Autor Nachricht

Sternenstaub

(Administrator)

Wem gehört der Wald, wem die Flüsse, Seen, Bäche? Wem gehören die Berge, die Luft, das Blau über uns?
Und es gehört dem Landlord, - nicht nur in Eire - wie es ihm schon immer gehörte, genau wie die Kartoffel, die in seinem/nicht deinem Boden verfaulte.
Weil es geradezu Naturgesetz ist, dass alles irgendjemandem gehört. Und du darfst seinen Grund nicht betreten, sein Wild nicht jagen, auch wenn du hungrig bist, darfst nicht Wasser aus dem Brunnen nehmen, wenn es dich dürstet, er ist der Landlord und bestimmt über die Verwendung von allem, was angeblich von Gott kommt.
Manchmal sind Landlord und Gott identisch und dann ist das, was du darfst im Regelfall noch geringer.

Dieses alte Recht, wem was gehört, existiert heute immer noch und wem einmal etwas gehörte, dessen Eigentum ist es meist auch heute noch oder das seiner Nachfahren.
Und du bist nichts, weil du von denen abstammst, denen nie etwas gehörte, aber tatsächlich darfst du auch heute immer noch seine/ihre Luft atmen. Was für eine unfassbare Güte.

Wird es nicht Zeit für ein anderes Verständnis von Dingen?
Ist der freie Zugang zu Seeufern nicht etwas, was einem jeden originär zusteht?
Und sollte nicht mein Können undoder mein Verständis für/zu etwas nicht wichtiger sein als ein Besitztitel?

Und wem gehört das Meer. Der weiteweite Ozean.
Ich habe immer gehofft, dass diese Weite niemandem gehört, aber resignierend habe ich gelernt, der Ozean gehört BP, weil derjenige, der alles zerstören kann, der wahre Eigner ist.

Ist es nicht lächerlich sich über zertretene abgemähte Bauernwiesen zu ereifern, Tränen über traces zu weinen, die man irgendwo in seinem Tiersein hinterlassen hat? Denn ich bin ein Tier und will auch nichts anderes sein.

Da werden Lebensräume, Artenvielfalten vernichtet, weil die Habgier siegte. Weil Eigentümer/Rechtebesitzer ausbeuten.
Kapital arbeiten lassen.

Macht Umweltschutz Sinn nach allen möglichen desastern oder ist das nur Make up oder schlimmer Kalkül?
Macht Naturschutz Sinn oder ist er sinnlos, weil jeder ihn nach seinem Nutzen interpretiert?

Bin ich nicht ein Tier und habe tierischen Anspruch: zu gehen, zu trinken, mich zu lagern und zu schlafen?

Ist nicht der Mond auch meiner? Und der Sternenhimmel sowieso? Bin ich nicht Teil dieser Natur und ist die Liebe zu diesem Schmetterling nicht so unberschreiblich wichtiger als die Liebe zu deinem Nutzholz?

Don't walk in front of me, I may not follow.
Don't walk behind me, I may not lead.
Just walk beside me and be my friend.
(Albert Camus)
04.07.10, 01:43:10

Mia

(User)

Zitat:
Ist der freie Zugang zu Seeufern nicht etwas, was einem jeden originär zusteht?


und die Strände die nur mit Kurtaxe zu betreten sind?

Oh Kathie ich höre Verdruss heraus oder denke ihn hinein
das Gottes Welt eben nicht für alle oder nur für Taler zu haben ist.

Aber die Reglementierungen haben wir selbst geschaffen.
Und wo es schön ist, das lässt man sich nieder - auch mit Zaun und Talerabgabe.


BP ist da noch ein anderer Hund

Dank und Gruß
--- Mia ---

*
Gleichbehandlung ist, wenn alle nichts zu essen haben. Oder wie war das Ziel?
04.07.10, 09:44:33

Elek...tra

(Moderator)

geändert von: Elek...tra - 04.07.10, 16:08:20

Ich sehe das jetzt wohl ziemlich unromantisch und nüchtern: wenn alles der Allgemeinheit gehören würde, wer fühlt sich dann dafür verantwortlich und erhält es?
04.07.10, 16:06:56

Sternenstaub

(Administrator)

die Allgemeinheit? Die ja jetzt durchaus auch schon in der Pflicht ist?
Es geht mir nicht um den Bauernhof oder das Einfamiliehausgrundstück zwinkern - sondern um riesige Ländereien, die auch heute noch überwiegend Einzelpersonen gehören.
Einige der mir bekannten, schlimmsten Beispiele kann man in Irland finden, aber nicht nur dort. Man informiere sich über die Geschichte Europas und wie diese irre großen Landbesitze entstanden sind.

