip oder ein Tshirt aus, aber vielleicht sollte ich doch mal alle drei Thirts und alles, was riecht waschen, ich habe ja noch eine Art Hemdchen, was ich tags\u00fcber tragen kann, bis das alles trocken ist. W\u00e4hrend des Pl\u00e4nemachen schlafe ich ein.<\/p>\n<p>[b]fietsen is moi[\/b]<\/p>\n<p>Fr\u00fch wache ich auf, wasche mich ntowd\u00fcrftig mit etwas Restwasser und mit 3-4 anderen mache ich mich auf den Weg, neues Wasser zu holen. Die Dublinerinnen sind dabei und noch zwei andere M\u00e4dchen. Der Himmel ist wolkenlos und es verhei\u00dft wieder ein hei\u00dfer Tag zu werden.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaPb9][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8452\/7980044384_dec109982a_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Als wir gem\u00fctlich Tee trinkend in der K\u00fcche sitzen, kommen auch langsam die anderen, einige wollen bereits heute wieder weiterziehen, z.B. das eine deutsche Paar, wie ich jetzt erfahre sind sie mit R\u00e4dern unterwegs und wollen heute noch nach Killarney. Wir unterhalten uns \u00fcber ihre Tour, H kommt hinzu und fragt, ob ich Lust h\u00e4tte zu radeln. Das w\u00fcrde ihm mehr liegen als das Wandern.<br \/>\nRadeln? oh ja, ich liebe es mit dem Rad unterwegs zu sein, aber wo bekommt man welche hier in der Ein\u00f6de.<br \/>\nAlso R\u00e4der bek\u00e4me man in Glengarriff &#8211; H wird sogar richtig munter, als er das erz\u00e4hlt und als ich ihn kritisch frage, wie er es hier mit Flusswasser aushalten w\u00fcrde, lacht er sogar. hm<br \/>\nAlso ok, heute wird geradelt.<br \/>\nAber erst hole ich noch einmal Wasser und wasche meine paar Sachen. Das ruft gleich wieder einen kritischen Kommentar von H hervor, er habe 10 ! Hemden und gen\u00fcgend W\u00e4sche f\u00fcr etwa 10 Tage dabei und vermutlich in Killarney w\u00fcrde er das alles in einem Waschsalaon waschen.\u00a0 Wieso ich denn waschen m\u00fcsse? Vermutlich sei mein Rucksack zu klein.\u00f6rks. 10 Hemden???? Kein Wunder, dass der Junge einen kolossal riesigen Rucksack mit au\u00dfengestellt tr\u00e4gt, da w\u00fcrde m\u00fchelos auch ein TV hinein passen. Was f\u00fcr ein sChwachfug, denke ich mir, bin aber zu h\u00f6flich, es zu sagen. Und ab heute nenne ich ihn innerlich nur noch &#8220;den Jungen&#8221;. Hallo, wir leben hier im abenteuer und er nimmt 10 Hemden mit! Was f\u00fcr ein wunder, dass er nicht 40 kg auf dem Buckel tr\u00e4gt &#8211; nu ja &#8211; er tr\u00e4gt das ja nur kurzzeitig &#8211; kein wunder, dass er nicht wandern mag.<br \/>\nIch ziehe mein Hemdchen an, heute w\u00fcrde man dazu wohl Top sagen, wasche alles durch und lege es aufs Fensterbrett.<br \/>\nUnd bin bereit f\u00fcr jedes abenteuer.<br \/>\nEin netter \u00e4lterer Herr aus NY nimmt uns mit und setzt uns genau in der Ortsmitte von Gleng ab. Meine besondere Sympathie gewinnt er, als er darauf besteht, dass &#8220;the young\u00a0 lady shall sit on my left side&#8221;. Warum M\u00e4nner immer meinen, sie m\u00fcssten sich neben den Fahrer setzen, w\u00e4hrend ide M\u00e4dels hinten Platz nehmen m\u00fcssen, hat sich mir noch nie erschlossen. Als H einwendet, er spr\u00e4che besser entlisch (ach ja????), lacht der Fahrer, ich w\u00e4re aber h\u00fcbscher. Der Kommentar von H hinterher: &#8220;musstest du so mit ihm flirten?&#8221;<br \/>\nJa, musste ich, machte dem und auch mir Spa\u00df. whot the fuck, geht ihn das an?<br \/>\nEs kriselt leicht, aber das Fahren auf der sch\u00f6nen K\u00fcstenstra\u00dfe, die erst anstrengend, dann aber nur noch sch\u00f6n ist, mildert die Spannungen. \ud83d\ude09<br \/>\nWie man hier an den Fotos sehen kann.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaNDP][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8461\/7980042625_562083e57f_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaNYF][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8311\/7980043719_20799d7d98_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Wir radeln bis nach Bantry, um die ganze langgestreckte Bucht herum und auch noch etwas hinaus. In Bantry kauft H sich eine tinwhistle, zu meinem Erstaunen scheint er recht musikalisch zu sein und erfreut sich auch an den im Musikergesch\u00e4ft ausgestellten Gitarren. H\u00e4tte nicht gedacht, dass er spontan genug ist, um sich an Musik zu erfreuen. Als wir dann nach einem \u00fcberwiegend erfreulichen Tag (ok, H kaufte noch 5 Flaschen Wasser und ich keine \ud83d\ude09 ), dachte ich so bei mir: SO \u00fcbel ist er gar nicht.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag bekommen wir sofort einen Lift zur JH und ich vergn\u00fcge mich noch mit den anderen, indem wir im Halbdunklen zum Fluss gehen und dort ein wenig mit den F\u00fc\u00dfen im Wasser plantschen. Auch an diesem Abend gehe ich nicht mit zum Pub, sondern gleich nach dem packen meines Rucksackes f\u00fcr morgen ins Bett. Warm und angenehm m\u00fcde schlafe ich ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--nextpage--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Killarney und ein bisserl weiter &#8211;<\/strong><\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Morgen findet mich schon fr\u00fch am Fluss, ich wasche mich, weit und breit ist kein menschliches Wesen zu sehen. Wie gut das tut. Das Waschen aber auch die Stille. Ich setze mich auf einen Stein am Fluss, halte die F\u00fc\u00dfe hinein und denke nach. Das entwickelt sich alles in eine Richtung, die mir unbehaglich ist. H hat mich gestern gefragt, ob ich nicht Lust h\u00e4tte, erstmal nach Killarney und dann nach Valencia Island mit ihm zu trampen. Wir k\u00e4men doch gut miteinander aus und zu zweit sei es doch sicherlich sch\u00f6ner als alleine. Ist das so? Eigentlich f\u00fchle ich mich allein wohler, f\u00fchle mich vereinnahmt. Als ich das erw\u00e4hne, sch\u00fcttelt er mal wieder den Kopf \u00fcber mich. Es w\u00e4re doch nichts dabei und w\u00fcrde doch keinen von uns verpflichten. Man k\u00f6nne es doch einfach versuchen.<\/p>\n<p>Mit dem Wasser f\u00fcr Tee und meiner inzwischen fast schon pers\u00f6nlichen Kanne wandere ich langsam zur\u00fcck. Der Tee schmeckt k\u00f6stlich, das obligatorische Brot mit K\u00e4se ebenfalls zwinkern &#8211; langsam wird Geld und auch Nahrung immer knapper und in K ist auch eine Bank. Vielleicht w\u00e4re es doch am vern\u00fcnftigsten, nicht noch einen Tag l\u00e4nger zu bleiben, sondern wirklich mich um Bargeld zu k\u00fcmmern. ok, also erstmal bis nach K H strahlt, als ich ihm meinen Entschluss mitteile, das w\u00e4re doch schon einmal was. hm Ich frage beim warden, ob er eine Aufgabe f\u00fcr mich hat und fege zwei Schlafr\u00e4ume und den Flur aus, als ich fertig bin, ist auch H aufbruchbereit. Wir stellen uns an die Stra\u00dfe und bald schon h\u00e4lt ein kleines Wohnmobil. Sowas habe ich noch nie von innen gesehen und ich bin ganz begeistert von diesem kleinen Heim auf R\u00e4dern. Ein Paar, so in den Drei\u00dfigern &#8211; sie kommen aus England und wollen einen verl\u00e4ngerten Wochenendausflug mit ihrem Mobil machen und die Gegend um K anschauen, die ja so ber\u00fchmt ist. Sie h\u00e4tten das Mobil erst neu und w\u00fcrden nun allerlei Reisen unternehmen. H guckt skeptisch, was ich aber ignoriere und mich mit den Beiden &#8211; haupts\u00e4chlich mit der Frau unterhalte. \u00dcber Kenmare fahren wir an der K\u00fcste entlang und dann die Passstra\u00dfe hoch zum Molls Gap, wo wir eine erste Pause machen und im guest room einen Tee trinken und scones essen. das kann mir zwar \u00fcberhaupt nicht leisten, es reicht gerade eben noch f\u00fcr diese K\u00f6stlichkeiten, aber irgendwie ist mir das v\u00f6llig egal. Es wird schon irgendwie Geld in K aufzutreiben sein. Die scones sehen so \u00fcberaus k\u00f6stlich aus. Mir sind die beiden sympathisch und so beantworte ich ihre Fragen nach woher&amp;wohin, bevor wir weiter zum Ladies View fahren und kurz darauf ein zweites Mal an einem kleinen Parkplatz halten, um uns etwas die Beine zu vertreten.