und kein Stückchen weiter

ich habe letztens oder besser vor längerer Zeit darüber räsoniert, dass Hass keine Lösung ist und vielleicht Liebe ein Ausweg sein könnte, aber ich komme immer mehr zu der Erkenntnis, dass das einfach nicht stimmt.

Liebe ist keine Option, weil denen scheiß-egal ist, ob ich sie liebe oder hasse. Und um ganz ehrlich zu sein, so ehrlich wie nie zuvor, ich erwäge, dass es die einzige Alternative sein könnte, sie nicht nur zu verabscheuen sondern sie zu töten. aber würde mich das nicht auf die gleiche Stufe stellen wie die Menschen, die ich aus vollem Herzen verachte? Gibt es überhaupt eine Lösung? Den Hass zu hassen ist gut und gewissermaßen schicklich, aber was ändert das? Es ändert nichts. Diese Machtlosigkeit macht mich kirre und ich bin mir durchaus bewusst, dass ein rechtsgestrickter das ebenso fühlen könnte. Wie kann man wirklich klar machen oder besser ich, dass die Verachtung von anderen Menschen niemals eine Lösung ist oder gar tolerabel, verständlich. In wie weit unterscheide ich mich dann von denen, die ich wirklich verachte?

ok, manchmal tröstet mich die Vermutung, dass DIE sich über so etwas keinen Kopf machen. Scheiße, ich mag nicht mehr leben.

Am menschlich sein?? Kann man daran scheitern?

 

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Ich hasse – ich liebe

Ich hasse – ich hasse

ich liebe – ich liebe

Es macht es mir nicht leichter, dass ich weiß. dass Hass Sünde ist und Liebe mich weiter bringt.

Weil es ist einfach nicht so. Ich hasse so vieles, was ich nicht ändern kann. Das was veränderbar scheint, damit komme ich klar, aber sonst?

Wobei Sünde etwas absolut sinnfreies ist, wer entscheidet es, was Sünde ist bzw was in Ordnung oder gar positiv  ist? Wobei ich durchaus ziemlich enge Grenzen da setze. Alles, womit man Menschen schädigt, vor allem bewusst schädigt, ist No Go für mich. Hass auf andere, wobei ich in mir entsetzt feststelle, dass ich immer mehr zu Hass fähig bin.

Und wenn es nur auf all die Spacken ist, die andere verachten, verleumden, Hass ausstrahlen. Ich hasse den Hass! Und er macht mich krank und ich sinniere darüber, ob der einzige Ausweg es ist, nicht zu hassen sondern zu lieben? aber wie liebt man jemanden, der andere bewusst verletzt, der rassistisch ist, der einen an seine Grenzen oder besser mich an meine bringt, wie schaffe ich das? Bzw ist ein gehöriges Maß Verachtung nicht wesentlich für einen selber, dass man sagt. Bis hier und keinen Millimeter weiter! Stellung beziehen!!

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Verzweiflung 2

Ich bin froh, wenn ich tot bin.

Dieser Satz ging mir den ganzen Tag durch den Kopf.

Auf einmal – mitten in meiner Verzweiflung. Inzwischen kann ich gut verstehen, dass Menschen zuzeiten des zweiten Weltkrieges und davor in den Freitod gingen. Sie hatten den ersten Weltkrieg überstanden, gehadert mit dem Schicksal und der Unmenschlichkeit und waren verzweifelt und untröstlich darüber, wie sich nun alles entwickelte. Hatten ihre Söhne verloren, Unrecht erfahren, alles wurde als so normal  postuliert.

Und dann kam alles noch sehr viel schlimmer, obwohl man einen Weltkrieg nicht mit dem anderen relativieren kann, es war letztlich der Untergang jeglicher Art von Zivilisation.

Und heute stehe ich da, besiegt von dem Hass, besiegt davon, wie Menschen, Mächte agieren, wie die irrwitzigen Ideen eines Trump alles zerstören, noch mehr als es vorher schon war.