Eigentum verpflichtet steht im Grundgesetz und es gibt sicherlich auch Eigentümer, die danach handeln. Es gibt aber auch sehr viele, die das nicht tun.

Ich stromer ja teilweise durch die Gegend, übernachte irgendwo da draußen, wo ich niemanden störe. nach dem Verständnis mancher Menschen dürfte ich das nicht, weil alles irgendjemandem gehört.

Don't walk in front of me, I may not follow.
Don't walk behind me, I may not lead.
Just walk beside me and be my friend.
(Albert Camus)
04.07.10, 18:11:10

Marcia

(Moderator)

Ist ein guter und zum Nachdenken anregender Text. Bin nur gerade ein wenig langsam damit.

Der Natur ging es ja besser, als der Mensch nicht eingegriffen hat.
Gerade, was das Zelten und Biwakieren betrifft, ist das Ganze ein wenig schwierig. Ich verstehe schon, dass es auch zum Schutz der Landschaft nötig ist, die Leute nicht überall beliebig übernachten und Zelte aufstellen zu lassen, aber andererseits sperrt man damit auch wirklich bewusste, naturverbundene Leute aus. Es müsste halt so Notfallregelungen an bestimmten Stellen geben - ist meine Meinung.

Privatstrände z.B. finde ich unmöglich, aber letztlich ist es nur die logische Konsequenz, wenn das Land aufgeteilt wird.

Habe mal rein interessehalber gegoogelt, wie das eigentlich mit den Grundstücken ist - hat mich schon überrascht, dass es bis zum Erdmittelpunkt reicht und im Himmel quasi keine Grenze ist ... wenn nun Aliens das anders sehen, kann es tatsächlich Probleme geben.lachen

http://de.wikipedia.org/wiki/Luftraum

Ein Bündel von Launen, ein Container von Selbstzweifel, eine Komposition der Unstimmigkeiten… (D. Glattauer)
07.07.10, 17:08:37

Sternenstaub

(Administrator)

habe die Diskussion auch bei ods reingepackt, sind ganz interessante Beiträge dabei entstanden, hier der Link

http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?t=44081

Don't walk in front of me, I may not follow.
Don't walk behind me, I may not lead.
Just walk beside me and be my friend.
(Albert Camus)
07.07.10, 17:19:22

andrea

(User)

ich kann mit sowas gar nicht ... der mensch ist nun mal kein tier, auch wenn er sich manchmal so benimmt. und man kann doch nicht ein paar apekte aus einem system herausnehmen oder herausnehmen wollen, noch dazu tragende aspekte, ohne das ganze system zum zusammenstürzen zu bringen. und etliche andere (ich wage zu behaupten: die meisten) will man ja doch haben, weil man eben insgesamt genau kein tier ist und weil man insgesamt eben mehr bedürfnisse hat als essen/trinken, bewegen und einen schlafplatz zu haben.

und wo zieht man die trennlinie: ab wann empfindet man eigentum/besitz als so wenig gerechtfertigt, dass er der allgemeinheit zur verwertung zugeführt wird? und wer bestimmt das? und wer zahlt dann die instandhaltung - z..b. von wäldern, damit man dort überhaupt wandern und zelteln gehen kann?

und die liebe zum schmetterling ist die liebe zur naturschönheit, auch wenn sie keinen unmittelbaren nutzen hat. diese liebe kann man auch für bäume haben. derjenige aber, der vom holz lebt, wird einen anderen blick drauf haben. im übrigen ist gerade waldbesitz eh eine heikle sache, zumindest in ö., denn man darf als waldbesitzer ziemlich wenig (man darf nicht einzäunen z.b., man darf nicht nachhaltig roden, man hat ständig die staatliche aufsicht im nacken ...) und man hat viel verantwortung, wenn sich z.b. jemand verletzt. nicht dass mir die großen waldbesitzer jetzt unendlich leid tun (in ö. gehören der der staat und die kirche übrigens zu den wichtigsten), aber ein wenig realität von der anderen seite tut den romantischen überlegungen vielleicht schon gut! zwinkern

und wenn ich bauer wäre und irgendwelche städterhorden trampelten mit das gras zusammen, das ich für die winterfütterung brauche, und machen mir die wiesen mit zelten platt, dann wäre ich auch sauer.