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaZyq][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8172\/7980079316_0c19cfb23e_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaZSY][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8313\/7980080392_0e1e4e4a95_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Da wir zur JH wollen fahren sie durch den Ort und setzen uns genau vor ihr ab. Ich bedanke mich herzlich und w\u00fcnsche ihnen viel Spa\u00df noch, w\u00e4hrend H recht einsilbig ist.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/dab3Js][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8438\/7980089990_4bf87778f9_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Als allererstes frage ich den warden, ob denn der Bankstreik endlich vorbei ist, weil ich \u00fcberhaupt kein Geld mehr habe und er antwortet mir l\u00e4chelnd, dass er heute endlich selber auch welches abholen konnte. So etwa 2 Stunden w\u00e4re noch ge\u00f6ffnet. Ich bringe also schnell meinen Rucksack aufs Zimmer, um noch die paar Meilen zur\u00fcck nach K zu laufen. Wie nicht anders zu erwarten geht auch H zur Bank.<br \/>\nMisstrauisch frage ich ihn, ob er mir etwa auflauert, was ihn sichtlich emp\u00f6rt. Auflauern w\u00e4re doch wohl echt zu viel gesagt, aber wenn wir doch beide zur Bank m\u00fcssten, w\u00e4re es doch sinnvoll\/normal, wenn wir zusammen gingen. ok, das ist nicht ganz falsch und so wandern wir zur\u00fcck in den Ort, der damals noch wesentlich \u00fcberschaubarer ist als heute. Die Bank ist schnell gefunden, sie ist tats\u00e4chlich ge\u00f6ffnet und ich l\u00f6se doch recht erleichtert einen Euroscheck ein. Ja, das hie\u00df damals schon Euroschek &#8211; bezogen auf Europa-Scheck und nicht etwa den damals nicht einmal angedachten Euro ;).<br \/>\nWir machen einen einen kleinen Schaufensterbummel, was so lange lustig ist, bis H mich fragt, ob ich mir nicht neue Schuhe kaufen wolle? Auf meinen mehr als fragenden Blick sagt er nicht ganz unberechtigt, dass vielleicht doch mehr als ein paar leichter Stoffschuhe &#8211; damals auch Segelschuhe genannt &#8211; gut w\u00e4ren und da w\u00e4ren doch ein paar preiswerte Sandalen. Sogar mit Absatz. was mich nun wirklich an seinem Verstand zweifeln l\u00e4sst, was brauche ich beim Wandern und Trampen Schuhe mit Absatz???? Ob ich mir auch noch Schminke und ein kleines Schwarzes kaufen solle, frage ich ihn sarkastisch und er meint doch allen Ernstes, da s\u00e4he ich bestimmt nicht schlecht drin aus. arrggh<br \/>\nAlso Schuhe kaufen IST nicht, ich halte das f\u00fcr eine unn\u00f6tige Geldausgabe und wer wei\u00df, wo ich das n\u00e4chste Mal an Geld komme. Durchaus nicht jeder Ort hat hier eine Bank und unter Umst\u00e4nden kriege ich erst in einer Woche wieder Nachschub. Daf\u00fcr lasse ich mich aber \u00fcberreden in einen kleinen Imbiss zu gehen, der mir preiswert genug erscheint und hier verbl\u00fcfft er mich vollkommen.<br \/>\nAlso die Leute vorhin &#8211; das Paar da &#8211; denen w\u00fcrde nie und nimmer dieses Mobil geh\u00f6ren. sowas w\u00e4re total teuer, das w\u00e4re sicherlich nur gemietet und sie w\u00fcrden nur angeben wegen ihren Jobs und der Wochenendreise. Ich bin echt perplex. Was soll das? Ist doch unwichtig, ob ihnen das nun wirklich geh\u00f6rt und das sind doch alles blo\u00df Vermutungen, die er \u00e4u\u00dfert. Au\u00dferdem ist es vollkommen egal! Und weder in die eine noch in die andere Richtung beweisbar. Was k\u00fcmmert mich der Schei\u00df? als ich das wortw\u00f6rtlich sage, ist er beleidigt.<br \/>\nSchweigsam gehen wir zur\u00fcck. Ich verziehe mich bald aufs Zimmer, aber nicht bevor ich nicht die hei\u00dfe Dusche genossen habe.<br \/>\nUnd wieder ein Tag rum. Was mache ich morgen? Versuchen, H zu &#8220;entkommen&#8221;? Nach Valencia Island? Dort soll es sehr interessant sein. Mein Grieben-Reisef\u00fchter erz\u00e4hlt etwas \u00fcber die erste Verbindung nach Amerika per Telegraph, irgendeinem wichtigen ersten Flug und viele Auswandererschiffe, die von Valencia gestartet sind.<br \/>\nWei\u00df nicht, morgen ist morgen. Mal sehen.<\/p>\n<p>Gut gelaunt wache ich auf und entschlie\u00dfe mich einen easy going Tag einzulegen. Am Fr\u00fchst\u00fcckstisch sitze ich mit zwei deutschen M\u00e4dels zusammen, die vorgestern per Rad \u00fcbers Gap of Dunloe nach K gekommen sind. Rad fahren? Eigentlich h\u00e4tte ich dazu schon Lust. Vielleicht gehe ich heut nach K und leihe mir dort ein Fahrrad. Als ich ihnen gerade erz\u00e4hle, dass ich mir das \u00fcberlege, kommt der inzwischen schon obligatorische H und verk\u00fcndet, dass er das eine prime Idee findet und mitf\u00e4hrt. langsam resigniere ich. ok, dann kommt er eben mit. Der, der Junge!!<br \/>\nOffensichtlich ist es unm\u00f6glich ihn abzusch\u00fctteln, er hat mich scheinbar irgendwie adoptiert und ich werde mir verdammt nochmal nicht dadurch die Laune verderben lassen.<br \/>\nManchmal verfluche ich mein viel zu friedliches und geduldiges Selbst.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>Wir wandern also gemeinsam nach Killarney hinein und finden bald auch einen Shop, wo R\u00e4der zu mieten sind. Auch damals war Killarney durchaus schon touristisch, aber im Vergleich zu heute ist es echt noch ein beschaulicher Ort. Ich schlage vor, dass wir erst zum Ross Castle, dann in den nationalpark hineinfahren, sp\u00e4ter bis Molls Gap hoch (das ist schon eine ganz sch\u00f6ne Steigung) und von dort mal gucken, wohin. Wir fahren also an der m\u00e4chtigen Kirche vorbei, die mir f\u00fcr diesen kleinen Ort viel zu gro\u00df erscheint, fast schon bedrohlich.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaYNK][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8176\/7980076783_bd45e4dac0_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaYLT][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8449\/7980076675_4b7d959a7e_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Danach biegen wir zum Ross Castle ab, bleiben aber nicht lange, da gerade eine Busladung Touristen dort aussteigt und radeln zum Eingang des Muckross Park<\/p>\n<p>Mit Blick auf den See macht wir eine kurze Rast.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaZij][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8170\/7980078440_d811939ce3_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>fahren dann zur Muckross Abbey und gehen \u00fcber den kleinen Friedhof und durch die Ruinen.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/dab4nj][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8439\/7980092128_1864516375_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/dab495][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8179\/7980091360_25f3d70e3f_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>wir kommen zum Muckross House und ich verliebe mich in dieses Anwesen, direkt am Muckross Lake gelegen. Sp\u00e4ter werde ich noch \u00f6fters hierhin kommen und obwohl die Besucherstr\u00f6me immer st\u00e4rker werden mit den Jahren, liebe ich noch immer dieses Haus und seine Lage.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/dab3za][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8302\/7980089451_97def9a682_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/dab13F][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8301\/7980080955_3231579b88_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/dab3Js][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8438\/7980089990_4bf87778f9_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Wir schieben die R\u00e4der hin\u00fcber zum Torc-Wasserfall, schlie\u00dfen sie dort an und klettern etwas den Weg am Wasserfall hoch. Sch\u00f6n ist es hier und von einer kleinen Plattform aus hat man einen wundervollen Blick \u00fcber die Seen.