{"id":506,"date":"2011-07-14T21:15:40","date_gmt":"2011-07-14T19:15:40","guid":{"rendered":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/?p=506"},"modified":"2011-08-08T20:31:47","modified_gmt":"2011-08-08T18:31:47","slug":"reisetagebuch-kerrycork","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sternstaub.org\/blog\/?p=506","title":{"rendered":"Reisetagebuch Kerry&#038;Cork &#8211; Juni 2006"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Reisetagebuch m\u00f6chte ich die Erlebnisse, Gedanken  aufschreiben, um sie einerseits nicht zu vergessen und andererseits den  Zusammenhang zu den Fotos herzustellen.<br \/>\nTrotz Abbruch ist diese Tour zu einer meiner sch\u00f6nsten  geworden.<\/p>\n<p>Tag 1 &#8211; Ankunft<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So sehr es mich auch immer wieder nach Irland zieht &#8211; Dublin ist nicht meine Stadt. Wenn es geht vermeide ich einen  l\u00e4ngeren Aufenthalt. Ein fr\u00fcher Flug bringt uns am Morgen des 6. Juni  von Berlin dorthin. Mit dem Bus fahren wir zur Heuston-Station, um den  Zug gen S\u00fcden zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir uns entscheiden, in einem Caf\u00e9 im Bahnhof etwas zu trinken, wei\u00df  ich hinterher wieder, warum ich diese Stadt nicht mag. Das M\u00e4dchen am  Kuchen\/Kaffeecounter stellt die bestellten Getr\u00e4nke und Sandwichs auf  die hohe Theke, ich lege f\u00fcnf Euro daneben und suche dann in meinem  Portemane nach passendem Kleingeld. Ich h\u00f6re es klacken, schaue  automatisch auf, sehe, dass nur noch ein \u20ac dort liegt und eine Hand, die  scheinbar absichtslos dar\u00fcber streicht. Ganz ruhig lege ich die  fehlenden 75 Cent hinzu. Es fehlen noch 4 \u20ac sagt die Bedienung  schnippisch. Ich antworte: &#8220;aber nein, es sind gerade zwei  Zweieurom\u00fcnzen heruntergefallen.&#8221; Sie blickt an mir vorbei. &#8220;Das stimmt  nicht.&#8221; Sie schaut nicht einmal nach. Warum sollte sie auch? Sie wei\u00df so  gut wie ich, was gerade geschehen ist. Sie fordert mich auf, ihr die 4 \u20ac  zu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann mich nur ins Unrecht setzen, es gibt nichts, was ich wie beweisen k\u00f6nnte.<br \/>\nIch sage: &#8220;behalte die Sachen f\u00fcr dich. Und danke f\u00fcr die Gastfreundlichkeit.&#8221;<br \/>\nWir schultern die Rucks\u00e4cke und gehen wieder. Ausdruckslos mustert mich das M\u00e4dchen. Ich denke: das f\u00e4ngt ja prima an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um uns abzuregen, gehen wir in den Buchshop und kaufen einige B\u00fccher.  Das wird noch zu einer schlechten Gewohnheit werden und unsere Rucks\u00e4cke  schwerer machen.<br \/>\nAls wir in den \u00fcberhitzten Zug einsteigen, streiche ich das unerfreuliche Erlebnis aus meinem Sinn. Das ist halt Gro\u00dfstadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 3 1\/2 Stunden Fahrt erreichen wir Killarney, wo wir die erste Nacht  auf einem mir bekannten Campingplatz verbringen wollen. Er liegt ca. 3  km au\u00dferhalb der Stadt und nach dem langen hei\u00dfen Tag kommen wir recht  verschwitzt und m\u00fcde am Platz an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir probieren den neuen Kocher<a title=\"Kocher im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Kocher\" target=\"blank\"><\/a> und bei einer Tasse Tee planen wir den n\u00e4chsten Tag. Wir wollen nach  Kenmare wandern, das ist eine recht anspruchsvoll Strecke von \u00fcber 30 km  quer durch die Berge.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img233.imageshack.us\/img233\/9774\/kill1aok0.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p>Tag 2 &#8211; Versuch einer Wanderung nach Kenmare<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am n\u00e4chsten Morgen genie\u00dfen wir es, angekommen zu sein, trinken in Ruhe  unseren Tee und bauen langsam die Zelte ab. Um 11.00 Uhr brechen wir auf  und durchqueren zuerst die Touristenhochburg Killarney. Killarney liegt  in einem Tal der Mac Gillicuddy Reeks an den Ufern der drei Seen Lough  Leane, Muckross Lake und Upper Lake, die Teil des  Killarney-Nationalparks sind. In den MG-Reeks steigen die h\u00f6chsten Berge Irlands empor. Mancher neigt dazu, sie zu untersch\u00e4tzen.<br \/>\nIch erkl\u00e4re Douglas, dass das Tourismusgewerbe mit Abstand der gr\u00f6\u00dfte  Arbeitgeber hier ist; die Region um Killarney geh\u00f6rt zu den  meistbesuchten Gegenden in ganz Irland.\u00a0 Nur Dublin selber verf\u00fcgt z.B. \u00fcber mehr Hotelbetten.<br \/>\nAber nicht der Ort lockt die Besucher an, es ist der Nationalpark,  welcher der Erste auf irischem Boden war. Die landschaftliche Sch\u00f6nheit  der Gegend verf\u00fchrte schon vor Jahrhunderten den englischen Adel zum  Besuch. Auch Queen Victoria besuchte mit Teilen ihres Hofstaats als Gast  des Grafen von Bantry die Seen von Killarney, woran z.B. der  Aussichtspunkt &#8220;Ladys View&#8221; erinnert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da wir uns bei dem Versuch verlaufen, die Innenstadt zu umgehen,  gelangen wir erst sp\u00e4t in den Teil des Nationalparkes, in welchem das  Muckrock House mit seinen Gartenanlagen liegt. Von dort wollen wir  weiter zum Wasserfall, dort beginnt eine Wanderstrecke, die durch  einsame Berglandschaft f\u00fchrt.<br \/>\nDer Nationalpark beherbigt einen der \u00e4ltesten noch verbliebenen Eichenw\u00e4lder<a title=\"Irland im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Irland\" target=\"blank\"><\/a>.  Sehr oft bleiben wir stehen und bewundern die F\u00fclle und das \u00fcppige  Wachstum der Pflanzen. Neben Eiben, Moosen, Farn locken zahlreiche  Bl\u00fchpflanzen, wie sie sonst nur aus dem Mittelmeerraum bekannt sind  unser Auge, zum Beispiel strauchartige Erdbeere-B\u00e4ume und gro\u00df-wachsende  Rhododendron-Str\u00e4uche. Der Einfluss des Golfstromes gestattet hier das  Heimisch Sein von Pflanzen, die auf diesem Breitengrad sonst eher nicht  zu finden sind.<br \/>\nAber diese &#8220;zugezogenen&#8221; Pflanzen haben durchaus auch negative Aspekte.  