08.07.10, 05:58:00

Sternenstaub

(Administrator)

geändert von: Sternenstaub - 08.07.10, 08:21:13

nun - Stadthorden findest du da draußen nicht zwinkern und es ist immer von dem pfleglichen Umgang mit der Natur die Rede.

ich stelle doch noch einmal den zweiten Teil ein, dann wird das vielleicht verständlicher.


Ich bin ja letztens ein bisserl durch Östereich und Tschechien gewandert, wenn auch nicht so lange, wie ich es eigentlich wollte, und als ich da so in meinem Zelt lag, wanderten meine Gedanken.
Ich hatte nämlich einige Wochen vorher mit jemandem eine interessante und mich teils verstörende, aber auch rebellisch machende Diskussion geführt.
Nach dessen Argumentation hätte ich meine Wanderungen in den letzten Jahren nie so durchführen dürfen. Weil alles Land irgendjemandem gehöre und es nieniemals rechtens sein könne, wenn ich durch mein Lagern das Eigentumsrecht eines anderen schmälern würde. Ich will jetzt nicht näher auf diese Diskussion eingehen, sondern eher darauf, was mir da so im tiefen tschechischen Wald dazu an Gedanken kam.

Ich bin ja oft in Irland gereist und somit mit dessen Vergangenheit recht vertraut. Das uneingeschränkte Eigentumsrecht der damaligen Herren im Gegensatz zu den so gut wie nicht vorhandenen Rechten der Menschen, die teils schon Jahrhunderte auf diesen Flächen lebten. Und ich erinnerte mich an ein spezielles Tal, durch welches ich einmal gewandert bin, an die zerstörten Häuser der Pachtbauern, die in den schlimmsten Hungersnöten aus den von ihnen gebauten Häusern vertrieben wurden und diese Zeit ist nicht einmal lange her. Das war übrigens eine ganz normale Praxis und ist an vielen Orten Irlands geschehen.

Ich fragte mich, wie weit das Recht an Grund und Boden eigentlich gehen darf. Also nicht unbedingt in rechtmäßigen- also juristischem Sinne - sondern wo ich als Person, als Einzelmensch Grenzen sehe. Wie weit ich es akzeptieren kann für mich.

Was ich im Eröffnugnsthread geschrieben habe, sind letztlich Fragestellungen und zumeist keine Wertungen, Meinungen.
Ich denke schon, dass es ganz legitim/verständlich ist zu fragen, warum zum Beispiel der Landbesitz so ungleichmäßig verteilt ist. Wie man es aus heutiger Sicht rechtfertigen will, dass z.b. ein Graf Spee enormen Landbesitz hat.
Es nur damit zu rechtfertigen, dass da halt eine clevere Familie war, die zusammenraffte, was ging, mit Einfluss, vielleicht vorteilhaften Heiraten, Legaten, halte ich nicht für angemessen.
Landbesitz war und ist z.B. in den Entwicklungsländern ein immens großes Problem. Ich sage nicht, dass es einfach ist, ich sage nicht, dass es DIE Lösung gibt.

Was könnte man dem status quo entgegensetzen? So gesehen erstmal nicht viel, weil das Eigentum in Deutschland umfassend geschützt ist. Aber es steht auch im Grundgesetz der Bundesreapublik Deutschland, dass Eigentum verpflichtet.
Und ich denke, dass man das auch durchaus anmahnen, einfordern kann und sollte.

Da ich jemand bin, dem es wichtig ist, niemandem zu schaden, weder Mensch noch Natur, begann ich mich fragen, wo da die SChnittstelle zu meinem in meinen Augen berechtigten Wunsch ist, Teil dieser Natur, dieses draußen sein auszuleben.