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaZq7][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8436\/7980078834_8cd91053dc_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaX6A][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8459\/7980071032_ddaf65a563_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaWBt][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8041\/7980069401_fe663776f6_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Vom Wasserfall radeln wir \u00fcber Ladies View, einem sehr bekannten und meist \u00fcberf\u00fcllten Aussichtspunkt mit Caf\u00e9 etc, wo wir aber nur kurz anhalten bis hoch zum Molls Gap. Das ist ganz sch\u00f6n anstrengend, die Steigung ist schon enorm. Am Gap kann ich mich nicht satt sehen, die Aussicht ist wirklich atem beraubend.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaYSm][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8174\/7980076992_dbc2f9bb10_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Leider sind nun die Batterien in meiner Kamera recht leer und es gelingt mir auf dieser Tour kein weiteres Foto mehr. Also muss ich morgen unbedingt einen Fotoladen finden, um neue zu kaufen. H schl\u00e4gt vor, weiter nach Kenmare zu radeln. Diese Strecke hier sind wir ja bereits mit den britischen Wohnmobilisten gefahren und vor allem sei es weiter als die Strecke, die die\u00a0 deutschen M\u00e4dels gefahren sind. H\u00e4h? Was spielt denn das f\u00fcr eine Rolle?<br \/>\naber ok. Von Molls Gap ist das Radeln relativ easy, es geht zwar immer mal wieder auf und ab, aber die Steigungen nehmen nicht mehr so abrupt zu wie auf der Strecke zum Gap. Kenmare liegt etwa 35 km Luftlinie von Killarney entfernt.<\/p>\n<p>Als wir dort ankommen ist es mir viel zu laut und zu hektisch, deswegen kaufe ich nur ein paar Souvernirs f\u00fcr die Daheimgebliebenen und dann machen wir uns auf die R\u00fcckfahrt. Auf dem R\u00fcckweg sehe ich wie eine Frau nahe der Sta\u00dfe in so einen seltsamen Sack kriecht, mein erstes Zusammentreffen mit einem Biwaksack, ich bin total fasziniert und w\u00fcrde sie am liebsten ansprechen, aber mein Begleiter findet das unm\u00f6glich. Ich k\u00f6nnte ihn irgendwohin treten. Das Leben k\u00f6nnte so einfach sein, wenn manche Menschen nicht so seltsam w\u00e4ren. Morgen werde ich garantiert alleine los trullern, das schw\u00f6re ich mir.<br \/>\nDie Fahrt entlang der Stra\u00dfe nach Molls Gap versetzt mich aber wieder in gute Laune, ich liebe es durch Wind und Wetter zu fahren. Am Gap verschnaufen wir etwas und dann geht es diese steile Passage hinter nach Ladys View. Die Strecke ist recht eng und f\u00fchrt durch mehrere kleinere und einen gr\u00f6\u00dferen Tunnel. Als mir ein Reisebus im Tunnel entgegenkommt, kriege ich doch das gro\u00dfe Flattern, ich bremse mehr, als dass ich fahre, da kann man echt nicht so runter brettern. Jedenfalls, wenn einem sein Leben lieb ist. Hinter mir gibt es wohl Probleme, der Reisebus kommt nicht an einem ihm entgegen kommenden anderen Bus vorbei. Der eine setzt etwas zur\u00fcck und dann schieben sie sich in Millimeterarbeit aneinander vorbei. Das dauert nat\u00fcrlich und es staut sich in beide Richtungen. Zum Gl\u00fcck waren wir nicht hinter einem der Busse, das w\u00e4re ja was geworden, dahinter zu stehen und im Tunnel all die Abgase einzuatmen.<br \/>\nGem\u00fctlich radeln wir nach Killarney zur\u00fcck, zumindest ich, H prescht nach kurzer Zeit wie ein Wilder vorneweg. Soll er doch. Wir verlieren uns aus den Augen und ich bringe mein Rad zur\u00fcck, schlendere noch etwas in dem anderen Parkteil herum, dessen Eingang mehr in der Otrsmitte Richtung Jugendherberge ist. Ich kaufe in einem kleinen Shop noch etwas Brot und Marmelade, ein bisserl S\u00fc\u00dfkram, zum gl\u00fcck kann ich auch batterien f\u00fcr meine Kamera dort bekommen und gehe dann zur Jugendherberge zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die ist wirklich ein prachtvoller alter Bau, ich k\u00f6nnte mir gut vorstellen, hier zu wohnen, die gro\u00dfen Fenster und die gro\u00dfen hohen R\u00e4ume sind wirklich sch\u00f6n.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaZyp][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8457\/7980079315_f6b517a55a_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Ich wasche mich etwas, koche mir einen Tee und beschlie\u00dfe dann, mich mit einem Buch (im Aufenthaltsraum steht ein Regal mit B\u00fcchern) irgendwo auf die Wiese zu setzen. Inzwischen ist ein holl\u00e4ndisches Paar gekommen, welches auf dem Grundst\u00fcck bei der JH zeltet, ich unterhalte mich mit ihnen und sie erz\u00e4hlen mir, dass man bei vielen Jugendherbergen auch zelten darf. Als ich sehe, dass H aus Richtung Killarney angeradelt kommt, verziehe ich mich hinter das Haus, wo freundlicherweise jemand einen Stuhl hat stehen lassen und mache es mir gem\u00fctlich.<br \/>\nIrgendwann gegen Abendbrotzeit beginnt es zu regnen, erst nur ein wenig und dann fester. Ich habe keine Lust auf Gesellschaft heute, koche mir nur einen Tee und verziehe mich dann mit meinen Keksen in den Schlafraum. Heute ist keiner au\u00dfer mir hier untergebracht und ich verbringe einen geruhsamen Abend.<\/p>\n<p><!--nextpage--><br \/>\n<strong>going to Valencia<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p>[b]going to Valencia[\/b]<\/p>\n<p>Die Nacht hat nicht nur erholsamen Schlaf sondern auch Gewissheit\u00a0  gebracht. Ich trampe nach Valencia Island! Die Route geht \u00fcber den Ring\u00a0  of Kerry und sicherlich kann man viele sch\u00f6ne und interessante Dinge\u00a0  unterwegs sehen.<br \/>\nFrohgemut stehe ich recht fr\u00fch auf, mache mich reisefertig, fr\u00fchst\u00fccke\u00a0  kurz in der K\u00fcche, fege schnell meinen Schlafraum aus und frage den\u00a0  warden, ob er noch anderes f\u00fcr mich zu tun hat. Er schaut in den\u00a0  Schlafraum, auch in der K\u00fcche und in den Duschen sieht alles gut aus  und\u00a0 l\u00e4chelnd fragt er nach meinen Pl\u00e4nen. Als ich ihm von meinem Plan  nach\u00a0 Valencia zu gehen erz\u00e4hle, bittet er mich einen Gru\u00df an  Knightstown\u00a0 auszurichten, seine Familie kommt von dort, danach entl\u00e4sst  er mich und\u00a0 w\u00fcnscht mir eine wundervolle Zeit.<br \/>\nUnd die werde ich haben. Ich gehe l\u00e4nger an der Stra\u00dfe entlang bis ich\u00a0  zum Ortsausgangsschild komme. Mal schauen, ob mich jemand mitnimmt oder\u00a0  ob ich ein St\u00fcck wandere. Es ist kurz nach 7.00 und ich habe Gl\u00fcck,  ein\u00a0 kleiner Lieferwagen h\u00e4lt an und nimmt mich mit. Jucheee, es geht  weiter.<br \/>\nDrei, vier Autos nehmen mich hintereinander mit, keiner der Fahrer\u00a0  hinterlie\u00df eine wirkliche Erinnenrung und so bin ich schon um die\u00a0  Mittagszeit in Cahersiveen, von wo eine F\u00e4hre nach Valencia gehen soll.\u00a0  Der Ort selber ist in meinen Augen recht unattraktiv, ich hole ein\u00a0  paar Chips auf die Hand und gehe zum F\u00e4hrhafen, finde auch gleich die\u00a0  Ferry. Am fr\u00fchen Nachmittag landen wir in Knightstown, das Wetter ist\u00a0  diesig und wenig verhei\u00dfungsvoll &#8211; auch w\u00e4hrend der \u00dcberfahrt. Es sieht\u00a0  bleiern und wenig erfreulich aus, deswegen bleibe auch ich in der\u00a0  kleinen Kabine. In Knightstown lasten die Wolken und das tr\u00fcbsinnige\u00a0  Wetter tief auf dem Ort, dem Meer und auch auf mir. Ich suche und finde\u00a0  die Jugendherberge, melde mich an und verziehe mich fast sofort aufs\u00a0  Zimmer. Sp\u00e4ter raffe ich mich doch noch auf und gehe erst zum Hafen und\u00a0  dann in der N\u00e4he der Juhe ans Meer. Obwohl hier alles nah am Meer ist.