Speziell der Rhododendron \u00fcberwuchert die urspr\u00fcngliche Flora uhd nimmt  ihr den Lebensraum. In den Nationalparks wird versucht, ihn  zur\u00fcckzudr\u00e4ngen, u.a. gibt es jedes Jahr Work-Camps, um in harter Arbeit  solche Fl\u00e4chen zu roden.<br \/>\nIn der Hitze f\u00fchlen wir uns wie ausged\u00f6rrt. Der Schwei\u00df tr\u00e4nkt alle  Kleidungst\u00fccke und die Rucks\u00e4cke scheinen mit jedem Schritt schwerer zu  werden. Wir beschlie\u00dfen, eine l\u00e4ngere Rast am Muckross House zu machen.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img228.imageshack.us\/img228\/2134\/mp3wc8.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img183.imageshack.us\/img183\/4880\/mp1gu4.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a> <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img258.imageshack.us\/img258\/2586\/mhs4je3.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 1843 von der Familie Herbert nach Pl\u00e4nen des ber\u00fchmten,  schottischen Architekten William Burn erbaut, ging es auf Vincent Bourn  und dessen Familie \u00fcber. Die heutige Gartengestaltung stammt \u00fcberwiegend  aus dieser Zeit. 1932 vermachte William Bowers Bourn das Haus und den  gesamten Grundbesitz dem irischen Staat, um es zum Mittelpunkt eines zu  gr\u00fcndenden Nationalparks zu machen.<br \/>\nHeute ist es Anlaufstelle f\u00fcr Pferdekutschen, Fahrr\u00e4der und Wanderer.  Vor allem die Lage inmitten von G\u00e4rten am Ufer des Muckross Lake machen  es zu einem beliebten Ziel f\u00fcr Kommunions- und Hochzeitsgesellschaften  und Rundfahrtbusse.<br \/>\nDer Parkplatz liegt aber zum Gl\u00fcck etwa 2 km entfernt an der Stra\u00dfe, die zum ber\u00fchmten Ring of Kerry geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img390.imageshack.us\/img390\/5046\/mhs1wd9.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img354.imageshack.us\/img354\/705\/mhs2gm9.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a> <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img352.imageshack.us\/img352\/457\/mp2xu2.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir verlassen Haus und See, um zum Wasserfall hin\u00fcberzugehen.<br \/>\nIm Laufe des Tages ist es immer schw\u00fcler geworden. Der Junge, der im  Kiosk am Fu\u00dfe des Torc-Wasserfall Eis und Souvenirs verkauft, erz\u00e4hlt  uns, dass es der hei\u00dfeste Juni seit Menschengedanken im County Kerry  sei. Temperaturen \u00fcber 30 Grad sind hier recht selten. Leider k\u00f6nnen wir  unsere Wasservorr\u00e4te nicht auff\u00fcllen, er f\u00fchrt nur s\u00fc\u00dfe Limonaden.<br \/>\nAuf einer Bank am Wasserfall sitzend und fantastisch schmeckendes,  selbst gemachtes Eis schleckend, \u00fcberlegen wir, ob das Wasser bis morgen  reicht und wie weit es wohl noch bis Kenmare ist. Ein Blick auf unsere  Karte \u00fcberzeugt uns, dass wir die etwa 20 km bis zu unserem Ziel bis  morgen Mittag schaffen k\u00f6nnen, au\u00dferdem haben wir noch etwa 4 Liter  Wasser. Nach unseren bisherigen Erfahrungen m\u00fcsste das eigentlich  reichen.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img145.imageshack.us\/img145\/8017\/torc2to1.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a> <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img220.imageshack.us\/img220\/1605\/torc1yh1.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Wasserfall ist es angenehm k\u00fchl. Wir m\u00fcssen uns fast zwingen, die  Rucks\u00e4cke wieder zu schultern und den Aufstieg zu beginnen. Der Pfad  zieht sich schmal und teilweise recht steil auf der linken Seite der  Schlucht entlang. Streckenweise besteht er aus anstrengend zu begehenden  Steinstufen.<br \/>\nDoch immer wieder entsch\u00e4digen uns Ausblicke auf den Fall oder durch die  B\u00e4ume auf den nunmehr recht tief unten liegenden Muckrock-Park.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img144.imageshack.us\/img144\/4828\/torc3fv9.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem wir im hoch gelegenen Teil des Nationalparks angekommen sind,  bietet sich uns ein ganz anderes Bild. Der vorher \u00fcppige Baumbestand  bleibt hinter uns zur\u00fcck, als wir dem Wanderweg in das Bergland folgen.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img522.imageshack.us\/img522\/6269\/np2gp7.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weg wird immer schwieriger zu begehen. In engen, ausgesetzten Kehren  windet er sich durch sumpfiges und streckenweise sehr steiniges  Gel\u00e4nde. Da es st\u00e4ndig auf und ab geht, muss ich h\u00e4ufig die H\u00e4nde zur  Hilfe nehmen, um ihm folgen zu k\u00f6nnen. Inzwischen ist es 19 Uhr geworden  und wir merken, dass wir nicht mehr lange weitergehen k\u00f6nnen. Aber  einen einigerma\u00dfen ebenen und trockenen Platz zu findet, stellt sich als  recht schwierig dar. Das Schlimmste jedoch sind die Myriaden von  Midges. Sobald wir kurz stehen bleiben, um zu verschnaufen oder das  Gel\u00e4nde n\u00e4her zu untersuchen, lassen sich Hunderte von ihnen auf uns  nieder.<br \/>\nEndlich sehe ich von weitem einen in Frage kommenden Platz. Wir  verlassen den Pfad, um auf der kleinen Anh\u00f6he unsere Zelte  schnellstm\u00f6glich aufzubauen. In Wolken von Midges eingeh\u00fcllt, werfen wir  die Rucks\u00e4cke hinein und fl\u00fcchten ins Zeltinnere.<br \/>\nWir haben jeder nur noch etwa einen halben Liter Wasser f\u00fcr den n\u00e4chsten  Tag, obwohl wir versucht haben, mit den Reserven sparsam umzugehen. Es  ist immer noch schw\u00fcl und ich frage mich, wie wir ein Gewitter hier in  den offenen Bergen \u00fcberstehen w\u00fcrden. Ich habe aber trotz Midges und  Ersch\u00f6pfung darauf geachtet, dass wir nicht in Flie\u00dfrichtung oder in  einer Kuhle unsere Zelte aufschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich reiche Douglas eines der letzten zwei Br\u00f6tchen und K\u00e4se hin\u00fcber; das  mit einem kleinen Schluck Wasser ist die erste Mahlzeit, die wir seit  dem knappen Fr\u00fchst\u00fcck und dem Eis zu uns nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am n\u00e4chsten Tag schlafen wir wieder zu lange in den Morgen hinein. Ich mache ein, zwei Fotos und wecke Douglas.