Menschenrechte, was sind das? Die unveräußerlichen Menschenrechte nur eine Makulatur! Ich wüsste nicht, wie ich dagegen ankämpfen könnte und ich frage mich, wie die überlebenden Menschen zB während der irischen Hungersnöte, damit klar kamen, dass sich niemand dafür interessierte, ob man starb oder lebte. Wobei starb ein zu sanftes Wort ist, elendig verreckte trifft es besser. Oder während des Zerfalls vom Nachkriegsjugoslawien, Morde, Gemetzel, Progrome, ich verzweifle zutiefst daran.

Die Menschen in Syrien, im Jemen, überzogen mit Krieg, Unbarmherzigkeit und bei allem helfen die deutschen Waffenlieferanten, machen Gewinne unbeschreiblicher Art. Wie kann man etwas ändern? Geht das überhaupt. Sagt mir doch bitte eine Lösung, was kann ich machen?

Ich habe keine positive Energien mehr, ich bin froh, wenn ich tot bin.

Ich bin froh, wenn ich tot bin.

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Verzweiflung

Manchmal packt mich die Verzweiflung so stark und unmittelbar, dass ich schreien, toben, verfluchen möchte…

Verdammt, wer und warum nimmt derjenige mich in Gruppenzwang, zwingt mir seine Werte auf oder versucht es zumindest??? Verdammt, ich sehe das komplett anders, ihr weckt in mir unbenannte und vorher nicht gekannte Aggressionen. Ich kann mit der Wut in mir sehr schlecht umgehen, ich kenne solche Aggressionen nicht.

Und ich verzweifle, weil ich offensichtlich meine Gedanken euch nicht nahe bringen kann. Euer Hass, euer Zorn, eure ungebremste Wut macht mich hassend, wütend, zerstört mich fast.

Und es bedarf so viel Kraft, mich von eurer Wut zu entfernen, ich bin das nicht. Hass steckt an und das macht mich krank, ich will euch nicht hassen.

Ihr Nazis, ihr Faschos, Hass ist kontraproduktiv hat man mich gelehrt, aber wenn ich eure bescheuerten Sprüche, die Auswüchse lese und höre, bei denen ich erstmals das Kotzen lernte, wo ist der Unterschied zwischen Toleranz und dem NO-Toleranz, was mir so inne wohnt? Und nein, ich kann das nicht tolerieren, das ist faschistoid, dermaßen krank, was eure Hirne ausbrüten.

wer hilft mir, dass ich  das ertrage, dass ich stark genug bin, immer wieder und immer wieder zu widersprechen: Nein, ihr habt nicht recht, nein, die Menschenrechte kann man nicht veräußern und Ja, die Liebe der Menschen untereinander und die Hoffnung auf die Zukunft aller Menschen ist das Größte….

Ihr kriegt mich nicht, dafür müsstet ihr mich töten!!!

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Reise eines Menschen zu den Menschen

Da mich die Situation im Europa des zu Ende gehenden Jahres 2015 deprimiert und ich dringend irgendeine Motivation (fürs weitermachen und nicht Hoffnung aufgeben) benötige, kam ich auf die Idee des Verbindens von Menschen, auf neudeutsch des Vernetzens. ;) – zumindest in meinem Kopf.
Freunde, Familie, (noch) Fremde.
Wenn das (Mit)menschliche flöten geht, kann man es nur durch das Menschliche zurück gewinnen. Das ist eine neue Erkenntnis für mich und führt mich vielleicht aus der beginnenden Depression.
Die Würde des Menschen ist unantastbar, mein absolutes Credo. Ich bin ein Kind des Grundgesetzes und mich verstört, wie die erste wirklich demokratische und menschliche Verfassung dieses seltsamen Konglomerats, welches sich Deutschland nennt, immer mehr infrage gestellt und zerstört wird.
Ich suche jetzt keine Schuldigen, nicht, weil ich keine benennen könnte, sondern weil mich das ganz persönlich nicht weiter bringt. Ich kann diese seltsame Gesellschaftsordnung des Kapitalismus, der inzwischen schlimmer als der Manchesterkapitalismus ist, weder zerstören noch wirklich beeinflussen. Achja, heute nennt man das beschönigend Neoliberalismus, wobei das mit liberaler Gesinnung überhaupt nichts zu tun hat, Hirsch und Baum würden vermutlich im Grab routieren, wenn sie sehen würden, wo sich der liberale Gedanke hin entwickelt hat.