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaWoP][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8316\/7980068667_f3b17380d4_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Und das ist auch das, was mich immer wieder so fasziniert. Wasser ist DAS belebende Element auf meiner Reise.<br \/>\nIch gehe in den Aufenthaltsraum und sehe zum ersten Mal ein offenes  Torffeuer, ich setze mich nahe heran und w\u00e4rme mich etwas auf. Dabei  komme ich mit 3-4 Leuten ins Gespr\u00e4ch, die schon 2 N\u00e4chte hier sind und  einiges \u00fcber die Insel erz\u00e4hlen. Wobei mich wundert, dass sie auch hier  versucht haben zu trampen und nicht auf die Idee kamen zu wandern. Meine  desbez\u00fcglichen Fragen erstaunen vor allem einen Typen, der meint, wozu  denn laufen, hier ist doch alles flach. Achso.<br \/>\nFr\u00fch schon verziehe ich mich in den Schlafraum, die Jugendherberge ist  nicht sehr gro\u00df, es sind nicht viele Leute da, was mir ganz angenehm  ist. Zum Essen habe ich \u00fcberhaupt keinen Lust, naja, ich kann ja morgen  etwas mehr fr\u00fchst\u00fccken.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen wache ich mit krummer Stimmung auf, trinke nur  einen Tee und nehme lieber mein restliches Brot, Apfel, K\u00e4se und Wasser  mit auf eine kleine Wanderung. Ich gehe recht ziellos los, halte mich  aber m\u00f6glichst immer in N\u00e4he des Meeres und suche\u00a0 einen kleinen Platz,  an welchem ich Rast machen kann. Der Weg scheint zu einer Art Kiesgrube  (oder was immer das ist) zu f\u00fchren, es wird aber nicht gearbeitet. Es  geht etwas steil hoch (ach ich dachter, hier w\u00e4re alles flach?) , ich  komme an einem kleinen Marienschrein vorbei und bald darauf auf ein  erh\u00f6htes Fleckchen mit Blick aufs Meer. Dort setze ich mich hin,  fr\u00fchst\u00fccke in Ruhe und denke so vor mich hin.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaW85][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8177\/7980067754_40e7dffc7c_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaWd3][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8033\/7980068042_8fd8c03585_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaWhW][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8311\/7980068326_0d909b2a32_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Ich schaue \u00fcber die wundersch\u00f6ne Bucht und kann nicht sagen, warum ich mich unwohl f\u00fchle.<br \/>\nDanach gehe ich langsam zur Herberge zur\u00fcck und sehe auf den Plan der  neben der Reception h\u00e4ngt, wohin ich vielleicht eine Wandeurng machen  k\u00f6nnte. Ich beschlie\u00dfe im Ort etwas Proviant zu kaufen, ich habe gestern  einen kleinen Shop neben dem Hotel gesehen, danach werde ich einfach  wandern gehen, mal gucken, wie weit ich komme, die Insel ist durchaus  gr\u00f6\u00dfer als Cape Clear.<\/p>\n<p>Gerade als ich los will, kommt eine junge Frau von der F\u00e4hre, total  durchn\u00e4sst, die bereits gestern hier war. Sie hatte die Morgenf\u00e4hre  genommen und im str\u00f6menden Regen in Cahersiveen gestanden und keinen  Lift bekommen. So ist sie frustriert zur\u00fcck gefahren, will jetzt erstmal  trocken und warm werden. Hier auf Valencia ist kein Tropfen Regen  gefallen, es war nur teils diesig und es wird immer w\u00e4rmer.<br \/>\nIch kaufe mir etwas Obst, die obligatorischen \u00c4pfel, was anderes gibt es  eher nicht und ein P\u00e4ckchen Kekse, dann wandere ich los. Immer einer  Stra\u00dfe folgend, die leicht aufw\u00e4rts f\u00fchrt &#8211; durch ansosnten eher flaches  Gel\u00e4nde. Am anderen Ende der Insel soll es eine Br\u00fccke zum Festland  geben, mal schauen, ob ich so weit komme. Die gr\u00f6\u00dfere Stra\u00dfe (nunja,  heute w\u00fcrde man sie nicht als gr\u00f6\u00dfer bezeichnen \ud83d\ude09 ) wird mir langweilig  und ich folge einem boreen nach rechts tiefer ins Farmland hinein. Von  einem Grundst\u00fcck kommt ein lustiger Hund gerannt, der mir schwanzwedelnd  folgt und sich sogar streicheln l\u00e4sst. Mal l\u00e4uft er vor mir her, dann  kommt er wieder angesprungen.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaWgF][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8173\/7980068253_2c85bf3a9b_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Als ich entscheide, dass es Zeit f\u00fcr eine Rast wird, legt er sich neben mich ins Gras.<br \/>\nPl\u00f6tzlich kommt ein Trecker angefahren, der Fahrer h\u00e4lt an und springt  herunter. Ob ich einen Hund gesehen habe. \u00f6h? ja &#8211; und weise auf den  Hund, der pl\u00f6tzlich wie wild aufspringt und sich vor Liebesbeweisen kaum  zu fassen wei\u00df, er bellt und freut sich und wirft sich selber vor  Freude fast um. Der Farmer entschuldigt sich, der Hund geh\u00f6re seiner  Frau und seitdem sie jetzt im Krankenhaus sei, laufe er hinter jeder  Frau her und er habe Angst, dass er nicht mehr zur\u00fcck w\u00fcsste, wenn er zu  weit von der Farm entfernt w\u00e4re. Er bleibe sonst immer am Haus bei der  Frau.\u00a0 Es g\u00e4be n\u00e4mlich ab und an Probleme mit verwilderten Hunden, die  von den Farmen fortgelaufen w\u00e4ren. Und da w\u00e4re mancher recht schnell  dabei, die mit der Flinte zu erlegen, weil sie auch Schafe rei\u00dfen  w\u00fcrden. Und das wolle er der Frau doch nicht antun, dass sie heim k\u00e4me  und der Dicke w\u00e4re nicht da. Das verstehe ich nat\u00fcrlich alles sehr gut.  Der Hund springt auf einen freien Platz neben dem Fahrersitz und scheint  mich hechelnd anzulachen.<br \/>\nZuletzt sagt der Farmer noch einmal eindr\u00fccklich:<br \/>\n[b]let never a dog follow you![\/b]<\/p>\n<p>Ich bin beeindruckt, aber auch skeptisch, ob das wohl alles so  wirklich ist? Ein Hund verl\u00e4uft sich und wildert dann unter den Schafen?  Aber andererseits, ich bin diejenige, die hier nicht wohnt und keine  Ahnung hat, von Hunden schonmal gar nicht. Und seitdem lasse ich nicht  mehr zu, dass ein Hund mir folgt.<\/p>\n<p>Ich wandere weiter und komme nun durch eine Gegend, in der verlassene  und teils schon verfallene Cottages stehen. Wer mag hier gewohnt haben  und warum sind sie gegangen? Oder mussten sie gar gegen ihre Willen  gehen? Ich habe nat\u00fcrlich von der famine geh\u00f6rt und von der Vertreibung  der Pachtbauern aus ihren H\u00e4usern, als sie w\u00e4hrend der Hungersn\u00f6te den  Pachtzins nicht an den Landlord zahlen konnten.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaWkT][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8448\/7980068497_53bf127772_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Dieser Ort hier ist irgendwie vage f\u00fcr mich, ich kriege kein feeling  daf\u00fcr, ganz im Gegensatz zu den Orten, wo ich bisher war. Wenn ich n\u00e4her  \u00fcber diese Ungerechtigkeiten nachdenke, erf\u00fcllt mich erst Zorn und dann  Mitleid mit denen, die teils recht brutal und mit Polizei- und auch  Milit\u00e4rgewalt vertrieben wurden.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaWd8][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8441\/7980068047_8477cf0a1d_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Es kommen zwar immer wieder fast schon kitschig idyllische Eckchen,  aber auch dieses so typisch irische Fotomotiv zeigt ein verlassenes  Haus. Blinde Scheiben und wenn man hinein guckt, sieht man die  Verwahrlosung. Bereits der n\u00e4chste Sturm mag dieses Strohdach vom Haus  rei\u00dfen, es dem Wind und dem Regen und somit dem Verfall anheimgeben.