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img140.imageshack.us\/img140\/5729\/np4lr4.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p>Tag 3 &#8211; der Geschmack von Wasser<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der n\u00e4chste Teil der Wanderung wird schwierig werden, wir k\u00f6nnen nicht  absch\u00e4tzen, wie weit wir gestern gekommen sind und eine recht  anstrengende Strecke liegt noch vor uns. Unser Fr\u00fchst\u00fcck besteht  lediglich aus einem Schluck Wasser, das ist aber ok so, wir haben  \u00fcberhaupt keinen Hunger.<br \/>\nWir bauen die Zelte ab und machen uns auf den Weg.<br \/>\nDie Midges und andere Insekten umschwirren uns zwar noch immer, es ist viel ertr\u00e4glicher als am Abend zuvor.<br \/>\nNach etwa zwei Stunden st\u00e4ndiger Kletterei und der Durchquerung eines  Sumpfgebietes auf Holzbohlen und Trittsteinen halten wir ersch\u00f6pft an  einem kleinen Wasserfall an.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img299.imageshack.us\/img299\/5671\/np6os4.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a> <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img84.imageshack.us\/img84\/9516\/np1wg1.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich k\u00f6nnen wir unsere ungef\u00e4hre Position auf der Karte bestimmen,  der Wasserfall ist eingezeichnet und ich erschrecke, wenn ich sehe,  wieviel Weg noch vor uns liegt.<br \/>\nOhne Wasser geht das nicht.<br \/>\nInzwischen haben wir gelernt, dass Durst viel besser gel\u00f6scht wird, wenn  man eine kleine Menge in den Mund nimmt und jeden Mundwinkel damit  durchfeuchtet. Und dann ganz langsam schluckt.<br \/>\nIch mache mir Sorgen. Irgendwie m\u00fcssen wir Wasser besorgen. Bei diesem  schwierigen Gel\u00e4nde werden wir bestimmt noch mindestens 5 Stunden  brauchen, bevor wir nur in die N\u00e4he von Kenmare kommen. Die Sonne brennt  wieder hei\u00df vom Himmel und die vom Schwitzen verbrauchte Fl\u00fcssigkeit  m\u00fcsste dringend ersetzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Karte m\u00fcssen wir relativ bald einen Fluss erreichen, es ist  aber keine Br\u00fccke eingezeichnet und ich frage mich, wie wir ihn  \u00fcberqueren k\u00f6nnen.<br \/>\nNachdem wir eine weitere Stunde gegangen sind, steigt der Pfad immer  mehr an, wird breiter und ist nun mit Schotter durchsetzt. Wir werden  schneller, weil oben auf der n\u00e4chsten Kuppe B\u00e4ume stehen, die Aussicht  auf Schatten befl\u00fcgelt unsere vormals so m\u00fcden Schritte.<br \/>\nAbgek\u00e4mpft erreichen wir den h\u00f6chsten Punkt und lassen uns kurz darauf im Schatten hoher B\u00e4ume auf den Boden sinken.<br \/>\nDouglas trinkt seinen letzten Schluck Wasser und auch ich habe h\u00f6chstens noch genug f\u00fcr zweimal Mund sp\u00fclen.<br \/>\nNachdem wir wieder zu Atem gekommen sind, schlage ich vor, dass ich nun  zum Fluss hinuntersteige werde, der sich irgendwo da unten erahnen l\u00e4sst  und Wasser holen werde.<br \/>\nDouglas ist zuerst nicht einverstanden damit, er hat gelesen, dass man  kein Wasser aus irischen B\u00e4chen und Fl\u00fcssen trinken soll, weil das Land  teilweise zu sehr bearbeitet und Viehzucht betrieben wird.<br \/>\nIch wende ein, dass ich lieber Durchfall riskiere als Austrocknung und  wir keine lebende Seele weder Mensch noch Vieh hier in diesem Bergland  gesehen haben. Au\u00dfer Insekten gibt es hier nicht viel. Au\u00dferdem kann man  das Wasser vorher kosten und genau das werde ich machen.<br \/>\nEntschlossen nehme ich eine Wasserflasche und gehe den Berg hinunter.  Nach zwei, drei Minuten folgt er mir und dann stehen wir am Fluss auf  Trittsteinen. Ich sch\u00f6pfe das Wasser in den H\u00e4nden, es sieht sehr klar  und rein aus. Ich trinke. So k\u00f6stlich erscheint es mir und auf einen  Blick von mir f\u00fcllt Douglas seine und dann meine Wasserflasche. Wir  gehen zur\u00fcck zu den Rucks\u00e4cken, setzen uns wieder hin. Schluck f\u00fcr  Schluck trinken wir langsam, kosten jede Sekunde aus, die das Wasser in  unserem Mund bleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn ich nichts auf dieser Reise sonst gelernt haben sollte, aber das  wird mir immer im Ged\u00e4chtnis bleiben: wie kostbar und k\u00f6stlich Wasser  ist.<\/p>\n<p>Im Schatten der B\u00e4ume bleiben wir lange sitzen und schauen hinunter ins Tal.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img142.imageshack.us\/img142\/2172\/np7sf2.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wandern nun durch ehemals b\u00e4uerliches Land. Die Bewohner wurden zur Zeit der Famine<br \/>\nvon der Polizei im Auftrage ihrer Landlords vertrieben, weil sie die  hohen Pachtgeb\u00fchren nicht mehr zahlen konnten. Die seit so langer Zeit  verlassenen und nunmehr verfallenen H\u00e4user, die erst den Tod vieler  Familienangeh\u00f6riger und dann die Vertreibung gesehen haben, deprimieren  mich, ich mag sie nicht fotografieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich kommen wir an eine kleine Teerstra\u00dfe. Anhand der Karte bestimmen  wir unseren Standort. Ich glaube nicht, dass wir es an diesem Tag bis  Kenmare schaffen werden. Wir haben zwar das Wasserproblem gel\u00f6st, sind  aber beide stark von der Sonne verbrannt. Mit allem m\u00f6glichen hatten wir  gerechnet, aber nicht mit tropischer Hitze in Irlands  Bergen. Wir beschlie\u00dfen, dass wir nicht nach Kenmare wandern, sondern  in die andere Richtung gehen. Es sind ungef\u00e4hr 2 km bis zu einer  gr\u00f6\u00dferen Stra\u00dfe, die von Killarney \u00fcber Ladys View und Molls Gap (zwei  ber\u00fchmte Aussichtspunkte) nach Kenmare f\u00fchrt. Entweder nehmen wir den  Bus, der alle 2-3 Stunden diese Route f\u00e4hrt oder versuchen zu trampen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Entscheidung gibt uns neuen Aufschwung. An der gro\u00dfen Stra\u00dfe angelangt, bekommen wir auch bald einen Lift zum Ladys View.