Ich brauche ein Ziel, um mich aus dem dunklen Tal des Aufgebens zu befreien und habe deswegen beschlossen Menschen, Momente, Mut zu sammeln und quasi als Banner oder Konzept gegen Hartherzigkeit, Hass und Hochmut vor mich her zu tragen. Auch wenn das pathetisch klingen mag, brauche ich diesen Schutz für mich selbst.
Ich liebe Menschen so sehr wie Landschaften und möchte nun das eine mit dem anderen verknüpfen.
Wenn es mir gelingt, freue ich mich, wenn nicht, dann habe ich wenigstens versucht, meine Stimme zu erheben.

Irgendein Erlebnis muss notgedrungen das erste sein, schwierig, weil es nicht das bewusste “erste” Ereignis gibt. Vielleicht dies hier nun als wichtiger Moment in meiner Erinnerung.
Es war der erste Urlaub, den wir als Familie unternahmen, mit drei Kindern reichte das Geld einfach nicht, um irgendwohin zu fahren. aber jetzt ging es doch hinaus in die Welt und die Welt beinhaltete plötzlich das holländische Friesland für mich. Die Menschen sprachen eine Sprache, die ich nicht kannte, aber das Lächeln und die Gestik ließen mich auf seltsame Art heimisch und fremd zugleich fühlen. Und die Fahrten, die wir drei Schwestern mit dem Ruderboot über die Kanäle unternahmen, bargen einen unbekannten Zauber für mich. So nah war ich noch nie an Natur heran gekommen. Als Stadtkind verzückt all die Wasservögel zu beobachten, förmlich zu spüren wie die Ruder sanft das Wasser durchschneiden, ich fühlte mich so frei und ich glaube, dass dieses Erleben mich ganz stark beeinflusst hat. Das Gefühl der Freiheit kann unbestreitbar süchtig machen.
Unser Bungalow stand ein wenig abseits des Kanals/Fluss? und man ging einige Meter bis zu ihm hin. Dort lag ein altes Hausboot, auf welchem die Eignerfamilie des Geländes und der wenigen Bungalow wohnte. Schräg gegenüber lag ein weiteres Hausboot, auf welchem im Sommer ein älteres holländisches Ehepaar lebte. Eines Morgens kam ich zum Wasser, der jüngste und noch kleine Sohn der Familie weinte und Peta, eine seiner Schwestern, mit der ich mich angefreundet hatte, wir brachten uns gegenseitig unsere Zahlen und andere Worte bei, erklärte mir mit Händen und Füßen, dass Henk irgendetwas ins Wasser geworfen habe, was dem Ehepaar gehöre. Und sie wären nun traurig, Peta schaute dabei ebenfalls traurig, damit ich auch die Dramtik des Ganzen ermessen konnte. Ich überlegte nicht, sondern sprang im Short und Blüschen (ich konnte noch nicht wirklich schwimmen, ein paar Hundepaddelschläge wie mein Vater es nannte) ins Wasser, es reichte mir gerade bis kurz unter die Nase. Unermüdlich tastete ich mnit den Feüßen den schlammigen Boden ab und trat dann in in ein scharfkantiges Metallteil. Anstatt zu weinen – es tat verdammt weh – versuchte ich zwischen meinen Füßen dieses seltsame Teil an die Wasseroberfläche zu bekommen, der dritte Versuch war erfolgreich, es war ein Sieb und ich warf es an Land, kletterte aus dem Wasser, hob es auf und ging mit blutendem Fuß strahlend auf die mir so alt erscheinenden Leute zu und übergab es ihnen. sie sahen sehr ernst drein, dann lächelte der Mann und sagte auf Deutsch: Danke, mein Mädchen. Ich freute mich, lachte sie an und rannte fort, um mit Peta zu spielen. Am Abend befragte mich mein Vater, was denn passiert sei, er habe von meinem Tauchgang gehört. Ich erzählte und plötzlich schmerzte meine Ferse wieder, worauf ich ein Pflaster und einen Riegel Schokolade bekam.
Mein Vater lobte mich, er freue sich, dass ich da so beherzt gehandelt hätte, wo ich doch nicht richtig schwimmen könne, was ich natürlich vehement bestritt und damit meine Eltern zum Lachen brachte. Eltern können so doof sein. Sie wurden wieder ernst und mein Vater erklärte mir, dass dieses Ehepaar ganz schlimme Sachen mit den Deutschen während des Krieges erlebt hätte, er schaute traurig, was mich etwas ängstigte. Mögen die mich nicht, fragte ich erschreckt, weil ich wusste ja durchaus, dass ich aus dem Land mit dem Namen Deutschland kam, aber sie beruhigten mich. Nein, sie hätten extra gesagt, dass sie eine ganz liebe und tapfere Tochter hätten und wer weiß, vielleicht würde ja wirklich eines Tages das alles nochmal gut.
Das ging mir alles oft im Kopf herum, obwohl es noch lange dauerte, bis ich die Hintergründe verstand. Aber offensichtlich hatte mich das Ehepaar etwas ins Herz geschlossen, ab und an schenkten sie mir einen Keks und als ich einmal auch einen für Peta erbat, nein fast schon forderte, weil sie doch meine Freundin war, lachte auch die ernste Frau, lächelte und sagte auf Deutsch: Freundschaft ist etwas schönes, vergiss das nicht. Als ich sie schüchtern ansah, lachte sie unbd sagte: was, du bist manchmal auch schüchtern? – was mich total verlegen machte. Zum Glück erlöste mich Peta aus dieser Situation, weil sie sich begeistert auf den Keks, den ich ihr reichte stürzte.. Wenn ich nachdenke, weiß ich sogar noch, wie sie aussah. Peta meine ich.