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaW1B][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8310\/7980067379_350dfd1031_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Mit d\u00fcsteren und traurigen Gedanken drehe ich irgendwann einfach um  und gehe genau die Strecke zur\u00fcck, die ich gekommen bin. Als ich an der  Farm von vorhin vorbei gehe, bellt laut ein Hund, mein Begleiter von  vorhin, er ist angeleint ist und der Farmer winkt mir freundlich zu.<br \/>\nIch komme zur Jugendherberge, es ist inzwischen sp\u00e4ter Nachmittag und  ich st\u00f6hne innerlich, als ich ein bekanntes Gesicht sehe. H springt  erfreut auf, man habe ihm erz\u00e4hlt, dass ich ein wenig wandern gegangen  sei. ah so.<\/p>\n<p>Die Frau von vorhin steht am Kamin und bem\u00fcht sich das Torffeuer in  Gang zu bringen, was schlecht gelingt, weil der Torf nass ist. Und  flucht laut deswegen, was H zu verst\u00f6ren scheint. Also sowas findet er  nun wirklich nicht gut, mich bringt es zum Lachen und ich helfe ihr,  indem ich mit so einem seltsamen Teil Sauerstoff in Richtung Feuer  blase. Zuletzt flackert das Feuer und gibt erfreuliche W\u00e4rme ab.  Seltsam, dass nach diesem so warmen Tag mir nun so kalt ist. Dabei  friere ich eigentlich nie.<\/p>\n<p>Auch heute habe ich keinen wirklichen Hunger, m\u00fcmmele an meinen  letzten Keksen herum. Als H mich fragt, was ich f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag  plane, ob ich wieder wandern gehe, es g\u00e4be hier bestimmt auch R\u00e4der zu  mieten&#8230; antworte ich kurz, dass ich Valencia verlassen w\u00fcrde. Ich habe  diesen Entschluss zwar gerade erst gefasst, aber hier will ich einfach  nicht bleiben. Als er murrt, er w\u00fcrde sich die Insel gern n\u00e4her  anschauen, ermuntere ich ihn herzlich dazu. Das h\u00e4tte ja auch nicht  wirklich was mit ihm zu tun, ob ich nun morgen abreisen w\u00fcrde oder  nicht. Die Frau, ich erinnere mich blass, sie hie\u00df Evi oder Inga?, lacht  scheinbar unmotiviert und fragt ihn, ob er das als Abfuhr verstehen  w\u00fcrde. hm. Er wird unwirrsch und verk\u00fcndet, er gehe zu Bett, was er  morgen mache, dass w\u00fcsste er auch nicht. Und geht. Evi oder Inga ruft  ihm nach: who cares?<br \/>\nda tut er mir schon fast wieder leid.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen bin ich nach der Erledigung einiger wenigen  Pflichten schon recht fr\u00fch am F\u00e4hranleger, setze mich auf eine Bank und  warte. Aber nicht die F\u00e4hre kommt (ok, sp\u00e4ter schon), es erscheint der  Obligatorische. Und strahlt mich an. So interessant k\u00f6nne Valencia  Island doch gar nicht sein, ob ich nicht Lust h\u00e4tte, mit ihm morgen  abend zu den Dubliners zu gehen. Ob ich die kennen w\u00fcrde. Nat\u00fcrlich habe  ich schon einmal von ihnen und auch mal Musik im Pub von ihnen geh\u00f6rt.  Wo sie denn spielen w\u00fcrden. Unklugerweise setze ich hinzu, dass ich mir  das ganz interessant vorstellen k\u00f6nnte. W\u00e4hrend der ganzen \u00dcberfahrt  erkl\u00e4rt er mir, was deren sound so besonders mache und welche Platten er  von ihnen bei einem Freund schon einmal geh\u00f6rt habe. Der w\u00fcrde ganz  blass vor Neid werden, wenn er erz\u00e4hlen w\u00fcrde, dass er auf einem  Livekonzert gewesen w\u00e4re. Dies ist wohl auch der Freund, von dem er  diesen Riesenrucksack hat und der ihm gesagt hat, was er alles so  unbedingt braucht bei einer Tour in wild Ireland. Wir fahren im Hafen  von Cahersiveen ein, nehmen unsere Rucks\u00e4cke und \u00fcberlegen, wohin wir  uns am besten stellen, um einen guten Lift zu bekommen. Da er erst  fr\u00fchst\u00fccken will, ok, ich nicht, ich habe aber versprochen derweil  drau\u00dfen zu warten, kann ich nicht sofort los, wie ich eigentlich m\u00f6chte.  Er will vom Marktplatz los, was ich f\u00fcr Schwachsinn erkl\u00e4re und beherzt  zum Ortsausgang marschiere. Wenn er mit mir trampen will, muss er wohl  folgen.<br \/>\nEr grummelt, als aber nach etwa 20 Minuten ein Milchwagen h\u00e4lt und uns  einsteigen l\u00e4sst, strahlt er. Er habe ja geh\u00f6rt, Cahersiveen w\u00e4re SOOO  schwierig, man f\u00e4nde da schlecht einen Lift. Und redet freundlichst auf  den Fahrer ein. Der dairy man bittet uns, uns etwas zu ducken, weil  eigentlich d\u00fcrfe er niemanden mitnehmen, aber er wolle sich mal wieder  mit einem h\u00fcbschen M\u00e4dchen unterhalten. Darauf verstummt der h\u00fcbsche  junge Mann und \u00fcberl\u00e4sst mir das Gespr\u00e4ch. Nur um sp\u00e4ter nach dem  Aussteigen in irgendeinem Kaff unterwegs missmutig von immer flirtenden  Iren zu reden. Und ich ginge ja noch darauf ein. Aber hallo? Warum  nicht, der dairy man war schon ein ansehnlicher. Als ich das sage,  schweigt er verkniffen.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaWSj][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8172\/7980070262_f1d284cb40_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Fahrer f\u00e4hrt fr\u00f6hlich und flott mit uns in seiner  Limousine Richtung Killarney. Als er ein Polizeiauto erblickt, wird er  blass, f\u00e4hrt rechts ran und bittet uns, uns komplett zu ducken. Es d\u00fcrfe  uns niemand sehen und ihn auch nicht. er habe die tax f\u00fcrs Auto nicht  bezahlt. Man bekommt da wohl ein carnet, welches man oben an der  Windschutzscheibe aufh\u00e4ngen muss und sowas hat unser Held nicht.  Grinsend mache ich mich so klein wie m\u00f6glich und ziehe noch H herunter,  weil der \u00fcberhaupt nicht reagiert &#8211; vermutlich ist ihm wieder was  peinlich &#8211; und die gardia f\u00e4hrt vorbei. Was unserem Fahrer ein tief  empfundenes Seufzen entlockt. In Killarney setzt er uns dann genau vor  der Jugendherberge ab, winkt noch fr\u00f6hlich, hupt und ist wieder weiter,  vermutlich die n\u00e4chste Tramperin auflesen.<\/p>\n<p>arrrggh &#8211; und dann passiert das Schreckliche, es ist kein einziger  Platz frei, irgendein gr\u00f6\u00dferes Treffen von wem auch immer hat alle  freien Pl\u00e4tze belegt<\/p>\n<p>Was nun? Ein verschmitzt l\u00e4chelnder H schl\u00e4gt vor, wir k\u00f6nnten doch in ein B&amp;B gehen, da w\u00e4re doch nichts dabei. Was sollte auch dabei sein? Na gut, etwas missmutig stapfe ich in den Ort und bei der zweiten Pension bekommen wir auch ein Zimmer, zum Gl\u00fcck mit zwei getrennten Betten. Das h\u00e4tte mir auch noch gefehlt, mit H in einem Ehebett zu pennen. Abends lasse ich mich breit schlagen, doch ausnahmsweise mal mit in einen Pub zu gehen. Das ist so eine Art Singing Pub, der mich aber alles andere als \u00fcberzeugt, viele amerikanische Touristen sitzen dort, singen schunkelnd irgendwelche Lieder mit, das h\u00f6rt sich mehr nach einem HillbillyAbend an und ich kann wirklich nicht sagen, dass mir das irgendwie gef\u00e4llt. Ich bekomme Heimweh nach Clear Isle. Dieses Touristenkaff ist nichts, was mir gefallen kann. H hat sich w\u00e4hrend ich missmutig an meinem cider nuckel ganz dick mit irgendwelchen touris angefreundet, sie spendieren ihm ein Guiness nach dem anderen und zum Abschluss noch irish whiskey, ich verzichte aber dankend. Nachdem ich das mir angebotene und trotz Ablehnung bestellte Getr\u00e4nk einfach nicht getrunken habe, lassen sie es sein, mir etwas aufdr\u00e4ngen zu wollen. Endlich gehen sie weiter in einen anderen Pub und wir gehen zur\u00fcck zur Pension. Ziemlich anged\u00fcdelt f\u00e4llt H sogleich in einen tiefen SChlaf, wof\u00fcr ich recht dankbar bin. Der n\u00e4chste Morgen kommt und mein Zimmergenosse tut mir ganz f\u00fcrchterlich leid, w\u00e4hrend er eine Kopfschmerztablette einwirft und der Gedanke an FR\u00fchst\u00fcck ihn bleich werden l\u00e4sst, gehe ich frohgemut runter zum breakfast. Ich heuchel auch fast gar nicht, als ich ihn f\u00fcrchterlich bedauere und dann leiderleider allein etwas durch Ort und angrenzenden Nationalpark gehe, w\u00e4hrend er seinen Kater kuriert. Wenn wir nicht geplant h\u00e4tten, abends zum Konzert der Dubliners im Glen Eagle zu gehen, h\u00e4tte ich mich sicherlich komplett abgeseilt.