Selbstverständlichkeiten wie nicht lagern wo andere Menschen wohnen, so weit man nicht explizit gefragt hat, sich vorsichtig bewegen, also weder Tiere durch Lärm usw vergrätzen noch irgendwas zerstören - Respektieren von Schutzzonen/Schutzzeiten, da braucht man wohl hier überwiegend kein Wort zu verlieren, weil das selbstverständlich ist.
Wenn ich am Rande einer abgemähten Wiese entlang gehe, wo nichts angebaut ist und ich baue mein sehr kleines Zelt dort an diesem Rand auf, wo ich niemanden störe, nichts zerstöre, ich aber den Himmel sehen kann, welcher Schaden entsteht dem Besitzer? Das Reh, das Wildschwein richten mit Sicherheit einen größeren Schaden an, wenn sie dort sind.
Und so kam meine Frage zustande, ob ich nicht ein Teil der Natur bin und auch ein Anrecht auf die mich umgebende Natur habe? Nicht im Sinne dort zu nehmen sondern im schlichten Aufenthalt.

Ich rede nicht vom Bauernhof, ich rede nicht vom Einfamilienhaus, von etwas Land, welches jemandem gehört. Dazu sind auch meine teils bäuerlichen Vorfahren zu stark in mir.
Und auf das Heer der Besitzlosen zwinkern anzuspielen, das halte ich für durchaus legitim. Niemand in den letzten 4-5 generatioen meiner Ursprungsfamilien hatten Grundeigentum, aber egal, ob Bergmann (überwiegend) oder sonstiger Handwerker im Pütt - viele waren da mit dieser Sehnsucht nach dem Draußen.

Ich finde es manchmal überaus frustriend, wenn ich sehe, lese, wie um uns herum Landschaften, Natur zerstört wird.
Wenn ich sehe, wohin purer Kapitalismus, Geldgeilheit die Industrienationen geführt hat, wie bedenkenlos große internationale Konzerne unser aller Erbteil aufs Spiel setzen, da kommt sogar so etwas wie Hass bei mir auf, obwohl ich mich mich da etwas schwer tue. Und auch wenn ihnen z.b. das Meer nicht gehört, richten sie es zugrunde.

Und wenn ihr wissen wollt, ob ich bei meinen nächtlichen Gedanken für mich zu einem Ergebnis gekommen bin... ja, bin ich.


Nachtrag: Und ja, ein bisserl provokativ sollte es schon sein. cool

Don't walk in front of me, I may not follow.
Don't walk behind me, I may not lead.
Just walk beside me and be my friend.
(Albert Camus)
08.07.10, 08:19:41

andrea

(User)

ich denke sehr wohl, dass es legitim ist, das system zu be- und hinterfragen. mein ausgangspunkt ist aber ein anderer, durchaus auch dadurch geprägt, dass es hier im wv auch genug leute gibt, die der ansicht sind, dass unser grundstück groß genug sei (und außerdem sei es immer so gewesen), dass man hier herumgehen könne. es zieht eben jeder wo anders seine grenzen, vorzugsweise zieht man sie dort, wo man seinen bereich erweitert. und deshalb bin ich schon froh, dass diese dinge allgemein gültig geregelt sind.

und ich müsste mich außerdem, bevor ich mich da in derart tiefgrefende überlegungen stürze, erst mal genauer mit den begrifflichkeiten befassen. besitz, besitzstand, eigentum ... das sind - vermute ich mal - unterschiedliche dinge mit unterschiedlichen konsequenzen.

was das wandern angeht: u.a. ist es deshalb verboten, wald einzuzäunen, damit gewandert werrden kann. und es ist jedermann erlaubt, dort herumzugehen. auch pilze, beeren, nüsse ... darf man in verträglichen mengen nehmen. dass das campieren nicht erlaubt ist, verstehe ich auch. weil man sonst ja keine gesetzlliche handhabe hätte, wenn sich plötzlich an einem netten plätzchen eine art wilder camping-platz etablieren würde. dann dürfte der besitzer auch noch ein dixi-klo hinstellen, damit ihm nicht alles verdreckt wird.