<br \/>\nIm kleinen Restaurant kaufen wir uns Eis und Getr\u00e4nke und erfreuen uns  auf der Treppe sitzend an dem ber\u00fchmten Blick \u00fcber die Seen von  Killarney.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img206.imageshack.us\/img206\/214\/killb1qr2.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zwei Parkpl\u00e4tze sind \u00fcberf\u00fcllt und wir stellen uns einige Hundert  Meter entfernt an der Stra\u00dfe auf. Wir hoffen auf einen Lift in Richtung  Molls Gap und Kenmare.<br \/>\nNach \u00fcber einer Stunde geben wir auf, ohne Schatten oder einem Hauch  Wind ist es unertr\u00e4glich dort zu stehen. Wir gehen zum Ladys View  zur\u00fcck, ich schlage vor, dass wir versuchen nach Killarney zu trampen,  weil offensichtlich am heutigen Tag kein Bus mehr f\u00e4hrt. Ich spreche ein  sympathisch wirkendes junges Paar an, das gerade in seinen Mietwagen  steigen will und frage, ob sie nach Killarney fahren. Sie wollen nur bis  zum Torc-Wasserfall, sind aber sofort bereit uns mitzunehmen. Sie  kommen aus Portugal und sind erstmalig in Irland.  Wir unterhalten uns und ich gebe ihnen Tipps, was man in und um  Killarney alles so machen kann. Fast bedauernd trennen wir uns von  einander, aber wir m\u00fcssen noch weiter und sie m\u00f6chten den Wasserfall und  den Nationalpark besichtigen.<br \/>\nVom Torc-Wasserfall sind es noch immer einige Kilometer nach Killarney.  Entweder m\u00fcssen wir nun zu Fu\u00df weiter, einen neuen Lift erfragen oder  doch mit einer Pferdekutsche? Die Preisvorstellungen des einzigen  Pferdekutschers, der nahe beim Muckross House steht schrecken uns ab.  Au\u00dferdem w\u00fcrde er uns nur eine kurze Strecke bis zum Beginn des Parks  bringen k\u00f6nnen.<br \/>\nVor der Strecke an der Stra\u00dfe entlang graust es uns, deswegen  beschlie\u00dfen wir wieder durch den Muckross Park zu wandern, auch wenn die  Entfernung gr\u00f6\u00dfer ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schaue \u00fcber den Muckross-See bis zur Bootsanlegestelle. Zwei  Holzboote mit Au\u00dfenborder sind dort festgemacht und ich komme auf eine  aberwitzige Idee.<br \/>\nW\u00e4hrend Douglas auf der Wiese im Schatten wartet, laufe ich hin\u00fcber zum Steg.<br \/>\nDie Bootsleute gr\u00fc\u00dfen mich freundlich. Auf meine Frage, ob sie manchmal  auch Taxidienste mit ihren Booten machen, staunen sie. &#8220;Nun, ich m\u00f6chte  zum Ross-Castle, zwei Leute mit zwei gro\u00dfen Rucks\u00e4cken, die nicht mehr  laufen k\u00f6nnen, was w\u00fcrde das kosten?&#8221;<br \/>\nDer J\u00fcngere von Beiden \u00fcberlegt und fragt seinen Kollegen. Inzwischen  ist es fast 18.00 Uhr und es werden nicht mehr viele Touristen eine der  kleinen Rundfahrten machen. Unter viel Gel\u00e4chter einigen wir uns auf 12 \u20ac  pro Person.<br \/>\nIch eile zur\u00fcck und \u00fcberrasche Douglas mit der Ank\u00fcndigung, dass wir nun  weiter mit dem Boot fahren werden. Wir schultern die Rucks\u00e4cke und  klettern wenige Minuten darauf in den Holzkahn.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img122.imageshack.us\/img122\/2320\/killboot1za0.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bootsf\u00fchrer startet den Motor, lebhaft erz\u00e4hlt er uns von den drei  Seen und den Inseln, an denen wir vorbei fahren. Es wird etwa 30 bis 40  Minuten dauern, bis wir am Ross Castle sein werden.<br \/>\nIch bekomme fast ein schlechtes Gewissen, weil er ja zu seinem  Ausgangspunkt wieder zur\u00fcck muss. Ich habe mir vorher gar keine  Vorstellung gemacht, wie weit die Tour sein wird. Ich wusste nur, dass  die Seen miteinander verbunden sind. Und nun frage ich mich, ob er auf  seine Kosten kommen wird.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img383.imageshack.us\/img383\/4060\/killboot3zi2.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Fahrtwind trocknet unsere Schwei\u00dfgetr\u00e4nkte Kleidung. Ich k\u00f6nnte  singen, ich liebe es auf dem Wasser zu sein. Das macht mir fast noch  mehr Freude als zu wandern.<br \/>\nDas Wasser f\u00fchlt sich seidenweich an, ich wasche meine Arme und das  Gesicht. Wir genie\u00dfen jede Sekunde dieser ungeplanten Bootsfahrt. Von  der Wasserseite aus erschlie\u00dft sich die Sch\u00f6nheit der Landschaft auf  eine ganz eigene Art.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img387.imageshack.us\/img387\/2188\/killboot2arz7.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a> <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img230.imageshack.us\/img230\/9005\/killboot7uz4.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir freuen uns, dass auch der Fahrer ganz offensichtlich seine Freude an  dieser Tour hat, normalerweise macht er nur kleine Rundfahrten auf dem  Muckross Lake. F\u00fcr uns viel zu fr\u00fch sehen wir Ross Castle, das an einer  Ausfallstrecke aus Killarney am Seeufer liegt.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img229.imageshack.us\/img229\/8223\/killboot6db7.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Anlegen spricht uns ein Mann an, der wissen m\u00f6chte, wie uns die  Bootsfahrt gefallen hat und was eine Fahrt kostet. Er plane eine  Tagestour mit Familie und Freunden, um die verschiedenen Inseln  besichtigen. Aufgrund unserer begeisterten Empfehlung macht er gleich  einen Termin f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag aus. Wir verabschieden uns und der  Bootsf\u00fchrer sch\u00fcttelt uns die H\u00e4nde, wir haben ihm Gl\u00fcck gebracht, sagt  er. Morgen wird ein lohnender Tag werden f\u00fcr ihn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir nehmen im erstbesten B&amp;B ein Zimmer. Was f\u00fcr ein Luxus, duschen  zu k\u00f6nnen und so viel Wasser zu trinken, wie es uns gef\u00e4llt. Ich  versuche meine Midgesstiche zu z\u00e4hlen, bei der Zahl 140 h\u00f6re ich auf.  Sp\u00e4ter kaufen wir im Laden der nahe gelegenen Tankstelle Lebensmittel  und machen bei Cider, Brot und K\u00e4se einen gem\u00fctlichen Leseabend.