<\/p>\n<p>Nach einem erfreulichen Tag allein, kehre ich zur Pension, die \u00fcbrigens Shangri La hei\u00dft, zur\u00fcck. Ich habe im Park auf der Wiese gelegen, in meinem Jack Kerouac gelesen, nachgedacht, bin ziellos mal dem einen und mal dem anderen Weg gefolgt. So wie ich es mag.<br \/>\nH f\u00fchlt sich inzwischen besser, er will vor dem Konzert zum Abendessen in ein Restaurant gehen. Ich ermutige ihn genau das zu tun, mache aber gleich klar, dass ich etwas Brot und Schokolade esse, weil ich dazu keine Lust habe.\u00a0 Nach einer Stunde kehrt er wieder und wir machen uns langsam auf den Weg. Zum Glen Eagle ist es mehr als eine halbe Stunde Fu\u00dfweg, man muss am Ross Castle vorbei und dann noch ein St\u00fcckchen weiter. Das Glen Eagle ist ein recht gro\u00dfes Hotel und die Lounge ist ebreits brechend voll, als wir ankommen. Es gibt eine B\u00fchne, einige Sitzpl\u00e4tze, einzeln und an Tischen und wir ergattern noch freie St\u00fchle. Der Manager h\u00e4lt eine kurze Rede von der ich kaum ein Wort verstehe, nur den Namen Danny Doyle heraus h\u00f6re. Das ist der S\u00e4nger einer kleinen Band, die sozusagen die Aufw\u00e4rmer machen. Teils etwas kitschig, aber auch etliche Sachen, die mir gut gefallen. und dann schreit der Manager: Ladies and Gentlemen &#8211; I present you &#8211; THEeee DUBbbbLINnnnERS.<\/p>\n<p>Das Schlimme ist, dass ich mich nicht mehr so wirklich erinnere. Und das schmerzt mich mehr, als vieles und anderes. Das erste Mal, dass\u00a0 ich die Dubliners life h\u00f6re &#8211; sie gefallen mir sicherlich &#8211; sogar ausgesprochen gut &#8211; aber ob Luke Kelly (me other man) dabei ist, wei\u00df ich nicht mehr zu s agen. Bl\u00f6de Erinnerung, die mir nicht bringt, was ich suche.<br \/>\nLuke ist heute mein Favourite bei den Dubliners.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/kz_dHcduUTU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nEr hatte so eine ganz besondere Ausstrahlung, die ich mit den Dubliners in Verbindung bringe, die mich ganz seltsam anr\u00fchrt. Fast so wie Phil, aber meine story about Phil kommt ja erst sp\u00e4ter.<br \/>\nManchmal vermischen sich Emotionen und Realit\u00e4t oder was immer zum Teufel das ist. Erinnerungen.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ZS6l6M0odl4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Ich w\u00fcnschte, meine Gedanken w\u00fcrden so weit reichen, dass ich mich an all das erinnere, was da so ganz offensichtlich noch in mir da ist. Und dieser dumme Junge, der sich tierisch freut und abfeiert, dass er DIE Dubliners hier im Glen Eagle live sieht, er versteht diese Musik gar nicht, so scheint es mir. Was mich zerrei\u00dft, da ist er k\u00fchl. naja, ganz nett, was hat das mit mir und meinem Leben zu tun, fragt er mich sp\u00e4ter?<\/p>\n<p>Es ist MEIN Leben!. so vieles versteht man erst sp\u00e4ter. Bin ich sentimental? Schei\u00df was drauf, dann bin ich das eben. Das geh\u00f6rt zu mir, zu meiner Pers\u00f6nlichkeit und wem das peinlich ist, der schaue weg und halte den Mund. go AWAY<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/rGT7h29Lkc0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>my simplicity &#8211; ich kann damit leben oder anders, ich will damit leben und verdammt soll der sein, der meint, es w\u00e4re m\u00f6glich mich daran zu hindern.<br \/>\nIrland hat mich nicht zu einem anderen Menschen gemacht. Ich habe mich gefunden, Teile von mir, die ich so nicht kannte. Ich bin simpel, das habe ich vor langer Zeit mal geschrieben. Und ich will nichts anderes sein, nichts anderes scheinen.<\/p>\n<p>hm &#8211; ob ichjemals mit diesem Reisebericht weiter komme, das wage ich fast zu bezweifeln. Es verr\u00e4t zu viel \u00fcber mich, was ich schreibe.<\/p>\n<p>maybe next time.<\/p>\n<p>ok, another try on another day<\/p>\n<p>Voller Gedanken gehe ich neben H zur\u00fcck zum shangri La. Als wir vor der T\u00fcre stehen, fragt er mich pl\u00f6tzlich: &#8221; na, das sagt dir doch bestimmt nichts, dieser Name, so wie du auf Irland fixiert bist&#8221; Irritiert blicke ich ihn an. &#8220;klar, James Hilton und sein Buch Lost Horizon, wer kennt das nicht?&#8221; &#8220;Und wie fandest du das?&#8221; &#8211;\u00a0 &#8220;Ich bin nicht auf der Suche nach einem verlorenen Paradies, deswegen fand ich es interessant, mehr nicht.&#8221; Meine Antwort gef\u00e4llt ihm nicht, ich st\u00fcnde doch scheinar auf mystische Orte, wieso ich nicht dorthin wollte. Irgendwie habe ich den Eindruck, als ob er Streit suchen w\u00fcrde. \u00dcber Shangri La? &#8220;Weil es um eine sehr englische und in der Verfilmung amerikanische Erfindung des verlorenen Paradieses geht und ich mich sicherlich dort nicht wohl f\u00fchlen w\u00fcrde, wenn es es g\u00e4be.&#8221; Zum Gl\u00fcck \u00f6ffnet gerade die Landlady die T\u00fcr und fragt, ob das Konzert gut war. Wir plauschen noch ein wenig mit ihr und gehen dann auf unser Zimmer.<\/p>\n<p>Und nun wird es schwierig. Weil er offensichtlich erwartet, dass ich mit ihm schlafe, immerhin habe ich zugestimmt, mit ihm ein Zimmer zu teilen. Und ich h\u00e4tte ihn gek\u00fcsst, das w\u00e4re ja wohl die pure Anmache gewesen. Und so Sachen, wie Angebote machen etc und dann wieder einen R\u00fcckzieher, da st\u00e4nde er \u00fcberhaupt nicht drauf. Er schmollt.<br \/>\nVerdammt, wie komme ich da jetzt nur heraus? Ich kann doch nicht sagen, dass ich ihn absolut unattraktiv finde. Nicht, weil er h\u00e4sslich oder sonstwas w\u00e4re, nein, seine Art erstickt mich. Ich bin bestimmt nicht pr\u00fcde, aber mit jemandem schlafen, weil er es erwartet? Irgendwie schaffe ich es ihn zu beschwichtigen, indem ich verspreche\u00a0 morgen mit ihm nach Cork zu fahren, um mein F\u00e4hrticket umzutauschen, damit ich mit ihm nach Dublin fahren kann. Er will wenigstens noch eine Chance haben, mich umzustimmen, das m\u00fcsse ich ihm doch als allermindestens zugestehen.<\/p>\n<p>Diese Nacht schlafe ich verdammt schlecht. Nicht weil ich etwa Angst vor ihm h\u00e4tte, aber war ich wirklich zu sehr herausfordernd, habe ich ihn angemacht? Weil erst etwas\u00a0 versprechen und dann nicht einhalten nicht so wirklich mein Ding ist.<\/p>\n<p>Endlich aber schlafe ich ein.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen fr\u00fchst\u00fccken wir und gehen zum Bahnhof, der Zug nach Cork f\u00e4hrt etwas gegen 10.00 Uhr. Ich bin wortkarg, aber es reicht ja aus, wenn H auf mich einplappert. anders kann ich nicht sehen, obwohl ich mich schon als ungerecht empfinde.<\/p>\n<p>Ich hoffe so, dass eine so kurzfristige Umbuchung der F\u00e4hrreise nicht m\u00f6glich ist, aber leider gibt es \u00fcberhaupt kein Problem damit. H strahlt. Um erst gar keine komischen Ideen bei ihm aufkommen zu lassen, sage ich klipp und klar, dass ich mir Bedenkzeit erbitten w\u00fcrde bis zum letzten Tag in Dublin, ob ich wirklich etwas mit ihm anfangen wolle. Wenn nicht, w\u00fcrde ich stracks zur\u00fcck gehen und ab Cork fahren.<br \/>\nZum Gl\u00fcck\u00a0 bekommen wir in der Jugendherberge eine Unterrkunft, ich h\u00e4tte nun wirklich nicht die Lust, in einem trauten Pensionszimmer mit ihm zu \u00fcbernachten, Distanz ist das, was ich jetzt wirklich brauche. Nicht zum letzten Mal verfluche ich mich, dass ich meine Grenzen nicht st\u00e4rker verteidige\/abgrenze. Warum mache ich mir Gedanken, ob er verletzt ist?<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen stehe ich seltsamerweise mit guter Laune auf, vielleicht gef\u00e4llt es mir ja in Dublin total gut und\u00a0 ich kann auch noch nach Glendalough trampen, das ist\u00a0 ein sehr bekannter Klosterort recht nahe bei Dublin.