ich denke, dass wegen einzelner wanderer eh keiner ein fass aufmachen wird, und viel mehr, als dass man vertrieben wird, passiert einem ja nicht. das ist halt der preis der freiheit! zwinkern



08.07.10, 08:35:04

pjesma

(User)

geändert von: pjesma - 09.07.10, 19:55:25

am grund und boden hängt das herz...
keine viele worte hab ich für die thema, weil es zu viele wären;-) aber ein liedchen, leider nur in englisch übersetzt, aber nicht mal schlecht
http://www.youtube.com/watch?v=8GAaTvnt9E0&feature=watch_response


feder
09.07.10, 19:54:46

Mia

(User)

warum zum Beispiel der Landbesitz so ungleichmäßig verteilt ist

Besitz ist nicht VERTEILT, sondern erworben worden. Jedem soviel er tragen oder bezahlen kann.


Es nur damit zu rechtfertigen, dass da halt eine clevere Familie war, die zusammenraffte, was ging, mit Einfluss, vielleicht vorteilhaften Heiraten, Legaten, halte ich nicht für angemessen.
Landbesitz war und ist z.B. in den Entwicklungsländern ein immens großes Problem. Ich sage nicht, dass es einfach ist, ich sage nicht, dass es DIE Lösung gibt.

Was könnte man dem status quo entgegensetzen? So gesehen erstmal nicht viel, weil das Eigentum in Deutschland umfassend geschützt ist. Aber es steht auch im Grundgesetz der Bundesreapublik Deutschland, dass Eigentum verpflichtet.
Und ich denke, dass man das auch durchaus anmahnen, einfordern kann und sollte.

Besitz ist nicht VERTEILT, sondern erworben worden. Jedem soviel er tragen oder bezahlen kann.



Wenn ich am Rande einer abgemähten Wiese entlang gehe, wo nichts angebaut ist und ich baue mein sehr kleines Zelt dort an diesem Rand auf, wo ich niemanden störe, nichts zerstöre, ich aber den Himmel sehen kann, welcher Schaden entsteht dem Besitzer? Das Reh, das Wildschwein richten mit Sicherheit einen größeren Schaden an, wenn sie dort sind.
Und so kam meine Frage zustande, ob ich nicht ein Teil der Natur bin und auch ein Anrecht auf die mich umgebende Natur habe?
Hm, du kann st nicht einerseits über die grenzen schauen und deren Besitzverhältnisse anprangern und im gleichen Atemzug unsere Gesetzgebung als Grundlage dienen lassen.

Ich finde es manchmal überaus frustriend, wenn ich sehe, lese, wie um uns herum Landschaften, Natur zerstört wird.
Wenn ich sehe, wohin purer Kapitalismus, Geldgeilheit die Industrienationen geführt hat, wie bedenkenlos große internationale Konzerne unser aller Erbteil aufs Spiel setzen, da kommt sogar so etwas wie Hass bei mir auf,

Nun geht’s aber los Kathie Das Reh, das Wildschwein, war vor dem Schwein auf zwei Beinen da. Es ist sein Lebensraum, das evtl in den Besitz des Eigentümers greift weil es überall verdrängt wurde. Und nun kommst du mit dem Rucksack?

verstehe mich nicht falsch - ich verstehe deine Sehnsucht - das kindliche Streunen durch die Botanik -
Wälder sind hier nur gezäunt, wenn sich dort Fortpflanzung befindet - ansonsten gehen die Tiere wohin es ihnen passt.

Im Wald ist aber in der Tat auch die Sicherheit für alle vorrangig. Und geputzt werden die schon lange nicht mehr

Dank und Gruß
--- Mia ---

*
Gleichbehandlung ist, wenn alle nichts zu essen haben. Oder wie war das Ziel?
11.07.10, 22:37:02

Sternenstaub

(Administrator)

entschuldige mia, aber ich habe das Gefühl, du hast überhaupt nicht verstanden, wovon ich geschrieben habe.