<\/p>\n<p>Tag 4 &#8211; Willkommen in Kenmare<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einem \u00fcppigen Fr\u00fchst\u00fcck mit Orangensaft, Tee, f\u00fcr mich mit  gebratenen Eiern, Speck und f\u00fcr Douglas Toast, K\u00e4se und M\u00fcsli verlassen  wir die Pension und nehmen vom Busbahnhof den Bus nach Kenmare. W\u00e4hrend  der Fahrt erkenne ich, dass die Route ge\u00e4ndert wurde, er f\u00e4hrt nicht  mehr die Strecke \u00fcber Molls Gap. Da h\u00e4tten wir wirklich lange warten  k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kenmare ist eine Kleinstadt an der Bucht, in welche der Kenmare-River in den Atlantik flie\u00dft. Ich kenne sie von meiner ersten Irland<a title=\"Irland im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Irland\" target=\"blank\"><\/a>reise  im Jahr 1976, vage erinnere ich mich an Palmen und an von Touristen  bev\u00f6lkerte Stra\u00dfen. Hier beginnt der Ring of Beara, eine bekannte  Weitwanderstrecke um die Beara-Halbinsel, die wir gern erwandern  m\u00f6chten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als der Bus nach einigen Stunden in der Ortsmitte h\u00e4lt, sind wir froh  der stickigen Hitze zu entkommen. Das Thermometer zeigt 32 Grad im  Schatten an, aber ein leichter Wind macht das Wetter ertr\u00e4glich.<br \/>\nIm Touristoffice fragen wir nach einem Campingplatz. Der n\u00e4chste ist  mehrere Kilometer entfernt, es soll jedoch noch eine M\u00f6glichkeit zum  Zelten im Ort selber bei einem Independent Hostel geben.<br \/>\nZuerst verlaufen wir uns, finden aber nach etwa 30 Minuten das Hostel.  Eine \u00e4ltere Frau steht auf einer Leiter und wei\u00dft das Haus von au\u00dfen.  Sie ist in eine von der Arbeit verschmutzte Jogginghose gekleidet, oben  tr\u00e4gt sie ein verwaschenes Batistnachthemd, welches in die Hose gestopft  ist. Ich frage, ob sie f\u00fcr uns einen Zeltplatz frei hat. M\u00fchsam steigt  sie die Sprossen hinab.<br \/>\nSie antwortet uns mit einem Wortschwall, von dem Douglas offensichtlich  kein Wort versteht. Auch ich habe Probleme, mich in ihren Slang  einzuh\u00f6ren. Hinter dem Haus steht bereits ein gro\u00dfes <a title=\"Zelt im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Zelt\" target=\"blank\">Zelt<\/a>, sie bedeutet uns mit vielen Gesten, dass wir direkt daneben unsere Zelte aufschlagen k\u00f6nnen.<br \/>\nWir sind gerade damit fertig, als sie uns einen Willkommenstee bringt.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img258.imageshack.us\/img258\/1136\/ken1xb5.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor den Zelten sitzend und Tee schl\u00fcrfend, entspannen wir uns. Wir  beschlie\u00dfen zwei N\u00e4chte zu bleiben, um Ort und n\u00e4here Umgebung zu  erkunden. Ich bringe die Tassen zum Hintereingang des Hauses. Die  Landlady bietet uns an, in ihrer K\u00fcche zu kochen. Und W\u00e4sche waschen und  trocknen k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich auch. Ich freue mich besonders \u00fcber das  Angebot bez\u00fcglich der W\u00e4sche, weil es manchmal schwierig ist, schmutzige  Kleidung unterwegs zu waschen.<br \/>\nIm nahe gelegenen Supermarkt kaufen wir f\u00fcr abends Nudeln und Pesto und Br\u00f6tchen und K\u00e4se f\u00fcr das morgige Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4ter suche ich die W\u00e4sche heraus und klopfe an der K\u00fcchent\u00fcr. Unsere  Gastgeberin bittet mich herein. In der kleinen fast quadratischen K\u00fcche  steht in der Mitte ein kleiner Esstisch mit vier St\u00fchlen. Sie bittet  mich Platz zu nehmen und f\u00fcllt die Waschmaschine. An den zwei  gegen\u00fcberliegenden W\u00e4nden steht eine zum gro\u00dfen Teil dunkelbraun  \u00fcbergestrichene Einbauk\u00fcche. Die W\u00e4nde sind frisch gek\u00e4lkt und sie  erz\u00e4hlt, dass sie alle 4-5 Jahre das Haus von innen und au\u00dfen komplett  streiche. Das mache sie alles alleine, nur die Einbauk\u00fcche sei ihr nicht  so gut gelungen. Ich finde es bewundernswert, dass sie das alles macht.  Sie freut sich, als ich entgegne, der Braunton passe doch gut zu den  W\u00e4nden.<br \/>\nMit kleinen, hektischen Bewegungen wuselt sie durch die K\u00fcche, \u00f6ffnet  dort eine Schublade und da einen Schrank. Sie macht uns eine Tasse Tee  und fragt, ob sie sich zu mir setzen k\u00f6nne, um mit mir zu sprechen. Als  ich lache und antworte, dass sie doch hier die Hausherrin sei und ich  mich \u00fcber ein Gespr\u00e4ch freuen w\u00fcrde, l\u00e4chelt sie verhalten und setzt  sich mir gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pensionswirtin fragt Tausenderlei, Dinge, die ich nie als  interessant f\u00fcr andere betrachten w\u00fcrde. Ob ich verheiratet bin, wie  viele Kinder ich habe, Geschwister und Familie. Ob mir mein Beruf Spa\u00df  macht. Geschieden sei ich? Nun, das k\u00f6nne sie verstehen, sie habe mit  M\u00e4nnern auch stets Probleme gehabt. Langsam h\u00f6re ich mich in ihren  Singsang ein. Sie selber hei\u00dft Nora und freut sich \u00fcber unsere Vornamen,  Kathi und Douglas, das h\u00f6re sich ja fast irisch an. Sie besitzt eine  eigenartig ber\u00fchrende Gestik und Mimik. Einerseits sehr sch\u00fcchtern, dann  wieder eifrig, sie m\u00f6chte alles wissen, h\u00f6ren, fragen. Es scheint, als  ob sie innerhalb k\u00fcrzester Zeit alles was sie als wissenswert betrachtet  \u00fcber mich erfahren m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich antworte bereitwillig, frage aber auch nach ihrem Leben. Sie war  niemals verheiratet und hat sich neben der Berufst\u00e4tigkeit um die  kranken Eltern gek\u00fcmmert. Jetzt ist sie Rentnerin und vermietet als  Zubrot Zimmer an Touristen. Aber heiraten, nein, das wollte sie auch  nicht, die M\u00e4nner sind doch recht anstrengend. Das habe sie immer an  ihrem Vater gesehen. Und da sie leider keine Geschwister habe, h\u00e4tte sie  heute nun niemanden mehr, ein paar Freunde und die Tochter einer  Cousine.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen hat sie einen Topf mit Wasser gef\u00fcllt, damit ich unsere Nudeln kochen kann.