<br \/>\nRecht schnell bekommen wir mehrere Lifts, bis wir dann ein paar Kilometer von Cashel entfernt von einem schnuckeligen jungen Mann aufgelesen werden. In Cahsl h\u00e4lt er an und fragt, ob er uns auf einen Tee einladen d\u00fcrfte. that woud be nice, sage ich, bevor H mal wieder was unpassendes \u00e4u\u00dfert. Wir sitzen dann im tea-room und unterhalten uns angeregt, also der Fahrer und ich. Er erz\u00e4hlt vom gaelic football und wie er bei der letzten Meisterschaft so total \u00e4hem blau war, weil sie gewonnen hatten, und als er heim ging, um zu schlafen &#8230;.\u00a0 : I snored so loud that me mother woke up from it, hell was she angry. Because I am a police man and such people should know it better, like she says.\u00a0 &#8211;<br \/>\nEr lacht so ansteckend, dass ich nat\u00fcrlich mitlache und als H zur Toilette geht, fragt er mich: your boy friend???? Ich muss wohl so entsetzt geguckt haben, dass er grinst und sagt: better is not.<br \/>\nokok, wir fahren dann wieder los und ich bedauere wirklich H nicht den Abschied geben zu k\u00f6nnen und mit Mr Policeman weiter irgendwohin zu fahren. nuja. thats life. Aber ich habe ja mein Wort gegeben und das breche ich im Regelfall nicht.<br \/>\nAber mich hat die Geschichte schon erheitert und deswegen h\u00e4lt meine gute Laune an. irgendwann kommen wir recht sp\u00e4t in Dublin an, suchen die n\u00e4chste Pension, ergattern ein Zimmer mit getrennten Betten und ich tr\u00e4ume von Mr, Policeman und bin froh H vergessen zu k\u00f6nnen, der dr\u00fcben in seinem Bett schnarcht.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>[b]a day out[\/b]<\/p>\n<p>In der Nacht habe ich nachgedacht, ich m\u00f6chte zum Abschluss meiner Irlandreise noch unbedingt einen Tag au\u00dferhalb der Stadt verbringen. Beim Fr\u00fchst\u00fcck am n\u00e4chsten Morgen vor die Alternative gestellt, entweder mit nach Glendalough in den Wicklow Mountains zu trampen und dort eine oder zwei N\u00e4chte zu verbringen oder allein in Dublin zu bleiben, entscheidet H sich daf\u00fcr mitzukommen. Relativ problemlos bekommen wir vom Rand der Stadt (wohin wir mit dem Bus fahren) einen Lift Richtung S\u00fcden, der uns fast bis zum Ziel bringt. Mein Vorschlag doch ein wenig auf der kaum befahrenen Stra\u00dfe zu wandern findet keine Gegenliebe, also warten wir auf einen lift. Gegen 14.00 setzt uns ein wortkarger \u00e4lterer Mann vor der Jugendherberge ab. Sie liegt am Ortseingang und leider bekommen wir keinen Platz, weil eine Jugendgruppe dort untergebracht ist. H freut sich, die vor der Juhe &#8220;herumlungernden&#8221; Typen haben ihm nicht gefallen, sie w\u00e4ren viel zu laut gewesen. Ich sage dazu nichts sondern verdrehe innerlich nur die Augen. Es gibt noch ein teures Hotel, was ihn wohl anlockt, aber f\u00fcr mich definitiv nicht infrage kommt. Ich versuche also mein Gl\u00fcck in einem kleinen B&amp;B, welches direkt gegen\u00fcber dem Besucherzentrum liegt. M\u00fcrrisch folgt H mir, er h\u00e4tte doch sogar das Zimmer bezahlt f\u00fcr mich. h\u00f6h?? mit Sicherheit nicht, lieber H.<br \/>\nDie Landlady hat noch ein Zimmer f\u00fcr uns frei, die zwei anderen sind leider belegt. aber ok.<br \/>\nIch freue mich schon darauf, mir das alte Klostergel\u00e4nde anzuschauen. Mein Griebenreisef\u00fchrer schw\u00e4rmt in h\u00f6chsten T\u00f6nen von der Einmaligkeit des Klosters und auch der roundtower soll sehr sehenswert sein.<br \/>\nH m\u00f6chte sich auruhen, aber ich gehe bschwingt zur\u00fcck, beim Besucherzentrum ist der Eingang zum weitl\u00e4ufigen Gel\u00e4nde.<\/p>\n<p>Ich freue mich, hier allein herum zu stromern, leider habe ich nur noch wenige Fotos auf meinem Film.<br \/>\nSo etwas wie dieses ehemalige Klosterdorf oder besser gar Stadt habe ich noch nie gesehen, der Grieben berichtet \u00fcber die Geschichte dieser Anlage.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaTq4][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8178\/7980058647_8918252a91_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaTjk][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8300\/7980058315_d8c147c07e_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Ich gehe hin\u00fcber zum See, der an das Siedlungsgel\u00e4nde anschlie\u00dft, setze mich auf einen Stein und freue mich an dem Blick \u00fcber das k\u00fchle Gew\u00e4sser.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaU2q][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8034\/7980060698_91b2087204_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaTVq][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8303\/7980060350_4cd52432c8_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaTuz][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8173\/7980058909_7f97a3d93f_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Ich wandere etwas um den See herum, diesen Weg hier w\u00fcrde ich zu gerne bewandern, wenn nicht dieses Mal dann mit Sicherheit ein anderes Mal.<\/p>\n<p>[url=https:\/\/flic.kr\/p\/daaTdc][img]https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8437\/7980057959_2745e3cc4a_z.jpg[\/img][\/url]<\/p>\n<p>Zur\u00fcck bei den Klostergeb\u00e4uden und Ruinen erwartet mich H, er hat wohl wieder wie ein Weltmeister fotografiert. Wo ich denn so lange gewesen w\u00e4re, bei dieser kleinen Anlage brauche man doch nicht sehr lange, um sich alles angeschaut zu haben. Meine begeisterte Schilderung \u00fcber See und den an ihm entlang f\u00fchrenden Wanderweg nickt er ungeduldig ab, Seen g\u00e4be es doch \u00fcberall und ich wolle doch nicht noch etwa wandern gehen. Au\u00dferdem m\u00fcssten wir am n\u00e4chsten Tag eh zur\u00fcck, weil ja einen Tag darauf meine F\u00e4hre nach England geht.<br \/>\nWir gehen zur\u00fcck zur Pension und treffen dort auf ein deutsches P\u00e4rchen, welches mit dem Rad von Dublin gekommen ist und morgen weiter nach S\u00fcden will. Da ich die beiden ganz sympathisch finde, stimme ich zu, dass wir abends zum etwa 2 Meilen entfernten Pub gehen und dort eine Kleinigkeit essen und einen pint trinken.<br \/>\nDer Abend wird dann recht lustig, w\u00e4hrend mir ein irish coffee reicht, trinken die anderen mehrere und ich bef\u00fcrchte langsam, dass ich sie nicht heil in die Pension bekomme. Endlich gegen 10 Uhr machen wir uns auf den R\u00fcckweg, zum Gl\u00fcck ist die Stra\u00dfe um diese Zeit kaum befahren und sie kommen zwar sehr schwankend, aber immerhin heil an. Ok, einmal purzeln sie alle \u00fcbereinander, weil H pl\u00f6tzlich stehen bleibt, um etwas Weltbewegendes zu verk\u00fcnden und die beiden \u00fcber ihn stolpern.<br \/>\nW\u00e4hrend ich mich gleich aufs Zimmer begebe, setzen sie sich noch eine weile in den Aufenthaltsraum. Als H nach oben kommt nimmt er zwar fast alle Ecken mit und schimpft, aber ich stelle mich schlafend.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen bin ich \u00fcberhaupt nicht schadenfroh und stimme l\u00e4chelnd zu, dass es nat\u00fcrlich an dem bl\u00f6den irischen Wwhiskey liegt, wenn sie alle drei jetzt starke Kopfschmerzen haben, aber kein Mitleid! Mir schmeckt das Fr\u00fchst\u00fcck prima, die Landlady grinst und fragt, ob es nicht doch etwas zu viel des Guten gewesen w\u00e4re bei ihnen.<\/p>\n<p>Die R\u00fcckreise nach Dublin wird echt arg, nur ganz selten ein Lift und wir kommen fast nicht von der Stelle. Es ist sehr hei\u00df und ich bin froh, als wir endlich Dublin erreichen. Wir laufen recht ziellos durch die Gegend und suchen eine Unterkunft.<br \/>\nAber dazu im n\u00e4chsten und letzten Teil mehr.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p><strong> <\/strong><strong>Gedanken \u00fcber Phil Ochs und &#8216;Dubliner M\u00f6chtegernphilosophen<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong>der nachfolgende Teil entstand als erstes \u00fcberhaupt und brachte mich auf die Idee, \u00fcber die gesamte Reise einen Bericht zu schreiben.