Don't walk in front of me, I may not follow.
Don't walk behind me, I may not lead.
Just walk beside me and be my friend.
(Albert Camus)
11.07.10, 23:44:56

Mia

(User)

geändert von: Mia - 12.07.10, 00:00:55

doch ich glaube schon - es ist bei mir eine Melancholie angekommen, die du als fast Hass bekommen bezeichnest,
weil die Welt nicht mehr so ist, wie wir sie als Kinder erlebten.
Das überall Grenzen sind, Grossbesitz und und und.
Und heute ist unser HOrizont erheblich erweitert - man kann es politisch sehen, ja, ist es auch teilweise.

Aber Irland mit Deutschen Gesetzen zu vergleichen, das war mir dann zuviel. Auch wenn ich nicht die Kenntnisse über Irland habe.
Es mag ja sein, das Besitz unrechtmässig erworben wurde - irgendwann 16zehntes Jahrhundert - und aber ja, auch heute werden Arbeiter die solche Besitzstände pflegen, abernten, noch ausgenutzt. Aber zugeteilt gewiss wohl nirgendwo - Kolchose haste ja nicht beschrieben. Die ist oder war wohl zugeteilt - ver-teilt.

Und Kathie, nicht alle sind so bewusst am Feldrand wie Du - eine Mücke im Schwarm. Sie lassen meist irgendwas liegen, und wenns das Tempo mit dem Ausgedrücktem ist.
Und die machen natürlich auch un-begrenztes immer wieder unmöglich.
SCHADE ist es - ja.
Ein Waldbesitzer, der meist oder häufiger auch Förster ist, sieht es wirtschaftlich, sorgt auch für die Tiere darin, sind ja auch Wildfleisch im extremen Fall - vielleicht sogar nur Abschussware für gepflegte Jagden.
Dass er die Lebenszeit bestimmt, ist natürlich nicht ganz so toll und doch gibt es noch 1000sende an Tieren und Insekten, die ihn schlichtweg nicht interessieren, die aber im Gefüge dabei sind. Die er zB auch mit einer Schlachtherde an Rehen mitfüttert sozusagen.
Zum Thema Wald.


Ich finde du hast hier ziemlich viele Gedankenanstösse im Text. Ich bin/war da manchmal auch nicht anders - im Denken.
Rege mich auf.

Auch aufregen taten mich Atomkraftgegner - die eigentlich ne gute Absicht hegten. Aber dann zogen sie mit ihren Schrottmühlen los, querfeldein über die Äcker - und zerstörten im Kampf dagegen.

Dank und Gruß
--- Mia ---

*
Gleichbehandlung ist, wenn alle nichts zu essen haben. Oder wie war das Ziel?
11.07.10, 23:58:36

Mia

(User)

wozu sollte denn deiner Meinung nach Eigentum verpflichten?
Das jeder Hans und Franz da durchstapfen kann?


Dank und Gruß
--- Mia ---

*
Gleichbehandlung ist, wenn alle nichts zu essen haben. Oder wie war das Ziel?
12.07.10, 00:03:18

Sternenstaub

(Administrator)

geändert von: Sternenstaub - 12.07.10, 00:42:37

Zitat von Mia:
doch ich glaube schon - es ist bei mir eine Melancholie angekommen, die du als fast Hass bekommen bezeichnest,
weil die Welt nicht mehr so ist, wie wir sie als Kinder erlebten.
Das überall Grenzen sind, Grossbesitz und und und.
Und heute ist unser HOrizont erheblich erweitert - man kann es politisch sehen, ja, ist es auch teilweise.

natürlich ist das politisch! Und es hat überhaupt nichts mit der Welt zu tun, die wir als Kinder erlebt haben oder nicht.
Und der Hass gilt jenen, die die Natur zerstören wie BP und einige andere.