<br \/>\nDouglas liegt vor dem Zelt und liest, wir k\u00f6nnen ihn durch das K\u00fcchenfenster beobachten. \u201eEinen  sch\u00f6nen Sohn hast du\u201c, meint sie unvermittelt \u201eich mag es, wenn die  jungen Menschen lesen.\u201c Eigentlich wollten wir drau\u00dfen essen, aber sie  holt schon Teller und Besteck heraus und so rufe ich Douglas herein. Ich  biete ihr an, mit uns zu essen, sie lehnt jedoch ab, weil sie bereits  vorher ihr Abendbrot zu sich genommen habe. Sie fragt Douglas \u00fcber das  Verh\u00e4ltnis zur Schwester, was er beruflich machen will. Und ob er denn  schon ein h\u00fcbsches M\u00e4dchen hier in Irland gefunden h\u00e4tte, sich vorstellen k\u00f6nne, hier zu wohnen. Er lacht verlegen und sie seufzt \u201eHe is young\u201c.<br \/>\nSie bittet uns, noch ein wenig bei ihr zu sitzen, bis die W\u00e4sche im  Trockner fertig ist, manchmal f\u00fchle sie sich doch recht einsam. Sie  stellt einen Teller mit Obst auf den Tisch und br\u00fcht neuen Tee auf.  Pl\u00f6tzlich sagt sie \u00fcberraschend: \u201edeine Mutter hat sch\u00f6ne Haare. Schau  meine an, sie sind ganz d\u00fcnn. Deine Mutter ist sch\u00f6n.\u201c Ich err\u00f6te und  wei\u00df nicht, was ich dazu sagen k\u00f6nnte. Douglas schaut mich erstaunt an  und entgegnet: \u201eSch\u00f6n ist sie nicht, aber in Ordnung\u201c Wir lachen und  Nora sagt: \u201eHe is young\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir wenig sp\u00e4ter in unsere Zelte gehen, verabschiedet sie uns mit den Worten: \u201ces ist sch\u00f6n, euch zu Gast zu haben.\u201c<\/p>\n<p>Tag 5 &#8211; Regenpause<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Regen prasselt aufs Zelt<a title=\"Zelt im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Zelt\" target=\"blank\"><\/a>dach.  Ich werde wach und freue mich. Endlich Regen. Es ist noch sehr fr\u00fch,  ich lausche dem Ger\u00e4usch der Tropfen und dem Rauschen der hohen B\u00e4ume,  die hinter dem Zelt<a title=\"Zelt im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Zelt\" target=\"blank\"><\/a> stehen.<br \/>\nMeine Gedanken folgen den Wegen, die wir die letzten Tage gewandert  sind. Es ist ein seltsames Mosaik von Erlebnissen. Diese absolut  untypische Hitze, die \u00dcppigkeit im Tal der Seen im Gegensatz zur der  kargen, unwirtschaftlichen Berglandschaft. Noch nie war ich so durstig  und nie schmeckte etwas so k\u00f6stlich wie die letzten warmen Schlucke  Wasser. Die K\u00fchle unter den B\u00e4umen nahe dem Wasser spendenden Fluss. Wie  verlassen habe ich mich bei den einsamen und zerfallenden H\u00e4usern am  Ende des Nationalparks gef\u00fchlt.<br \/>\nDie Bootsfahrt zum Ross Castle, unerwartet, \u00fcberhaupt nicht geplant. Wie hatte ich vergessen k\u00f6nnen, dass Reisen in Irland das Ende aller Planungen bedeutet.<br \/>\nMan muss sich auf den zuf\u00e4lligen Lauf der Dinge einlassen, um das Wesentliche zu erleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Gedanken landen in Kenmare und somit in der Gegenwart. Nora, die  Landlady, sympathisch, aber mich etwas erschreckend. Ich mag es nicht so  sehr, vereinnahmt zu werden. Und so f\u00fchlte ich mich gestern, als ob  ihre Einsamkeit alles \u00fcberst\u00fclpen w\u00fcrde. Ich grinse etwas \u00fcber mich,  wenn auch schief und verdr\u00e4nge energisch diesen Gedanken.<br \/>\nEin neuer Tag steht an.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img246.imageshack.us\/img246\/7028\/ken6sx2.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Duschen und einem Tee, den Nora uns kocht, gehen wir in den  Ort. Der Regen hat zwischenzeitlich aufgeh\u00f6rt und die Sonne lugt durch  die Wolken. Das Kenmare meiner Erinnerung hat nicht viel gemein mit dem  heutigen. Vielleicht fahren die Touristen heute woanders hin, auf mich  wirkt die Stadt wie ein veschlafenes, sympathisches Provinzst\u00e4dtchen mit  den typisch irisch-bunten H\u00e4usern, Kirche und gesch\u00e4ftigen L\u00e4den.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img387.imageshack.us\/img387\/7303\/ken1ara7.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu unserem Entz\u00fccken entdecken wir eine Buchhandlung, die aber leider  w\u00e4hrend unseres Aufenthaltes nicht \u00f6ffnet, eine Apotheke, wo wir Mittel  gegen Insektenstiche und Sonnenbrand kaufen und ein ausgesprochen  gem\u00fctliches Caf\u00e9. Dort besprechen wir, wie es weitergehen soll. F\u00fcr die  n\u00e4chsten Tage ist wieder Hitze angesagt, wie uns die freundliche  Bedienung erz\u00e4hlt und wir bezweifeln ernsthaft, dass wir wirklich bei  \u00fcber 30 Grad in den Bergen herumkraxeln und den Ring of Beara gehen  wollen. Ich schlage vor, dass wir zuerst nach Clear <a title=\"Island im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Island\" target=\"blank\">Island<\/a> fahren, weil auf einer windumwehten Insel die Temperaturen bestimmt angenehmer sind.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img384.imageshack.us\/img384\/2761\/ken2fn1.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir verbummeln den restlichen Vormittag, kaufen dies und das und bringen dann die Eink\u00e4ufe zur\u00fcck zum hostel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir verlesen einige Stunden im Zelt<a title=\"Zelt im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Zelt\" target=\"blank\"><\/a>,  nachdem der Regen uns von der Wiese vetrieben hat, beschlie\u00dfen dann  aber trotz sturmartiger B\u00f6en noch einmal ins St\u00e4dtchen und auch zum  Hafen zu gehen. Wir m\u00f6chten auch nach den Busfahrpl\u00e4nen schauen, wenn  mich nicht alles t\u00e4uscht, m\u00fcssen wir \u00fcber Skibbereen nach Baltimore  fahren, um von dort mit dem Schiff nach Cape Clear<a title=\"Island im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Island\" target=\"blank\"><\/a> \u00fcberzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es st\u00fcrmt und regnet noch immer stark und bis wir am Hafen angekommen  sind, bin ich bis auf die Knochen durchn\u00e4sst. Douglas Kleidung ist  wetterfester und lachend setzt er sich auf eine Bank im Regen, w\u00e4hrend  ich unter einem Baum ohne viel Erfolg Schutz suche.