<\/p>\n<p>Als Phil Ochs starb, wusste ich nicht einmal, dass es ihn gab.<\/p>\n<p>Aber heute, wo ich um ihn wei\u00df, seine Lieder immer wieder und immer wieder anh\u00f6re, erschreckt es mich, dass er so f\u00fchlte wie ich. Wenn ein Mann so f\u00fchlen kann wie eine Frau und wenn ein Amerikaner so sein kann wie eine geschichtslose Deutsche. Geschichtslos bin ich, so geboren. Weil wenn ich eine Geschichte h\u00e4tte, mich die Schuld ersticken w\u00fcrde. Jeden einzelnen Moment in dem ich lebe.<br \/>\n13 Jahre war er vor mir geboren und seine Stimme und seine Worte bringen mich heute zum Weinen, wenn ich sentimental, nachdenklich bin. Machen mich w\u00fctend, zornig, wenn ich beginne nachzudenken. Lassen mich verzweifeln oder besser sie dr\u00fccken meine Verzweiflung aus.<br \/>\nSeine Ironie, sein sanfter Sarkasmus l\u00e4sst mich lachen. Die Worte sind wahr. Sie sind ich. Und ich wei\u00df, wie l\u00e4cherlich das klingt. Und er starb, bevor ich wusste, dass es ihn gibt. Gegeben hat.<br \/>\nAls ich das erste Lied von Phil Ochs h\u00f6rte, erinnerte seine Stimme mich an eine andere, die fast gleich geklungen hatte.<\/p>\n<p>Ich komme nach Dublin, zusammen mit diesem blassen Jungen, den ich eigentlich verachte, weil er nicht wahrhaftig ist. Mehr H\u00fclle als Person. Ich bin genervt und wei\u00df, dass dies ungerecht ist. Wir gehen durch eine Stra\u00dfe in Dublin, fragen nach einer Herberge. Und ich komme mir fast vor wie Maria, obwohl ich weder jungfr\u00e4ulich noch schwanger bin. Ein Mann, ein noch fast junger sitzt auf einem K\u00fcchenstuhl vor einem Haus und weist uns den Weg zu einer Pension. Er bittet uns, zur\u00fcckzukommen, wenn wir dort Unterkunft gefunden haben, wir k\u00f6nnten uns doch ein wenig unterhalten. Ich misstraue ihm, ich will das nicht.<br \/>\nAber H\u00f6flichkeit &#8220;er hat uns doch eingeladen..&#8221; zwingt mich dazu. Dabei gibt es \u00fcberhaupt kein uns. Ich will nur fort auf meine F\u00e4hre und verfluche, dass ich zugesagt habe, mit nach Dublin zu kommen.<\/p>\n<p>Der Mann, dem ich misstraue, bittet uns in Haus und f\u00fchrt uns in ein verqualmtes Arbeitszimmer. Er forscht uns aus. Wir seien doch Deutsche, das merke man am Dialekt. Er lese gerade \u00fcber den Holocaust. Wie wir dazu st\u00fcnden. \u00dcber all die vergasten Kinder und deren M\u00fctter und V\u00e4ter d\u00e4chten. Und wie wir damit leben k\u00f6nnten. Und der blasse Junge aus Hamburg antwortet h\u00f6flich. Gibt Beteuerungen ab, erstickt in Worten. Ich gebe das Zuh\u00f6ren auf und verachte sie. sie beide. Was ich dazu sagen w\u00fcrde? Der Junge zupfe mich am \u00c4rmel, ich sei gefragt worden.<\/p>\n<p>Ich sehe ihn an &#8211; diesen Mann &#8211; der sein Buch in dem das alles steht &#8211; mir entgegen streckt. Anklagend. what you think about this.<\/p>\n<p>Und ich bin ehrlich. Dass es ihn einen bloody fuck angeht, wie ich dazu stehe, ob mich das belastet. Welches Recht er habe, mir solche Fragen zu stellen?<br \/>\nUnd er &#8211; als offenkundiger Abstammling der british bastards, die dieses Land geknechtet h\u00e4tten, wie er wage andere Menschen nach deren Schuld zu befragen. Wie er glauben k\u00f6nne, dass ein noch nicht einmal geborenes Kind Schuld an irgendwas haben k\u00f6nne. Die Erbs\u00fcnde &#8211; egal ob die des Menschen generell oder der Deutschen im Besonderen &#8211; diese moralische Messlatte wirklich angelegt auf Menschen, die zuf\u00e4llig des Weges daher kommen?<\/p>\n<p>Er streitet nicht ab, kein wirklicher Dubliner zu sein. woher ich das wisse?<br \/>\n&#8220;Instinkt&#8221;, antworte ich.<\/p>\n<p>Der Junge windet sich, wie ich all das sagen k\u00f6nne und nur knapp vermeide ich die passende Antwort: Mit meinem Mund! Ich bin jetzt in der Stimmung zu sagen, was ich denke, laut. Und antworte &#8211; dass es mich jeden wachen Moment, wo ich dr\u00fcber nachdenke mit Grauen und Entsetzen f\u00fcllt. Dass ich in Paris in einer Erinnerugnsst\u00e4tte gewesen sei und mich eine nicht zu benennende Angst gepackt hat, die mich seither begleitet. Ob es das sei, was er h\u00f6ren wolle?<br \/>\nUnd ob er auch wissen wolle, wie es meiner Familie ergangen sei, was sie erlebt, vielleicht erlitten h\u00e4tte. Ob er denn so pauschal wisse, ob ihm Abk\u00f6mmling von T\u00e4tern oder Opfern gegen\u00fcber stehe.<br \/>\nNein, das wisse er nicht, antwortet er. Es interessiere ihn, wie junge Deutsche damit umgehen w\u00fcrden. Der Junge gibt Worte ab, der Demut, der Nachdenklichkeit, der &#8220;wir wissen, was war&#8221;.<br \/>\nWas ich dazu sagen w\u00fcrde? Auch wenn ich ihn hassen w\u00fcrde, dies nteressiere ihn. Was mich dazu bringt zu lachen.<\/p>\n<p>Hass? Mit Sicherheit nicht. Gelten die Rechte des Menschen &#8211; jedweden Menschen &#8211; nicht auch f\u00fcr mich? Kann ich nicht frei reden, mit wem ICH frei reden will? Und schweigen, wenn ich schweigen m\u00f6chte? Und ob er es ertragen k\u00f6nne, wenn ich mit ihm reden w\u00fcrde, dar\u00fcber, was ich wirklich denke, das w\u00fcrde ich bezweifeln.<br \/>\nUnd bei all fair means &#8211; dass ich M\u00f6chtegernphilosphen ziemlich ver\u00e4chtlich f\u00e4nde. Wer wei\u00df, was er redet und was er fragt, der tue dies. Ansonsten schweige er.<\/p>\n<p>Diesmal l\u00e4chelt er, ob es nicht bekannte Eigenart des Dubliners sei, egal, ob des geb\u00fcrtigen oder hinzugekommenen, zu philosophieren? Als der Junge etwas sagen will, bringt er ihn mit einer Handbewegung zum Verstummen. Seine Augen fordern mich auf, etwas zu sagen.<br \/>\nFast h\u00e4tte er mich zum L\u00e4cheln gebracht. Oder hat er? Wenn ich Ulysses glauben w\u00fcrde, w\u00e4re der Dubliner an sich ein sehr wechselhaftes Wesen, gebe ich zur Antwort.<\/p>\n<p>Mein Nichtfreund dr\u00e4ngt nun zum Aufbruch, es sei schon sp\u00e4t.<br \/>\n&#8220;ich habe euch nicht einmal etwas zu trinken angeboten, ich bin ein schlechter Gastgeber&#8221;. Da ich kein Gast in diesem Hause sei, sei das nicht schlimm, erwidere ich, was ihn zum Lachen bringt und den anderen wei\u00dfer werden l\u00e4sst.<br \/>\nAn der T\u00fcr umarmt er mich und bietet ihm die Hand, bedankt sich f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>&#8220;Warum hat der dich umarmt? Du warst so f\u00fcrchterlich unh\u00f6flich&#8221;<br \/>\n&#8220;ich war ich&#8221; sage ich nur und in der Nacht, als er in seinem Unterzeug auf mir liegt, erregt, sich herumw\u00e4lzt und mehr will, \u00fcberkommt mich gro\u00dfe \u00dcbelkeit, ich sto\u00dfe ihn von mir fort und gehe ins EtagenBad, bis er eingeschlafen ist.<br \/>\nAm fr\u00fchen Morgen l\u00e4uft die F\u00e4hre aus dem Hafen, ich bin so froh, lege meinen Kopf auf die \u00fcberkreuzten Arme und tr\u00e4ume meinen eigenen Traum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OT: Vorwort: Teilweise sind das einfach Erinnerungen, teils alte kurze Aufzeichnungen zu Fotos &#8211;\u00a0 Fotos gibt es ein paar, die ich inzwischen eingescannt habe.\u00a0 Ich hoffe, dieser Bericht gef\u00e4llt euch. Beim Schubladensortieren der Bilder in meinem Kopf stie\u00df ich auf &hellip; <a href=\"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/?p=329\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"gallery","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/329"}],"collection":[{"href":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=329"}],"version-history":[{"count":59,"href":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/329\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":331,"href":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/329\/revisions\/331"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=329"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=329"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=329"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}