Zitat:
Aber Irland mit Deutschen Gesetzen zu vergleichen, das war mir dann zuviel. Auch wenn ich nicht die Kenntnisse über Irland habe.
Es mag ja sein, das Besitz unrechtmässig erworben wurde - irgendwann 16zehntes Jahrhundert - und aber ja, auch heute werden Arbeiter die solche Besitzstände pflegen, abernten, noch ausgenutzt. Aber zugeteilt gewiss wohl nirgendwo - Kolchose haste ja nicht beschrieben. Die ist oder war wohl zugeteilt - ver-teilt.

meinst du wirklich deutsche Gesetze waren/sind anders? Träume weiter. Und natürlich kann man Besitz/Eigentum miteinander vergleich, egal wo.
Zitat:
Und Kathie, nicht alle sind so bewusst am Feldrand wie Du - eine Mücke im Schwarm. Sie lassen meist irgendwas liegen, und wenns das Tempo mit dem Ausgedrücktem ist.
Und die machen natürlich auch un-begrenztes immer wieder unmöglich.
SCHADE ist es - ja.
Die meisten sind da so wie ich, es sind ja auch nicht so viele, die so eine Art eben mögen, nech?
Mia, es geht um Großgrundbesitz, es geht nicht um den Bauern und das Einfamilienhaus etc. Bitte einfach sorgsamer lesen!

Zitat:
wozu sollte denn deiner Meinung nach Eigentum verpflichten? Das jeder Hans und Franz da durchstapfen kann?

mit Augen rollen


Don't walk in front of me, I may not follow.
Don't walk behind me, I may not lead.
Just walk beside me and be my friend.
(Albert Camus)
12.07.10, 00:40:52

Mia

(User)

geändert von: Mia - 12.07.10, 09:44:28

ich weiss dass du "Die Landschaftsprägenden Beitzstände " meinst.
nicht mein kleines Beet.

Die Gesetze hier haben sich doch aus den Vorkommnissen der tiefsten Vergangenheit hier rekrutiert.
Und auch hier im Norden gibt es grossflächige Grossgrundbesitzstände.
Man muss es sich auch leisten können, es für alle offen zu halten - denn die Verpflichtung besteht auch darin Dinge einfach nur zu erhalten. Und wenn es das berühmte Sumpfhuhn ist, oder die Wachtelschnepfe falls es sowas gibt, die Deinem oder anderer Wandersleute evtl. gar nicht interessant genug sind.
Über unendliche Wege gehen ist selbst in einer Wüste unter Umständen der Natur abträglich.

Das was ich "aus Kindertagen" nenne, ist diese Lust zu Wandern Kathie - auch Familienbezogen wie du sogar selbst schreibst. Das ist in einem Drin, mit allen Gefühlen die der Mensch dazu äussern kann. Ich meinte nicht, dass dieses Verlangen kindisch sei.
Es wandelt sich ja leider in Ernsthaftigkeit, in Aufnahme dessen was ist und das da etwas verloren geht



Du beziehtst dich selbst auf den Satz aus der Gesetzgebung, dass Eigentum verpflichtet.
Bitte äussere dich wozu verpflichtet es? Du hast da in deinem Gesamttext soviel zusammengetragen, was dich aufregt - bitte wozu verpflichtet es?


BP gehört das Meer überhaupt nicht und verhält sich auch so.
Aber auch andere Ölborstellen haben Lecks und das läuft ungehindert in die See ohne dass einer muckt - leider.

Den Standkorbverleihern gehört das Meer auch nicht - aber sie pflegen den Sand, sieben und sieben die Glasscherben, Tempos und Zigarttenstummel und apfelschalen heraus - deshalb KUR-taxe - damit auch nachkommende den rieselnden Sand ungehindert geniessen können.


Gehen wir doch mal gedanklich zu Kaffeeplantagen - gehörten auch mal alle in Privatbesitz - ja, aus unserer Sicht wurden die Menschen ausgebeutet - aus deren Sicht sind sie evtl nicht glücklich aber doch froh eine Arbeit überhaupt zu haben und damit in erster Linie zu essen. Die denken garantiert nicht mit diesem Schmerz an den Verlust dre Natur, die denkan ans Überleben.

nun hat sich mit den Jahren auch auf Kaffeeplantagen sicher einiges geändert - und zum Wandern sind sie natürlich wohl nicht angelegt gewesen.

Dank und Gruß
--- Mia ---

*
Gleichbehandlung ist, wenn alle nichts zu essen haben. Oder wie war das Ziel?
12.07.10, 09:33:21
Gehe zu:
Benutzer in diesem Thema
Es lesen 1 Gäste und folgende Benutzer dieses Thema:
Archiv
Powered by: phpMyForum 4.1.1 © Christoph Roeder