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img238.imageshack.us\/img238\/4030\/ken4mb6.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><br \/>\n<a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img360.imageshack.us\/img360\/139\/ken5qd2.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich l\u00e4sst der Regen etwas nach und wir gehen durch die nassen Stra\u00dfen zum Hostel zur\u00fcck.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/imageshack.us\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img225.imageshack.us\/img225\/4651\/ken3tj4.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ich hei\u00df dusche und meine Ersatzhose und T-Shirt anziehe, packt  Nora meine Sachen erst in die W\u00e4scheschleuder und dann in den Trockner.  Ein hei\u00dfe Tasse Tee wartet auf mich und wir verabreden, dass ich erst in  den Schlafsack <a title=\"Schlafsack im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Schlafsack\" target=\"blank\"><\/a> krieche, um mich etwas auszuruhen, wir aber sp\u00e4ter wieder zum Kochen kommen werden.<br \/>\nIn meinem trockenen und kuscheligen Schlafsack liegend, schlafe ich sofort ein und werde erst wach, als Douglas aufs Zelt klopft und fragt, ob es dann gar kein Essen g\u00e4be.<br \/>\nVerschlafen tappe ich zur K\u00fcchent\u00fcr und klopfe verhalten. Als ich ein  Brummen h\u00f6re, trete ich ein. Im Halbdunkel sitzt Nora am Tisch, aus dem  Wohnzimmer klingt aus dem TV irische Musik. &#8220;Ich dachte schon, du  h\u00e4ttest das Kochen vergessen&#8221; lacht sie und w\u00e4hrend sie die Deckenlampe  anmacht, sehe ich, wie sie sich verstohlen Tr\u00e4nen aus dem Gesicht  wischt. W\u00e4hrend wir der Musik lauschen, f\u00fclle ich den Topf, den sie mir  reicht, mit Wasser. Es gibt wieder Nudeln, Nora schneidet Obst f\u00fcr uns  auf und deckt den Tisch. Heute ist die Unterhaltung ruhiger,  selbstverst\u00e4ndlicher. Wir lachen \u00fcber witzige Erlebnisse, die wir uns  erz\u00e4hlen, fast so wie alte Freundinnen, die sich nach Jahren  wiedertreffen.<br \/>\nIch rufe Douglas herein. Auch heute will sie nicht mitessen, scheint  aber zufrieden damit, dass wir um ihren Tisch sitzen. Inzwischen kreist  das Thema um Religion, sie \u00e4u\u00dfert sich recht negativ \u00fcber den Einfluss,  den die kath. Kirche immer noch in<a title=\"Irland im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Irland\" target=\"blank\"><\/a> Irland hat. Dass sie damit bei mir und Douglas offene T\u00fcren einrennt, freut  sie ganz offensichtlich. Nur manchmal gehe sie wegen der Gesellschaft  Sonntags zur Kirche, da w\u00fcrde man viele treffen, die man sonst nicht  s\u00e4he. Aber sonst sei sie innerlich zur Heidin geworden, die Kirche sei  nicht gut zu Frauen. Wie sei das aber auch anders zu erwarten, da sie  von M\u00e4nnern gef\u00fchrt werde. Douglas grinst, dies w\u00e4ren aber \u00fcberwiegend  alte M\u00e4nner. Wir lachen laut gemeinsam, Nora sch\u00fcttelt den Kopf und  schaut ihn halb ernst, halb lachend an: you are young.<br \/>\nWir r\u00e4umen den Tisch ab, trinken noch eine letzte Tasse Tee. &#8220;Mit euch  am Tisch zu sitzen ist fast wie eine Familie zu haben&#8221; sagt Nora und  w\u00fcnscht uns eine gute Nacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tag 6<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen bauen wir unsere Zelte ab, packen die Rucks\u00e4cke, um  diese freundliche Herberge zu verlassen. Nora will heute zur Kirche  gehen und hat sich so herausgeputzt, dass sie fast nicht zu erkennen  ist. Sie m\u00f6chte mit Freundinnen nach dem Kirchgang plauschen und bietet  an, uns in die Ortsmitte mitzunehmen. Das nehmen wir gern an und  freundschaftlich verabschieden wir uns an der gro\u00dfen Kirche von ihr.  Sicherlich werden wir sie wieder besuchen, wenn uns der Zufall mal  wieder nach Kenmare weht. Sie geht zu ihren FReundinnen und winkt uns  noch einmal zu, ehe sie ins Geb\u00e4ude geht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img100.imageshack.us\/img100\/750\/kenkioi3.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da der Bus erst in einer Stunde f\u00e4hrt, setzen wir uns in den kleinen  Park nahebei und wie immer steckt Douglas seine Nase in eins seiner  B\u00fccher. Ich bummel noch ein wenig durch den Ort, um Abschied zu nehmen  von Kenmare.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img370.imageshack.us\/img370\/7234\/ken9qv0.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser n\u00e4chster l\u00e4ngerer Aufenthalt soll auf Cape Clear sein. Seitdem ich 1976 dort war, habe ich davon getr\u00e4umt zur\u00fcckzukehren. Es war meine erste Reise in Irland und Cape Clear wurde so etwas wie ein Synonom f\u00fcr alles das, was ich an der Emerald Isle liebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute ist jedoch Sonntag und ich glaube nicht, dass wie es an einem Tag  schaffen, dorthin zu kommen. Die Entfernungen sind nicht weit, aber die  Busverbindungen sonntags tradionell schlecht.<br \/>\nUnd richtig, der Bus geht nur nach Skibbereen, der n\u00e4chste Bus nach  Baltimore wird erst am Montag fahren. Wir fragen einen vor seinem shop  stehenden Ladenbesitzer, ob es einen Campground gibt. Er erkl\u00e4rt uns,  wie wir laufen m\u00fcssen und problemlos finden wir den Platz. Er ist etwa  3-4 km von der Ortsmitte entfernt, sch\u00f6n gelegen und die Besitzer sind  ausgesprochen freundlich.<br \/>\nNachdem wir uns einen von den Mobilhomes m\u00f6glichst weit entfernten Platz  gesucht und die Zelte aufgebaut, die Rucks\u00e4cke drin verstaut haben,  gehen wir in den Ort zur\u00fcck.<br \/>\nSkibbereen ist ein freundliches und sehr irisches Landst\u00e4dtchen, \u00fcberhaupt nicht touristisch, was uns sehr gef\u00e4llt.<br \/>\nWir schlendern durch den Ort und finden nat\u00fcrlich einen book shop. Wir  k\u00f6nnten an den gr\u00f6\u00dften Lebensmittell\u00e4den vorbeilaufen ohne sie zu sehen,  aber irgendwie werden wir von Buchl\u00e4den geradezu magisch angezogen. Wir  beschlie\u00dfen morgen am Montag rechtzeitig vom Platz aufzubrechen, um  nach B\u00fcchern zu schauen, bevor wir dann den Bus nach Baltimore entern  werden.