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Altfrauenhände

Vorhin schaute ich meine Hände an und erschrak, nein nicht wirklich, ich blickte auf meine Hände und dachte: Altfrauenhände.

So ist es also wahr, ich bin alt und mein Körper zeigt es.

Ich weiß nicht einmal, ob das schlimm ist.

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gegen den Mainstream – II

Man versucht mir immer wieder plausibel zu machen, dass es Mainstream ist, als Pedigist durch die Gegend zu trotten, die Welt als furchtbar gefährlich zu empfinden, Moslems zu hassen und einfach – schlicht einfach alles, was Demokratie bedeutet und die … Continue reading

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gegen den Mainstream – I

je älter ich werde, desto automatischer schwimme ich gegen den Mainstream. Wobei mir das erst neulich aufgefallen ist, als ich darüber nachdachte, warum so manches, was ich beobachte in mir starkes Missbehagen auslöst. ZB die Frage, warum mein ehrliches graues, … Continue reading

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Seltsam oder seltsam

manchmal frage ich mich, wie es kommt, dass Leute so ticken, wie sie ticken.

da wandere ich durchs Polenztal im Frühling, freue mich an den Märzenbechern, Schmetterlingen und Felsen und plötzlich denke ich: das ist schon die vierte Frau mit rabenschwarzem Haar, die mindestens 10 Jahre älter ist als ich, und mühsam an mir vorbei geht bzw klettert. Wie kann das sein? Und ich beginne zu zählen. Jede Frau mit grauem oder weißem Haar neben einem Zausel merke ich mir. Und nach Stunden der Wanderung komme ich genau auf 4. Und denke: das kann doch gar nicht sein. Warum meinen Frauen, dass sie ihr Alter verheimlichen müssen, dass sie schöner sind, wenn sie rot, blond oder schwarz gefärbt sind. Wenn das schöner ist, warum machen das nicht die dazu gehörigen Kerle?

Wenn die Frau für den Mann schön sein will oder muss, wieso ist der Mann nicht für die Frau ebenso schön? Da stimmt doch definitiv etwas nicht.

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Normenkontrolle – die zweite

Wir haben einen lieben, netten Kollegen, allein stehend nach Scheidung, sich sehr um das gemeinsame Kind kümmernd – und er hat eine seltsame Angewohnheit. Er macht Frühstück – jeden Morgen daheim, eine Brotdose voll leckerer Happen, kocht einige Bioeier, schneidet … Continue reading

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