<br \/>\nWir gucken auf der timetable, wann der Bus fahren wird und kaufen in  einem offenen Shop K\u00e4se, Tomaten, Brot und etwas zu Trinken f\u00fcrs Dinner.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img388.imageshack.us\/img388\/623\/skib1xl7.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img262.imageshack.us\/img262\/9039\/skib2pw5.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sonne strahlt vom Himmel und wir genie\u00dfen das Leben, vor dem Zelt<a title=\"Zelt im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Zelt\" target=\"blank\"><\/a> sitzend, Cider (Douglas) und 2 Dosen Stout (ich) trinkend , essen all  das gute Zeug. Wir reden und machen Pl\u00e4ne und lesen dann noch eine  Weile. Gibt es etwas besseres als so einen relaxten Abend?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Day 7<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist Montagmorgen und wir sind ready to go. Ich bin irgendwie  nerv\u00f6s\/aufgeregt, wie es sein wird zur\u00fcck zu kommen. So viele Jahre sind  ins Land gegangen, ich habe eine Ausbildung gemacht, studiert, einen  Ehemann gefunden, zwei Kinder bekommen, den Ehemann verlassen, die  Kinder sind nahezu gro\u00df. Und ich?? Ich hatte sch\u00f6ne Zeiten, aber auch  sehr schlechte, kann mich diese besondere Insel immer noch auf dieselbe  intensive Art ber\u00fchren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir gehen in die Ortsmitte, besuchen den book shop und NAT\u00dcRLICH kaufen  wir einige B\u00fccher. Nach einem kleinen FR\u00fchst\u00fcck in einem coffee shop,  nehmen wir den Bus nach Baltimore.<br \/>\nEs ist ein st\u00fcrmischer und grauer Tag und es ist genau das richtige  Wetter f\u00fcr meine Stimmung. Am Kai in Baltimore warten wir \u00fcber eine  Stunde, dann klettern wir auf die F\u00e4hre and off we go. Der Wind l\u00e4sst  das Boot m\u00e4chtig schlingern und wir werden nass vom Regen und den  Brechern, die immer wieder das Deck \u00fcbersp\u00fclen. Aber es ist einfach Spa\u00df  auf den Wellen zu reiten und wir beide lieben es, auf dem Boot zu sein.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img262.imageshack.us\/img262\/497\/cci2bootanrjb6.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Wir erreichen North Harbour und verlassen die F\u00e4hre.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img412.imageshack.us\/img412\/4772\/ccinh2ps9.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img383.imageshack.us\/img383\/303\/ccinh3cf6.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img91.imageshack.us\/img91\/7461\/ccinh5pe6.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es soll einen kleinen camp ground auf der Insel geben (den gab es 1976  noch nicht) nur etwa 10 Minuten Weg vom Hafen entfernt. Die Sonne schaut  durch Wolken und der sanfte Regen l\u00e4sst nach.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img117.imageshack.us\/img117\/1987\/ccinh1xa4.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wandern vom North harbour zum nahegelegenen South Harbour, wo der camp ground liegt.<br \/>\nNiemand ist dort und nur ein kleine Notiz an der T\u00fcr des keepers bittet  Ankommende einfach die Zelte aufzubauen und beim Verlassen dann zu  zahlen. Es sind nur zwei weitere Zelte da und so suchen wir uns den  besten Platz mit der besten Aussicht auf die Atemraubende Bucht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img380.imageshack.us\/img380\/4967\/ccish1pq6.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der gegen\u00fcberliegenden Seite der Bucht erkenne ich das Geb\u00e4ude der Jugendherberge und von weitem den alten Leuchtturm.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img143.imageshack.us\/img143\/5057\/ccish2cd0.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>unsere Zelte vor der Bucht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img355.imageshack.us\/img355\/1553\/ccish3du5.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img84.imageshack.us\/img84\/3627\/ccish7hl7.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen scheint die Sonne mit voller Kraft und wir gehen nach dem Zelt<a title=\"Zelt im Outdoorwiki nachschlagen.\" href=\"http:\/\/outdoorseiten.net\/wiki\/Zelt\" target=\"blank\"><\/a>aufbau zum Nort Harbour zur\u00fcck um zu schauen, ob dort immer noch ein shop ist (wie in meiner Erinnerung)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich existiert er noch, aber ich entscheide, dass wir uns ein  kleines Fest verdient haben und wir heute in den local pub f\u00fcr Dinenr  und ein zwei pints gehen werden. Wir stromern die kleinen Wege entlang,  und finden wunderbare Ausblicke \u00fcber die Insel.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img84.imageshack.us\/img84\/3627\/ccish7hl7.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck am Platz angekommen, treffen wir auf Pedro, den keeper und  unterhalten uns mit ihm. Er ist ein junger Spanier aus dem Norden und  arbeitet hier w\u00e4hrend der Sommermonate.<br \/>\nEs ist seine erste Woche und er entschuldigt sich f\u00fcr sein &#8220;schlechtes&#8221;  English. Ok, it is a lil bit humtydumpty, aber mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen  verst\u00e4ndigen wir uns ohne gro\u00dfe Probleme und mit viel Gel\u00e4chter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Abend im Pub ist klasse, sie haben eine wirklich gute K\u00fcche und nach  cider, stout und Irish Coffee gehen wir in bester Stimmung  zur\u00fcck,  gerade rechzeitig, um den Mond auf dem Wasser der Bucht schimmern zu  sehen.<\/p>\n<p>OT: das soll es f\u00fcr heute erstmal sein \ud83d\ude09<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Reisetagebuch m\u00f6chte ich die Erlebnisse, Gedanken aufschreiben, um sie einerseits nicht zu vergessen und andererseits den Zusammenhang zu den Fotos herzustellen. Trotz Abbruch ist diese Tour zu einer meiner sch\u00f6nsten geworden. 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